novels4u.com

Life is too short for boring stories

If Christa hadn’t been as shy and frightened, almost like a little rabbit, she would have noticed that Bert treated other women much more rudely, if he paid any attention to them. But she was what she was and almost naughty to call in her naivety. Perhaps that was one of the reasons that she designed toys, sweet, dreamy, primarily pink toys for little girls. Even her appearance matched this job because it was small, narrow, and petite. On the other hand, Bert could have been thought of as a road worker or at least a farmer, rather than a spiritual head man, as tall and broad-shouldered as he was. „A man needs the shoulders to give the girl the opportunity to cry on her or hide from the hardship of the world,“ he used to say matter-of-factly, deliberately leaving out who he meant by girl. Nevertheless, it was crystal clear for Anna, who had not missed Bert’s emotions for Christa, probably also because it was exactly the same that she, Anna, and Bert showed. It was less due to Christa’s carelessness not to notice this kind of emotional state, but more to her own regarding Detlev, who was tall but rather narrow and whose shoulders were neither suitable for tears nor for being away from the world. Nevertheless, Christa was in love with Detlev, to the point, as the saying goes. One indication was that she kept blushing and her eyes fell ashamed or ecstatic – you can’t say that exactly because the downpour prevented a direct view of it – if Detlev only looked at her.

weiterlesen

Wäre Christa nicht so schüchtern und verschreckt gewesen, beinahe wie ein kleines Kaninchen, hätte sie gemerkt, dass Bert andere Frauen viel rüpelhafter behandelte, wenn er sie denn überhaupt beachtete. Sie war aber wie sie war und in ihrer Naivität beinahe entzückend zu nennen. Vielleicht war das einer der Gründe, dass sie Spielzeug konzipierte, süßes, verträumtes, in erster Linie rosafarbenes Spielzeug für kleine Mädchen. Sogar ihr Äußeres passte zu dieser Tätigkeit, denn sie war klein, schmal und zierlich. Demgegenüber hätte man Bert eher für einen Straßenarbeiter oder zumindest für einen Landwirt halten können, als für einen vergeistigten Kopfmenschen, so groß und breitschultrig wie er war. „Die Schultern braucht ein Mann, um dem Mädchen die Möglichkeit zu geben, sich an derselben auszuweinen oder vor der Unbill der Welt zu verstecken“, pflegte er sachlich zu sagen, wobei er geflissentlich ausließ, wen er mit Mädchen konkret meinte. Dennoch war es für Anna sonnenklar, der Berts Emotionen für Christa nicht entgangen waren, wohl auch, weil es genau dieselben waren, die sie, Anna, Bert entgegenbrachte. Dabei war es weniger der Achtlosigkeit Christas geschuldet, diese Art der emotionalen Befindlichkeit nicht zu bemerken, sondern mehr ihrer eigenen bezüglich Detlev, der zwar groß, aber eher schmal war und dessen Schultern sich weder für Tränen noch für Weltabgewandtheit eigneten. Dennoch war Christa in Detlev verliebt, bis über beide Ohren, wie man so schön sagt. Ein Indiz war, dass sie immer wieder rot wurde und die Augen verschämt oder verzückt niederschlug– ganz genau kann man das nicht sagen, weil durch das Niederschlagen der direkte Blick darauf verhindert wurde -, wenn Detlev sie nur ansah.

weiterlesen

As is well known, Cupid, the small, cheeky god who never grows up, sends his arrows and makes those who meet them violent love frenzy. Now he seems to be dealing with this gift rather uncontrollably. But it can also be that he actually plays tricks on people, which often ends in fatalities. It would be practical if he chose two people, gave them an arrow at the same time and everything would be fine. But this is by no means the case. Not A falls in love with B and B in A, but A falls in love with B, B with C, although C invests the emotions in D and D in turn falls in love with A. Nothing fits together and at first glance it can be assumed that everyone is ultimately unhappy with the cross. Thanks be to Cupid. Let’s make it a little more specific. There were Anna, Berthold, who wanted to be called Bert, Christa and Detlev, written with v, because the f was too vulgar for him. These four cultivated a long-term friendship, so that a certain infatuation, from one side or the other, could hardly be avoided.

