A ring stifles feminism

Lisa is freshly in love. There is nothing wrong with this. It is certainly not dishonorable. But at least strange. After I can name Lisa my closest girlfriend, I can definitely judge that. But it is not just Lisa. There is probably no woman in the world who is spared from it. So far it has amused me, where it should be sad. It’s always the same. It begins with the infatuation. No, in order to really understand the phenomenon, I must go further. The initial situation plays an important role.
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Ein Ring erstickt den Feminismus

Lisa ist frisch verliebt. Daran gibt es nichts auszusetzen. Ehrenrührig ist es schon gar nicht. Aber zumindest sonderbar. Nachdem ich Lisa meine engste Freundin nennen darf, kann ich das durchaus beurteilen. Doch nicht nur Lisa passiert es. Wahrscheinlich gibt es keine Frau auf der Welt, die davon verschont bleibt. Bisher hat es mich amüsiert, wo es mich doch traurig stimmen sollte. Es ist immer das Gleiche. Es beginnt mit der Verliebtheit. Nein, um das Phänomen wirklich verstehen zu können, muss ich weiter ausholen. Denn die Ausgangssituation spielt durchaus eine Rolle.

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Seeing touches

In Cooperation with VASA Journal on Images and Culture, Images @Roberto Muffoletto

 

Introduction

 

Seeing was first (see part one). It makes the space manageable, opens up directions and possibilities. The world is no longer simply a whole that is as it is, but it is fragmented into many small, handy parts. These parts are the overview, the rest is what is overlooked. It does not matter. We need to focus because otherwise we are lost in the whole. The part which we overlook, and which thus delimits from the part which we overlook, is the covetous and the animated. We move into what is seen (see part two), and when we reach the limits, we take up a new part and leave the old, leaving it to ourselves and the insignificance. The part we see in which we move is the part that touches us. Little children feel what they see. They reach and touch, approach the seen with the skin, our greatest sense organ, and let themselves be touched. If we do not touch any more, let us not touch each other, we are lost, in seeing movement, in moving seeing. It remains incomplete. In addition to the visual occurs the haptic moment. Over time, we lose it, or we let it take us away, because „we“ are told, „look is just with the eyes”. In doing so, let us take the reference to the given, let us separate and isolate. Not to grasp is no longer to be understood, and thus forms a cause which leads to the indifference of modern man. Unconsciousness is homeless, for seeing is collected and underlined by the step of conquest. Like a sword between me and the visible. Only the touch heals the separated and makes it part of my life-reality, yes, at least a part of a vitality. Weiterlesen „Seeing touches“

Sehen berührt

In Kooperation mit VASA Journal on Images and Culture, Bilder @Roberto Muffoletto

Einführung

Sehen war zuerst (siehe Teil eins). Es macht den Platz überschaubar, öffnet Richtungen und Möglichkeiten. Die Welt ist nicht mehr nur ein Ganzes, wie sie ist, sondern sie ist in viele kleine, handliche Teile zersplittert. Diese Teile sind die Übersicht, der Rest ist, was übersehen wird. Es spielt keine Rolle. Wir müssen uns konzentrieren, sonst sind wir im Ganzen verloren. Der Teil, den wir übersehen, und der also von dem Teil abgrenzt, den wir übersehen, ist der Einzige und Belebte. Wir gehen hinein in das, was gesehen wird (siehe Teil zwei), und wenn wir die Grenzen erreichen, nehmen wir einen neuen Teil auf und lassen den alten und lassen ihn für uns und die Bedeutungslosigkeit. Der Teil, den wir sehen, in dem wir uns bewegen, ist der Teil, der uns berührt. Kleine Kinder fühlen, was sie sehen. Sie erreichen und berühren, nähern sich dem Gesehenen mit der Haut, unserem größten Sinnesorgan und lassen sich berühren. Wenn wir uns nicht mehr berühren, so werden wir nicht mehr berührt, wir sind verloren, wenn wir die Bewegung sehen, wenn wir uns bewegen. Es bleibt unvollständig. Neben dem visuellen tritt der haptische Moment auf. Im Laufe der Zeit verlieren wir es, oder wir lassen es uns wegnehmen, denn „wir“ werden gesagt, „schauen tut man nur mit den Augen“. Dabei nehmen wir den Hinweis auf das gegebene, lassen sie uns trennen und isolieren. Nicht zu begreifen ist nicht mehr zu verstehen und bildet so eine Ursache, die zur Gleichgültigkeit des modernen Menschen führt. Das Bewusstsein ist obdachlos, denn das Sehen wird gesammelt und unterstrichen durch den Schritt der Eroberung, wie ein Schwert zwischen mir und dem Sichtbaren die Berührung heilt die Trennungen und macht es Teil meiner Lebenswirklichkeit, ja, zumindest ein Teil einer Vitalität.
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Forever

