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Life is too short for boring stories

I’ve never been more aware of it than now that you’re not here, you’re not there for a long time. Sure, everything was discussed. The job that takes you abroad is a great opportunity for you. No, more, it is „the“ opportunity for you and because that is the case, I encouraged you, almost urged you to accept it. „I’ll be gone a long time,“ you said. „How long?“ I asked immediately. „About six months,“ you replied. „What’s six months compared to all the life that lies ahead of us,“ I countered, because we always assume there’s so much life ahead of us. I consoled myself, it’s only been a few months. There’s enough to do. Also, for the distraction.

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Niemals war es mir so sehr bewusst, als jetzt, da Du nicht da bist, für lange Zeit nicht da bist. Sicher, es war alles besprochen. Der Auftrag, der Dich ins Ausland verschlägt, ist eine große Chance für Dich. Nein, mehr, es ist „die“ Chance für Dich und weil dem so ist, habe ich Dich bestärkt, ja fast schon bedrängt, ihn anzunehmen. „Ich werde lange weg sein“, sagtest Du. „Wie lange?“, fragte ich postwendend. „Rund sechs Monate“, erwidertest Du. „Was sind schon sechs Monate, im Vergleich zu all dem Leben, das noch vor uns liegt“, entgegnete ich, weil wir immer davon ausgehen, dass noch so viel Leben vor uns liegt. Ich tröstete mich, es sind doch nur ein paar Monate. Es gibt genug zu tun. Auch für die Ablenkung.

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Buzz awoke to the first rays of sunshine tickling his nose. It flashed through him like lightning when he remembered how urgently Kukka had asked him to come home the day before. It must have been something really important she had to say to him because it was the first time she had asked him not to be late with such intensity. But then he got lost in designing the house that was going to be his best, so that he completely forgot about the time and slept right on the site. Of course he could have worked less. His clients wanted a house from him that was close to nature, authentic and autonomous, in which only natural materials were used, clay, brick, hemp, sustainable and down-to-earth. However, it didn’t matter if it was finished a few weeks later or earlier. If he accepted a project, it was only because it presented a challenge to him. After all, he could choose. It should be unique. And this was his masterpiece. But he had forgotten about Kukka. Normally he would have just shrugged and got on with his work, but something was troubling him. So he went home anyway.

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Buzz erwachte, als ihn die ersten Sonnenstrahlen an der Nase kitzelten. Es durchzuckte ihn wie ein Blitz, als er sich daran erinnerte, wie eindringlich ihn Kukka am Vortag gebeten hatte, nach Hause zu kommen. Es musste etwas wirklich Wichtiges gewesen sein, was sie ihm zu sagen hatte, denn es war das erste Mal, dass sie ihn mit solch einer Intensität gebeten hatte, nicht zu spät zu kommen. Doch dann war er versunken, in der Ausgestaltung des Hauses, das sein bestes werden sollte, so dass er die Zeit völlig vergessen hatte und gleich auf der Baustelle übernachtet hatte. Natürlich hätte er auch weniger arbeiten können. Seine Auftraggeber*innen wollten ein Haus von ihm, naturverbunden, authentisch und autonom, bei dem ausschließlich Naturmaterialien verwendet wurden, Lehm, Ziegel, Hanf, nachhaltig und bodenständig. Es spielte jedoch keine Rolle, ob es ein paar Wochen später oder früher fertig wurde. Wenn er ein Projekt annahm, dann nur, weil es für ihn eine Herausforderung darstellte. Schließlich konnte er es sich aussuchen. Einzigartig sollte es sein. Und dieses hier war sein Meisterwerk. Aber darüber hatte er Kukka vergessen. Normalerweise hätte er einfach die Schultern gezuckt und weitergearbeitet, doch irgendetwas beunruhigte ihn. Deshalb fuhr er trotzdem nach Hause.

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Der Weg vom Hören zum Verstehen, vom Sehen zum Wahrnehmen, von mir zu Dir ist oftmals verstellt durch unnötige Dinge. Fastenzeit, eine Zeit des Verzichts, auch auf die Dinge, die im Wege stehen, damit der Blick auf Dich hin wieder frei wird, hin zu Verstehen und Annahme. Vierzig Geschichten durch die Fastenzeit, beginnend mit der Reinigung der großen Flut, hin zu Ostern, dem Durchgang durch die größte Verlassenheit zu einer Auferstehung in ein neues, ungetrübtes Dasein.Thematisch beginnend mit der „Adventreise ins Miteinander“ wird diese in diesem Buch als Begleiter durch die Fasten- und Osterzeit fortgesetzt.

Hier kannst Du die Episode „Buchvorstellung: Osterreise ins Miteinander“ hören.

Hier kannst Du das Buch bestellen.

Kukka was tired, so very tired. She had waited a long time, but he had not come. The candles she had placed on the lovingly and carefully laid table had long since burned down. But he had promised. „No, this time I’ll be home on time if it’s that important to you,“ he had said. And she had believed him. He must have been there for months – or maybe even years? – always came much later than he had announced. „Today it’s not late,“ he then announced when saying goodbye, or „Today I’ll stay at home, and we’ll do something“. He hadn’t said the latter for a very long time. The last time he could see her sadness. Then he’d lost sight, even for that. Actually, he had lost himself, in his work, in his creativity, but also the attraction of making money. Eventually she gave up. If he was there, he was there, if not, then not. After all, they had vowed never to restrict each other’s freedom. Back when it was different. But what actually happened? Where had she lost him or was he lost to himself? The first years were so beautiful and carefree, full of togetherness and joy, filled with the dream of a life full of love.

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Kukka war müde, so sehr müde. Sie hatte lange gewartet, doch er war nicht gekommen. Die Kerzen, die sie auf den liebevoll und sorgfältig gedeckten Tisch gestellt hatte, waren längst heruntergebrannt. Dabei hatte er es versprochen. „Nein, diesmal werde ich pünktlich zu Hause sein, wenn es Dir so wichtig ist“, hatte er gesagt. Und sie hatte ihm geglaubt. Er war wohl schon seit Monaten – oder waren es vielleicht gar schon Jahre? – immer wieder viel später gekommen, als er angekündigt hatte. „Heute wird es nicht spät“, hatte er dann bei der Verabschiedung verkündet, oder „An diesem Tag bleibe ich zu Hause und wir unternehmen etwas“. Letzteres hatte er schon sehr lange nicht mehr gesagt. Das letzte Mal, als er ihre Traurigkeit noch hatte sehen können. Dann hatte er den Blick verloren, selbst dafür. Eigentlich hatte er sich selbst verloren, in seiner Arbeit, in seiner Schaffenskraft, aber auch den Reiz, Geld zu verdienen. Irgendwann hatte sie es aufgegeben. Wenn er da war, war er da, wenn nicht, dann nicht. Schließlich hatten sie sich geschworen, niemals die Freiheit des Anderen zu beschränken. Damals, als es noch anders war. Doch was war eigentlich geschehen? Wo hatte sie ihn verloren oder war er sich verloren gegangen? Dabei waren die ersten Jahre so wunderschön und unbeschwert, voller Gemeinsamkeit und Freude, erfüllt von dem Traum eines Lebens voller Liebe.

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In den letzten Jahren wird der Begriff „Freiheit“ überstrapaziert. Dabei ist auffällig, dass überall Freiheit, meine Freiheit, eingefordert wird, aber nirgendwo von Verantwortung oder der Freiheit bzw. deren Beschneidung durch die völlige Ausnutzung meiner angeblichen Freiheit, die Rede ist. Doch wie viel Freiheit steht mir zu? Wieviel Freiheit steht Dir zu? Lässt sich das tatsächlich ermessen oder brauche wir wieder einmal eine Autorität, die das entscheidet?

Hier kannst Du die Episode „Freiheit“ hören.

Now that they, Diana and Kendra, had found each other, there was nothing pressing. Kendra had actually spent the night in a youth hostel. „She knows how to help herself when it matters most,“ thought Diana. Of course, she was aware that she should have reproached her daughter, but after describing her journey in great detail, including her fear and desperation when she suddenly found herself all alone, Diana was convinced that that was punishment enough. Maybe, Diana thought, she hadn’t paid enough attention to Kendra. That’s why they strolled through the city all afternoon, went to eat and to the sea, chatted and laughed and were happy just to be together. They didn’t leave until evening. On the way through Italy they stayed in a motel. The next morning, they drove on, made a stopover in Genoa and Milan, so they only returned at night. It had been a long time since she had spent so much time alone with her daughter.

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Nun, da sie, Diana und Kendra, einander gefunden hatten, gab es nichts was drängte. Kendra hatte die Nacht tatsächlich in einer Jugendherberge verbracht. „Sie weiß sich schon zu helfen, wenn es darauf ankam“, dachte Diana. Natürlich, sie war sich bewusst, dass sie ihrer Tochter hätte Vorhaltungen machen müssen, aber nachdem sie ihre Reise in allen Einzelheiten beschrieben hatte, auch ihre Angst und Verzweiflung, als sie sich plötzlich mutterseelenalleine wiederfand, war Diana überzeugt, dass das wohl Strafe genug war. Vielleicht, so überlegte Diana, hatte sie Kendra zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Deshalb flanierten sie noch durch die Stadt, den ganzen Nachmittag, gingen essen und zum Meer, plauderten und lachten und waren froh, einfach zusammen zu sein. Erst gegen Abend brachen sie auf. Auf dem Weg durch Italien übernachteten sie in einem Motel. Am nächsten Morgen fuhren sie weiter, machten noch einen Zwischenstopp in Genua und Mailand, so dass sie erst in der Nacht zurückkehrten. Es war lange her gewesen, dass sie so viel Zeit alleine mit ihrer Tochter verbracht hatte.

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