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Life is too short for boring stories

On that sunny day in May, Ms. Wichant received a visit from her family, at least from the part that was still interested in her. With her now 92 years and the obvious intention not to die so soon, she had not necessarily made herself popular with the people with whom they were to combine so-called blood ties. Only her grandniece came to visit her regularly. She stopped by every week because she just felt comfortable with her great aunt. No matter what she did or what she looked like, her aunt Marie always welcomed her warmly. There have been some changes in recent years. First her niece Lisa came alone, then with her partner Ben and finally the two children, Nina and Leo, were not to be missed. They went shopping for the aunt, cooked for them while the children were having fun in the garden. And what a wonderful garden that was, definitely from a child’s perspective. There were bushes to hide under and so many animals to watch. Together they had grown vegetables and were very happy when the time came to harvest them. And the sweet berries straight from the bush still tasted best. Now there was nothing to harvest in May, but that didn’t stop the children from playing. Immediately after eating, they ran out into the garden while the parents tidied up the kitchen and the great aunt took a nap. So, the afternoon passed in serene tranquility. It was just strange that the aunt slept so long.

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An jenem Sonnentag im Mai bekam Frau Wichant Besuch von ihrer Familie, also zumindest von dem Teil, der sich noch für sie interessierte. Mit ihren mittlerweile 92 Jahren und der offensichtlichen Absicht nicht so bald zu sterben, hatte sie sich nicht unbedingt beliebt gemacht bei den Menschen, mit denen sie sog. Blutsbande einen sollten. Einzig ihre Großnichte kam sie regelmäßig besuchen. Jede Woche schaute sie vorbei, weil sie sich einfach wohl fühlte bei ihrer Großtante. Egal was sie machte oder wie sie aussah, ihre Tante Marie nahm sie immer herzlich auf. Die letzten Jahre hatte es einige Änderungen gegeben. Zunächst kam ihre Nichte Lisa alleine, dann mit ihrem Lebensgefährten Ben und zuletzt durften auch die beiden Kinder, Nina und Leo, nicht fehlen.  Sie gingen für die Tante einkaufen, kochten für sie, während sich die Kinder im Garten vergnügten. Und was für ein herrlicher Garten das war, auf jeden Fall aus Kindersicht. Da gab es Büsche, unter denen man sich verstecken und so viele Tiere, die man beobachten konnte. Miteinander hatten sie Gemüse angebaut und freuten sich sehr, wenn es so weit war, es zu ernten. Und am besten schmeckten immer noch die süßen Beeren direkt vom Busch. Nun gab es im Mai noch nichts zu ernten, was aber die Kinder nicht vom Spielen abhielt. Gleich nach dem Essen, liefen sie hinaus in den Garten, während die Eltern die Küche aufräumten und die Großtante sich ein Mittagsschläfchen gönnte. So verging der Nachmittag in heiterer Beschaulichkeit. Es war nur seltsam, dass die Tante so lange schlief.

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We go to the suburb, where those who can afford it settle. It is a statement that you can be close enough to the city and still have something like nature around you, even if you don’t notice much of it due to the generous construction. Even the large gardens have a lot to do with it, especially with an investment in a hip garden architect, but nothing with nature. It doesn’t really matter which city this noble district belongs to, at least as far as Western Europe or the United States is concerned. It may look different elsewhere, but the basic values are relatively the same in these areas. One is inspired by the Calvinist moral concept in middle-class camp, even if no one would call it that. The only serious difference is that you cannot be met without a bright smile and defy health, happiness and fun. Otherwise, the ideals have internalized to such an extent that one can confidently assume that they will be striven for without questioning whether they are worth striving for. But let’s just take a look at that now.