weiterlesen

Bekanntermaßen verschickt Amor, der kleine, freche Gott, der nie erwachsen wird, seine Pfeile und versetzt diejenigen, die sie treffen in heftigen Liebestaumel. Nun scheint er eher unkontrolliert mit dieser Gabe umzugehen. Kann aber auch sein, dass er tatsächlich den Menschen Streiche spielt, die nicht selten fatal enden. Praktisch wäre es, wenn er sich zwei Menschen aussuchte, diese gleichzeitig mit dem Pfeil bedenkt und alles wäre gut. Dem ist aber mitnichten so. Da verliebt sich nicht etwa A in B und B in A, sondern A verliebt sich in B, B jedoch in C, obwohl C die Emotionen in D investiert und D wiederum sich in A verguckt. So passt nichts zusammen und es ist auf den ersten Blick davon auszugehen, dass zu guter Letzt alle kreuzunglücklich sind. Dank sei Amor. Machen wir es ein wenig konkreter. Da waren Anna, Berthold, der Bert genannt werden wollte, Christa und Detlev, mit v geschrieben, denn das f war ihm zu vulgär. Diese vier pflogen eine langjährige Freundschaft, so dass sich eine gewisse Verliebtheit, von der einen oder anderen Seite, kaum vermeiden ließ.

weiterlesen

„This is wonderful,“ replied Mr. Dr. Beautiful, „I never knew you had such ambitions.“
“You didn’t know a lot about me,” said Mrs. Beautiful shortly, “People change, learn from it and you don’t notice it. Or they have big dreams and plans and keep them to themselves because they are afraid that they will be broken. Often there is simply a lack of trust. „
„And also, a little daring,“ added Mr. Dr. Beautiful to add. With that he hugged his wife and said very softly, „I love you.“ And when he listened to the sound of the words he hadn’t spoken in a long time, he knew that it was right, as well.

weiterlesen

„Das ist wunderbar“, erwiderte Hr. Dr. Schön, „Ich hatte nie gewusst, dass Du solche Ambitionen hast.“
„Du hast viel von mir nicht gewusst“, sagte Fr. Schön knapp, „Menschen verändern sich, lernen dazu und man merkt es nicht. Oder sie haben große Träume und Pläne und behalten sie für sich, weil sie Angst haben, dass man sie ihnen kaputt macht. Oft fehlt einfach das Vertrauen.“
„Und auch ein wenig Wagemut“, fügte Hr. Dr. Schön hinzu. Damit schloss er seine Frau in die Arme und sagte ganz leise, „Ich liebe Dich.“ Und als er dem Klang der Worte, die er so lange nicht mehr ausgesprochen hatte, nachhörte, wusste er, dass es richtig war, genauso.
„Herr und Frau Brügge“, richtete sich nun Fr. Ehrgeizig an das Ehepaar, „Wir haben einen Fehler gemacht und offenbar nicht nachgedacht. Wir sind seit vielen Jahren in dem Geschäft und man lernt mit der Zeit, dass es keine Ethik und keine Moral in der Geschäftswelt gibt. Mit Ihrer ethischen Einstellung waren wir schlicht überfordert. Deshalb möchten wir Sie bitten, uns noch eine Chance zu geben. Dann wird sich zeigen, ob eine Zusammenarbeit möglich ist oder nicht.“ Kurz sah Fr. Brügge ihren Mann an, um dann zu erklären.
„Nun, dann setzen Sie sich und probieren einfach unsere Produkte, dann werden wir weitersehen“, was sich Hr. und Fr. Ehrgeizig nicht zwei Mal sagen ließen.