I sat on my footbridge. As always, I sat on my jetty when you came. I was sunk in a confused thought-box, so much so that I did not hear you coming, at first. Only when you were quietly behind me and put your hands on my shoulders, I was startled. My Love, the one who made me leave and let go into my own being, you were there. I leaned my head against your shoulder, letting me rest in your arm.
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Für immer

Ich saß auf meinem Steg. Wie immer saß ich auf meinem Steg, als Du kamst. Ich war versunken, in einem wirren Gedankenknäuel, so sehr, dass ich Dich nicht kommen hörte, zunächst. Erst als Du Dich leise hinter mir niederließt und Deine Hände auf meine Schultern legtest, da schreckte ich auf. Meine Liebe, die, die mich sein ließ und lässt und in mein Eigen-sein entließ, Du warst da. Ich lehnte meinen Kopf gegen Deine Schulter, ließ mich in Deinem Arm geborgen sein.

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The conclusion

The flowers faded, as always, as time and time again. I had finished my thought and born him in pain, here on my black chair. Time had eaten at him, as I was, but he stood. I had watched you, constantly watching you, while the flowers were blooming and fading, while the summer came and went. Everything was as always, quiet and uninhibited, really uninspired, just as the single life, which left neither traces of snow nor the sand, for fresh snow falls on it and the wind blows away. Perhaps they still remain a little in you, my tracks, a little, until even here time passes them, until nothing remains of this one, small, unimpressive life. And the moment came when I looked up and saw you no longer.
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Der Abschluss

Die Blumen verblühten, wie immer, wie immer und immer wieder. Ich hatte meinen Gedanken fertig gefügt und ihn unter Schmerzen geboren, hier auf meinem schwarzen Stuhl. Die Zeit hatte an ihm gezehrt, wie an mir, doch er stand. Ich hatte Dir zugesehen, Dich unablässig tätig gesehen, während die Blumen blühten und verblühten, während der Sommer kam und ging. Alles war wie immer, ruhig und belanglos, eigentlich belanglos, so wie das einzelne Leben, das weder im Schnee noch im Sand Spuren hinterläßt, denn frischer Schnee fällt darauf und der Wind verweht die Spuren. Vielleicht bleiben sie noch ein wenig in Dir, meine Spuren, ein wenig, bis auch hier die Zeit sie verweht, bis nichts mehr bleibt von diesem einen, kleinen, belanglosen Leben. Und es kam der Moment, da ich aufblickte und Dich nicht mehr sah.

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The touch

You were with me when I came back to me. I do not know how long you had knelt next to me, first in the snow, still kneeling as the snow thawed, still kneeling as the meadow blossomed again, new, virginal and untouched. Again and again it becomes new, and even innocence can be recovered. You kneel beside me when I came back to me, and your hands lay idle in your lap. I had never seen you so, calmly and consciously, looking into an unknown distance. How I would have liked to have seen you so soon, to be able to see you, just look, without you would have gone away from my watching you right again. I did not know if you had registered my coming to me at all, because your eyes remained fixed in the distance.
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Die Berührung

Du warst bei mir als ich wieder zu mir kam. Ich weiß nicht wie lange Du da so neben mir gekniet hattest, zuerst im Schnee, knietest noch als der Schnee taute, knietest noch als die Wiese neu erblühte, aufs Neue, jungfräulich und unberührt. Immer wieder wird es neu, und selbst die Unschuld kann wiedererlangt werden. Du knietest neben mir, als ich wieder zu mir kam, und Deine Hände lagen untätig in Deinem Schoß. Ich hatte Dich noch niemals so gesehen, ruhig und bewusst, den Blick in eine unbekannte Ferne gerichtet. Wie gerne hätte ich Dich schon früher so gesehen, um Dich ansehen zu können, einfach nur ansehen, ohne dass Du Dich meinem Dich-ansehen gleich wieder entwunden hättest. Ich wusste nicht ob Du mein Zu-mir-Kommen überhaupt registriert hattest, denn ungebrochen blieb Dein Blick in der Ferne verhaftet.

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