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Wir begeben uns in die Vorstadt, in der sich die ansiedeln, die es sich leisten können. Es ist ein Statement, dass man es kann, nahe genug an der Stadt zu sein und dennoch so etwas wie Natur um sich zu haben, auch wenn durch die großzügige Verbauung nicht mehr viel von dieser zu merken ist. Selbst die großen Gärten haben mit vielem zu tun, vor allem wohl mit einer Investition in einen angesagten Gartenarchitekten, aber nichts mit Natur. Es tut auch nicht wirklich viel zur Sache, zu welcher Stadt dieser Nobelbezirk gehört, zumindest was Westeuropa oder die USA betrifft. Anderswo mag es anders aussehen, aber in diesen Bereichen sind die Grundwerte relativ gleich. Man ist beseelt vom calvinistischen Moralkonzept im bürgerlich mittelständischen Lager, auch wenn das niemand mehr so nennen würde. Der einzige gravierende Unterschied besteht wohl darin, dass man sich nicht ohne ein strahlendes Lächeln antreffen lassen darf und vor Gesundheit, Glück und Spaß trotzen muss. Ansonsten haben sich die Ideale so weit verinnerlicht, dass man getrost davon ausgehen kann, sie werden angestrebt, ohne zu hinterfragen, ob sie denn erstrebenswert sind. Aber wir schauen uns das jetzt einfach einmal an.

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Everything is digital these days, the calendar, the shopping list, the contact list and soon human contact. Then you put the cell phones down and say „Have a chat with each other, do some relationship work“ while you are resting, of … yes, of what. It doesn’t matter here. I definitely went through this for a while and didn’t really feel comfortable with it. That’s why I first bought a calendar, a book made of paper, made from recycled paper with animal-free glue, to be precise, because you can leaf through it so nicely, sometimes back or forth, take notes, comments and secret messages, because similarly, one can clearly not be monitored yet. A little bit of privacy is nice. So, the calendar was also chosen as the diary. But I was missing something. It took me a long time to see what was lacking, but I did. The solution was as simple as it was obvious and therefore the easiest to overlook.

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Es geht heutzutage alles digital, der Kalender, die Einkaufsliste, die Kontaktliste und bald einmal der menschliche Kontakt. Da stellt man dann die Handys hin und sagt „Unterhaltet Euch mal miteinander, macht mal so ein bisschen Beziehungsarbeit“, während man sich selbst ausruht, von … ja wovon. Das tut hier nichts zur Sache. Ich habe das auf jeden Fall eine Zeitlang mitgemacht und mich damit nicht wirklich wohl gefühlt. Deshalb kaufte ich mir zuerst einen Kalender, so ein Buch aus Papier, aus Recyclingpapier mit tierleidfreiem Leim, um es genau zu sagen, weil man da so schön blättern kann, auch mal zurück oder vor, sich Notizen machen, Anmerkungen und geheime Botschaften, denn analog kann man eindeutig noch nicht überwacht werden. So ein klein wenig Privatsphäre ist doch was Nettes. So ward der Kalender auch gleichzeitig zum Tagebuch erkoren. Doch etwas fehlte mir. Lange brauchte ich, um zu erkennen, welchen Mangel ich litt, doch es gelang mir. Dabei war die Lösung so einfach wie naheliegend und deshalb am leichtesten zu übersehen.

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„Wofür brauchst Du so viele Tomaten?“, fragst Du mich, als Du mich wieder einmal dabei ertappst, wie ich die wuchernden Pflanzen, liebevoll versorge.
„Erstens sagt man in Österreich nicht Tomaten, sondern Paradeiser“, beginne ich zu erklären, um sofort wieder unterbrochen zu werden.
„Ja, ist schon gut, das wird doch keinen Unterschied machen“, schnappst Du zurück.
„Das macht einen enormen Unterschied, denn – und das wäre mein zweitens gewesen – Revolution geht nur mit Paradeiser. Ohne geht gar nichts“, erwidere ich, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt.
„Was hat das jetzt damit zu tun?“, zeigst Du Dich unverständig, weil Du es offenbar nicht schaffst, die Verbindung herzustellen, „Außerdem hat noch keine Revolution mit Tomaten, pardon, Paradeisern stattgefunden.“
„Erstens hat es schon eine gegeben und zweitens sind deshalb alle schiefgegangen“, zeige ich mich überzeugt.
„Welche Revolution soll das gewesen sein?“, fragst Du, sichtlich erstaunt.

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