weiterlesen

The small group, consisting of Amanda and Waldemar Ambitious, Hartmut Beautiful and Verena Hardworking, who still carried little Jimmy in her arms, started to move. Lisa was amazed when she opened the door when she rang the bell.
„May we come in?“ Asked Ms. Hardworking, who had taken the lead and thus reinforced the impression of a procession.
„Yes, of course,“ said Lisa, who did not understand what was going on, but did not want to stand in the way of upcoming events, because there were changes in the air that was almost palpable. With this, Lisa led the newcomers to the terrace. All around was introduced and shaken hands. But the first reactions were not only positive.
„What do they want here?“, hissed Marie-Luise Brügge to her husband.
„Let’s wait and see,“ he said calmly.

weiterlesen

Der kleine Trupp, bestehend aus Amanda und Waldemar Ehrgeizig, Hartmut Schön und Verena Fleißig, die den kleinen Jimmy immer noch auf den Armen trug, setzte sich in Bewegung. Lisa staunte nicht schlecht, als sie auf ihr Klingeln hin die Türe öffnete.
„Dürfen wir hereinkommen?“, fragte Fr. Fleißig, die sich an die Spitze gesetzt hatte und damit den Eindruck einer Prozession noch verstärkte.
„Ja, natürlich“, meinte Lisa, die zwar nicht verstand, was da vor sich ging, sich aber den kommenden Ereignissen nicht in den Weg stellen wollte, denn dass da Veränderungen in der Luft lagen, das war beinahe mit Händen zu greifen. Damit führte Lisa die Neuankömmlinge auf die Terrasse. Rundum wurde vorgestellt und Hände geschüttelt. Doch die ersten Reaktionen waren nicht nur positiv.
„Was wollen die denn hier?“, zischte Marie-Luise Brügge ihrem Mann zu.
„Warten wir es ab“, zeigte sich dieser gelassen.

weiterlesen

„Do you know what?“, Dr. Beautiful finally broke the silence, whereupon his hosts looked at him in confusion, „You now have two options, to sit here and blow tribulation or to think about your basic ethical orientation. And if you think that you want to change it, you can go over to these alternatives and get the order back or, if everything fits for you as it is, look for customers who don’t want anything else but all make a lot of money quickly, regardless of anyone.“
„The right person is talking,“ finally found Mr. Ambitious his language again, „Don’t you live from the misfortune of others, from this delusion of having to look ever more beautiful and younger, so that this thought dominates all of life? Isn’t it you who condemns your own wife to be perfection in person, at least externally and who probably doesn’t care what she looks like? You have to ramble about basic ethical orientation.“

weiterlesen

„Wissen Sie was?“, durchbrach Hr. Dr. Schön endlich das Schweigen, woraufhin ihn seine Gastgeber*innen verdutzt ansahen, „Sie haben jetzt zwei Möglichkeiten, hier sitzen und Trübsal blasen oder über ihre ethische Grundorientierung nachdenken. Und wenn Sie meinen, dass Sie diese zu ändern wünschen, dann können Sie hinübergehen zu diesen Alternativen und sich den Auftrag zurückholen oder, wenn für Sie alles so passt wie es ist, sich Kund*innen suchen, die auch nichts anderes wollen, als ganz schnell ganz viel Geld zu verdienen, ohne Rücksicht auf irgendjemanden.“

„Da redet der Richtige“, fand nun endlich Hr. Ehrgeizig seine Sprache wieder, „Leben Sie nicht auch vom Unglück anderer, von diesem Wahn, immer schöner und jünger aussehen zu müssen, so dass dieser Gedanke das ganze Leben beherrscht? Sind nicht Sie es, der seine eigene Frau dazu verdammt die Perfektion in Person sein zu müssen, zumindest äußerlich und dem es wahrscheinlich ziemlich egal ist, wie es in ihr aussieht? Sie haben es notwendig von ethischer Grundorientierung zu schwafeln.“

weiterlesen
%d Bloggern gefällt das: