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Life is too short for boring stories

Dr. Stephan Heidinger, seines Zeichens führender Manager eines internationalen IT-Konzerns, saß angespannt am Lenkrad seines Wagens und verfluchte seine Frau, denn wegen ihrer kleinen Pläne hatte er heute einfach alles so liegen und stehen lassen müssen, um ihre gemeinsame Tochter vom Kindergarten abzuholen. Natürlich war es in Ordnung, dass seine Frau arbeiten ging, doch nur während der Zeit, in der die Tochter im Kindergarten war. Schließlich hatten sie einen Deal: Er verdient das große Geld und sie kümmert sich um die Kleine. Arbeiten ja, aber nur, wenn es nicht auf Kosten der Kleinen ging. Das hatte er ganz klar festgestellt. Und wer hielt sich jetzt nicht daran? Seine liebe Frau. Natürlich, sie hatte es ihm plausibel erklärt. Sie bekäme die Chance in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten, darüber hinaus mehr zu verdienen und dennoch mehr zu Hause zu sein, weil sie vieles vom Home Office aus erledigen könne. Nur dieses Vorstellungsgespräch, das ginge terminlich nicht anders. Natürlich hatte er großmütig zugesagt, dass er schon mal die Kleine übernehmen würde, wenn seine Frau Unterstützung bräuchte. Aber er hätte doch nicht im Traum daran gedacht, dass sie das auch in Anspruch nehmen würde. Aber jetzt hatte sie es getan, und er musste in den Kindergarten.

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Dr. Stephan Heidinger, the leading manager of an international IT group, sat tense at the steering wheel of his car and cursed his wife, because of her small plans he had to leave everything behind today to pick up their daughter from kindergarden. It was okay for his wife to go to work, of course, but only while the daughter was in kindergarten. Finally, they had a deal: he makes the big bucks and she takes care of the little one. Yes, work, but only if it wasn’t at the expense of the little ones. He had made that very clear. And who was not doing it now? His dear wife. Of course, she had made it plausible to him. She would get the chance to work in the profession she has learned, earn more and still be more at home because she can do a lot from her home office. Only this interview, there would be no other schedule. Of course, he had generously promised that he would take over the little one if his wife needed support. But he wouldn’t have dreamed that she would take it up too. But now she had, and he had to go to kindergarten.

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„Du bist die schönste Rose, die ich je gesehen habe.“

„Ich bin nichts Besonderes, einfach nur eine Rose unter vielen anderen.“

„Du bist auch eine von denen, die den „Kleinen Prinzen“ nicht gelesen haben, aber egal, ich sage, Du bist eine ganz besondere Rose unter all den anderen. Auch wenn man glaubt, ihr seht alle gleich aus, nein, Du bist die eine Rose unter all den anderen, die eine ganz Besondere, auf die ich acht haben werde.“

„Warum gerade ich?“

„Weil ich Dich auserkoren habe. Du hast mich angesprochen, mich berührt, angerührt, und Du bist meine Rose, die schönste unter all den anderen, die Besondere, meine Rose.“

„Warum gerade ich?“

„Hast Du das nicht gerade eben schon mal gefragt? Habe ich es nicht gerade beantwortet?“

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„You are the most beautiful rose I have ever seen.“

„I’m nothing special, just one rose among many others.“

“You are also one of those who haven’t read the ‘Little Prince’, but whatever, I say, you are a very special rose among all the others. Even if you think you all look the same, no, you are the one rose among all the others, the very special one that I will look out for.“

„Why me?“

“Because I chose you. You spoke to me, touched me, and you are my rose, the most beautiful of all the others, the special one, my rose.“

„Why me?“

„Haven’t you just asked that before? Didn’t I just answer it?“

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“You are a little raisin. You look like you are very cute, but cold.“

“I’m not a raisin. I am a grape.“

“Small, shriveled grapes are called raisins. It is the custom all over the country, up and down the country. Ask who you want everyone will say that you are a raisin.“

“I would be a raisin if I were not here by the vine, but in a packet with many other raisins, to be eaten in order to still have some use. But as long as I hang here I am a grape, albeit a forgotten one, as I am slowly inclined to believe. Many have already told me, but I didn’t want to believe it.“

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„Du bist eine kleine Rosine. Du siehst aus, als wärst Du sehr süß, aber kalt.“

„Ich bin keine Rosine. Ich bin eine Weintraube.“

„Kleine, verschrumpelte Weintrauben nennt man nun mal Rosinen. So ist es Brauch im ganzen Lande, landauf, landab. Frag wen Du willst. Jeder wird sagen, dass Du eine Rosine bist.“

„Eine Rosine wäre ich dann, wenn ich nicht hier am Weinstock, sondern in einem Päckchen wäre mit vielen anderen Rosinen, um gegessen zu werden, um noch irgendeinen Nutzen zu haben. Aber so lange ich hier hänge bin ich eine Weintraube, wenn auch eine vergessene, wie ich langsam geneigt bin zu glauben. Gesagt haben mir es schon viele, aber glauben wollte ich es nicht.“

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„Ich hatte letzte Nacht einen Traum, aber ich bin mir nicht sicher ob es ein Traum war.“

„Wie kann man sich nicht sicher sein ob es ein Traum war? Du hast geschlafen und erlebtest etwas, was nicht real geschah. Das ist wohl ein Traum.“

„Woher soll ich das wissen ob ich schlafe, wenn ich schlafe. Es hat schon etwas Seelenloses und Beängstigendes, das Schlafen. Man ist dabei, man erlebt Dinge, und doch weiß man nicht ob man wirklich dabei ist oder nicht. Nein, richtiger wäre zu sagen, ich bin dabei, ich erlebe Dinge, und doch weiß ich nicht ob ich wirklich dabei bin oder nicht.“

„Aber ich nehme an, Du wolltest mir von dem Traum erzählen?“

„Nein, das wollte ich nicht! Wie kommst Du darauf?“

„Weil, wenn jemand anfängt mit den Worten, ich hatte letzte Nacht einen Traum, dann ist das quasi die Einleitung zur Erzählung des Traumes, novellenartig angelegt. Wie viele Leute doch Novellen erzählen ohne es zu wissen.“

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„I had a dream last night, but I’m not sure if it was a dream.“

“How can you not be sure if it was a dream? You slept and experienced something that didn’t actually happen. That is probably a dream.“

„How should I know if I’m sleeping when I’m sleeping. There is something soulless and frightening about sleeping. You are there, you experience things, and yet you don’t know whether you are really there or not. No, it would be more correct to say, I’m in, I experience things, and yet I don’t know whether I’m really there or not.“

„But I suppose you wanted to tell me about the dream?“

“No, I didn’t want that! What makes you think that?“

“Because if someone starts with the words, I had a dream last night, then that’s kind of the introduction to the story of the dream, like a novella. How many people tell novellas without knowing it.“

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It has only been a few months since she celebrated her birthday with her family, her 86th birthday. They had all come, the children and children-in-law, the grandchildren and great-grandchildren. She was happy to have them around. Maybe it wasn’t going as fast as it used to be, but she could still take care of herself. Going shopping, cooking, keeping the apartment tidy, it was all possible. Then she broke her leg and things went very quickly from there. She could no longer walk or use her hands. They just didn’t want to anymore. Suddenly she could no longer eat, cook or go to the toilet, which was taken for granted until then. In the end, language also failed her. Where was she, her family? No, nobody had time to take care of them. So she came to the nursing home.

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Erst wenige Monate ist es her, dass sie im Kreis ihrer Familie Geburtstag gefeiert hatte, ihren 86. Geburtstag. Alle waren sie gekommen, die Kinder und Schwiegerkinder, die Enkel und Urenkel. Sie freute sich, sie um sich zu haben. Vielleicht ging es nicht mehr so schnell wie früher, aber sie konnte noch für sich sorgen. Einkaufen gehen, kochen, die Wohnung in Ordnung halten, das war alles möglich. Dann hatte sie sich das Bein gebrochen, und von da an ging es sehr schnell. Sie konnte nicht mehr gehen, auch nicht die Hände benutzen. Sie wollten einfach nicht mehr. Plötzlich konnte sie nicht mehr, was bis dahin selbstverständlich war, essen, kochen, aufs Klo gehen. Zuletzt versagte ihr auch noch die Sprache den Dienst. Wo war sie, ihre Familie? Nein, keiner hatte Zeit sich um sie zu kümmern. So kam sie in das Pflegeheim.

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