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Life is too short for boring stories

“And what can be better about being born in a certain country? You can’t help it?” Interjected Raphael.

“Completely correct”, Lilith agreed with him, “But it was also the case that back then there were a lot of poor countries and a few rich ones. Austria, for example, was one of the richest countries in the world. That is why many people from poor countries tried to come to Austria because there was not only poverty in their countries, but also war. But Austria has closed the borders. That works if you are a nation-state. Many died, starved, frozen, murdered at that time, and those who were responsible sat dry and full in the warmth and also looked down on these people.“

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„Und was soll daran besser sein, wenn man in einem bestimmten Land geboren wird? Da kann man ja nichts dafür?“, warf Raphael ein.

„Völlig richtig“, gab Lilith ihm Recht, „Aber es war auch so, dass es damals ganz viele arme Länder gab und ein paar reiche. Österreich war zum Beispiel eines der reichsten Länder der Welt. Deshalb haben auch viele Menschen aus den armen Ländern versucht nach Österreich zu kommen, weil es in ihren Ländern nicht nur Armut, sondern auch Krieg gab. Doch Österreich hat die Grenzen zugemacht. Das geht, wenn man ein Nationalstaat ist. Viele sind damals gestorben, verhungert, erfroren, ermordet worden, und die, die dafür verantwortlich waren, saßen trocken und satt im Warmen und sahen auch noch auf diese Menschen herab.“

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“Yes, I think so too, but that was the way it was back then. And that’s why you kept doing more and more things and throwing them away until there was no more space to throw them away and the earth was just about to break. That’s what I meant by the train heading towards the abyss,” explained Lilith. How nice it was to experience that Mrs. Knapp, the once lonely woman, was now almost besieged by children who all wanted to hear her stories. There was no longer any room for loneliness.

„What are you going to do tomorrow?“, Adam suddenly asked his children.

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„Ja, das finde ich auch, aber damals galt das halt so. Und deshalb hat man auch immer mehr Sachen gemacht und wieder weggeworfen, bis kein Platz mehr war zum Wegwerfen und die Erde knapp davor war, kaputt zu gehen. Das meinte ich mit dem Zug, der auf den Abgrund zufährt,“ erklärte Lilith. Wie schön es doch war zu erleben, dass Frau Knapp, die einst einsame Frau jetzt geradezu von Kindern belagert wurde, die alle ihre Geschichten hören wollten. Da war kein Platz mehr für Einsamkeit.

„Was habt ihr eigentlich morgen vor?“, fragte Adam unvermittelt seine Kinder.

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Lost in thought, Lilith looked at the starry sky, her head nestled in Adam’s lap, who was leaning against the trunk of a tall birch tree on which a chicken had taken its night quarters. Until recently, everyone from the house association was sitting together, everyone who wanted to and mostly all wanted to sit here and chat. Poems were spontaneously recited or songs were sung. Just because life was fun. Because it was. Lilith shivered a little. The approaching autumn was casting its shadows, but she still wanted to stay here. A little while longer.

„The right people always come together,“ Adam stated suddenly.

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Gedankenverloren sah Lilith in den sternenklaren Himmel, ihren Kopf in Adams Schoß gebettet, der am Stamm einer hohen Birke lehnte, auf dem ein Huhn sein Nachtquartier bezogen hatte. Bis vor Kurzem waren noch alle aus dem Häuserverband zusammengesessen, also alle, die Lust dazu hatten und zumeist hatten alle Lust, hier zu sitzen und zu plaudern. Spontan wurden Gedichte vorgetragen oder Lieder gesungen. Einfach so, weil das Leben Freude machte. Weil es war. Lilith fröstelte ein wenig. Der herannahende Herbst warf seine Schatten voraus, aber dennoch wollte sie noch hierbleiben. Eine kleine Weile noch.

„Es finden immer die richtigen Leute zusammen“, stellte Adam unvermittelt fest.

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Actually, they loved each other. Of course, there had been many years when they just did it without thinking about it much. No, this is wrong now. At the very beginning, they hardly did anything but think about it, about each other, about you and me and about their love. Back then, they sifted through their feelings for one another over and over again. Insured each other because this insurance was necessary. Because at the beginning there is a lack of security, if you don’t really know each other, if the assessment and the foresight are still missing.

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Eigentlich liebten sie sich. Natürlich hatte es viele Jahre gegeben, in denen sie es einfach getan hatten, ohne viel darüber nachzudenken. Nein, das ist jetzt falsch. Ganz am Anfang, da taten sie kaum etwas anderes, als sich darüber Gedanken zu machen, über einander, über Dich und mich und über ihre Liebe. Damals durchforsteten sie ihr Gefühl füreinander immer und immer wieder. Versicherten sich einander, weil diese Versicherung notwendig war. Weil am Anfang, da fehlt die Sicherheit, wenn man sich noch nicht wirklich so kennt, wenn noch die Einschätzung fehlt und der Weitblick.

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Max Mehlich had spent the last 15 years of his life in prison. Now he had been released early because of good conduct, because he had been sentenced to life. And life-sentenced in Austria means 25 years. All in all, it was good business for him. The offense of which he was charged, and for which he was ultimately convicted, was willful homicide. And yes, he had to completely agree with the prosecutor, because he had bought the ax with the intention of slaying his wife. So, it was a planned act. More than that, he had dreamed of it for months. Again, and again he thought up new ways of bringing his wife around the corner, as the saying goes. At some point he dreamed of it during the day, and they were wonderful thoughts, but at some point, the dreams were no longer enough for him. The moment had come to make it come true. He bought an ax.

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Max Mehlich hatte die letzten 15 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht. Nun war er, wegen guter Führung, vorzeitig entlassen worden, denn verurteilt war er zu lebenslänglich worden. Und lebenslänglich bedeutet in Österreich 25 Jahre. Das war alles in allem ein gutes Geschäft für ihn. Das Delikt, dessen er angeklagt und auf Grund dessen er letztlich auch verurteilt worden war, lautete auf vorsätzliche Tötung. Und ja, er musste dem Staatsanwalt vollinhaltlich recht geben, denn er hatte die Axt in der Absicht gekauft seine Frau zu erschlagen. Es war also eine geplante Tat. Mehr noch, er hatte seit Monaten davon geträumt. Immer wieder dachte er sich neue Möglichkeiten aus, wie er seine Frau um die Ecke bringen könnte, wie man so schön sagte. Irgendwann träumte er dann auch schon tagsüber davon, und es waren wunderschöne Gedanken, doch irgendwann reichten ihm die Träume nicht mehr. Damit war der Moment gekommen sie wahr werden zu lassen. Er kaufte eine Axt.

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