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Life is too short for boring stories

Wenn Du neben mir liegst, im hohen Gras, in einer warmen Vollmondnacht, wir hinaufschauen zu den Sternen, die Grillen um uns zirpen hören, die es noch gibt, weil es das hohe Gras gibt und die Fledermäuse über uns hinwegfliegen und wir nichts sagen, weil das Mit-Dir-sein sagen genug ist und wir darum wissen, dass dieses Schweigen eines ist, das die Verbundenheit ausdrückt, dann ist das Leben einfach wunderbar und stimmig und schön. Mehr braucht es nicht. Aber es ist nicht immer so. Nicht nur, weil es auch kalte Sommerabende gibt, sondern weil ich es oft nicht schaffe mich einfach in die Ruhe zu finden und darin, dass es nicht mehr braucht.

Aber ich lerne. Von Tag zu Tag wird mir bewusster, dass diese Momente des Einfachen, Stillen, Vertrauten, die schönsten sind, und ich hoffe, dass Du es verstehst, dass ich mich erst einfinden muss, wenn mein Misstrauen gegenüber dem einfachen Glück größer ist als mein Vertrauen.

Wenn wir miteinander arbeiten, ruhig, pragmatisch und reibungslos, weil jeder weiß, was er zu tun hat, weil das gegenseitige Absprechen sachlich funktioniert und jeder sein Bestes gibt, ineinandergreifend, unterstützend, bereichernd, dann weiß ich, dass das Ergebnis auch so sein wird. Wir versuchen nicht einander auszustechen, besser zu sein, sondern Miteinander heißt in dem Fall tatsächlich Miteinander. Mehr braucht es nicht, um es gut zu machen. Aber es ist nicht immer so. Nicht nur, weil es wir nicht nur miteinander zu arbeiten, sondern weil ich es nicht schaffe mich darin zu finden, dass ich nicht ständig beweisen muss, dass ich es kann, dass Du diese Beweise nicht verlangst, sondern höchstens ich.

Aber ich lerne. Von Tag zu Tag wird mir bewusster, dass diese Art der Kooperation, des Miteinander, auch im kreativen Wirken, die einzig zielführende ist, und ich glaube, dass Du es siehst, dass ich an mir arbeite, den ständigen Drang mich beweisen zu müssen hinter mir zu lassen und ich annehme, dass Du meine Leistung anerkennst wie ich die Deine.

Wenn ich mich auf etwas einlasse, was ich noch nie gemacht habe und dann alles alleine schaffen muss, weil ich es mir einbilde, dann bist Du da und bietest mir Deine Hilfe an. Erstaunt sehe ich Dich an und sage Dir, wohl auch etwas unwirsch mitunter, dass ich nicht will, dass Du mir zu verstehen gibst, ich könne das nicht. Schließlich habe ich mein Recht auf Selbstbestimmtheit und kann viel mehr alleine, als Du mir zutraust. Und wenn ich am Rand einer Klippe hänge, mich gerade noch mit einem Finger halte, dann poche ich immer noch auf meine Selbstbestimmtheit. Wie weit kann Selbständigkeit gehen bevor sie in Eigensinn kippt? Ich misstraue der einfachen Hilfe, die Du mir angedeihen lassen willst, weil ich denke, dass Du mich für den Rest meines Lebens darauf festnagelst.

Aber ich lerne. Von Tag zu Tag wird mir bewusster, dass Hilfe einfach Hilfe sein kann, denn man muss nicht alles selber schaffen, dass Hilfe etwas ist, das angeboten wird, nicht um mich klein zu machen, sondern weil Freunde es einfach so machen. Da zu sein, für einander, einfach so. und ich bin überzeugt davon, dass Du mitgehst, bei meiner Entwicklung, bis zu dem Tag, da ich bereit bin einfach anzunehmen.

Es ist so einfach mit Dir glücklich zu sein, das Leben zu umarmen und es anzunehmen, weil Du es kannst. Meistens kann ich es auch. Und dann nimmst Du mich an der Hand. Es ist einfach gut. gut einfach, miteinander, Du mit mir und ich mit Dir. Weil es so ist und nichts weiter gesagt werden muss. Nicht einmal, dass es so ist. Aber wenn ich unglücklich bin, das Leben mich wegzustoßen scheint, dann gehe ich auch von Dir weg. Ich will nicht, dass Du mich umarmst, wenn ich weine, weil ich nicht weinen will und auch mit der Traurigkeit nichts zu schaffen haben möchte. Vor allem möchte ich es nicht eingestehen, schon gar nicht Dir, und weil ich es nie ganz loswerde, zu denken, dass Du Dich dann überlegen fühlst, wenn Du mich tröstest.

Aber ich lerne. Von Tag zu Tag wird mir bewusster, dass Du mich in den Arm nehmen willst, auch wenn ich traurig bin, weil Du mir Raum sein willst, selbst in meiner Traurigkeit oder vielleicht gerade da und ich weiß, dass Du erkennst, dass ich immer mehr lerne mich Dir anzuvertrauen, in allem was ich bin, weil ich auch immer mehr erkenne, dass Deine Zuneigung mir gilt, in allem was ich bin, immer ein wenig mehr, von Tag zu Tag.

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