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Life is too short for boring stories

Herausforderungen sind dazu da, gemeistert zu werden. Davon bin ich überzeugt. Außerdem lasse ich mir nichts vorschreiben. Wozu sollte man schließlich erwachsen werden, nur um sich bloß wieder Vorgaben machen lassen zu müssen. Nein, damit kann ich gar nicht leben. Ich habe es Dir erklärt, von Anfang an. Wenn ich etwas machen will, dann mache ich es auch. Es kann schon sein, dass Du es für dumm, unüberlegt, gefährlich oder sonst etwas hältst, aber das ist mir ganz egal. Geh damit um oder lass es, mehr gibt es dazu von meiner Seite nicht zu sagen. Warum auch? Ich bin unabhängig und muss mich vor niemandem rechtfertigen, schon gar nicht vor Dir. Wo kämen wir da auch hin, wenn wir das voneinander verlangen würden. Wir sind schließlich eigenständige, reflektierte, aufgeklärte Persönlichkeiten, die selbst wissen müssen was sie tun. Das war meine Vorgabe und Du hast sie akzeptiert, wohl auch, weil Du eigentlich keine Wahl hattest, unter der Voraussetzung, dass Du bei mir bleiben wolltest. Und aus mir damals völlig unerfindlichen Gründen wolltest Du das tatsächlich. Ich habe Dir dieses Wollen so schwer wie möglich gemacht. Eine große Herausforderung, vor allem an Deine Zuneigung zu mir.

Was ich ankündigte, machte ich auch, wann und wo und wie ich es wollte. Natürlich erzählte ich Dir davon, ich duldete keine Einwände. Dabei versuchtest Du nichts weiter als mir zu sagen, dass es vielleicht einfacher ginge oder anders zielführender wäre. Das verstand ich nicht. Denn ich sah nur, was ich sehen wollte, und das war die Kritik. Es war keine Kritik, sondern ein wohlwollendes Begleiten und Unterstützen. Wie ich nun weiß, aber damals nicht. Du hast es akzeptiert, bist einen Schritt zurückgetreten und hast mich machen lassen. Du warst sicher, ich würde noch draufkommen, dass es leichter ginge. Aber Du kanntest mich auch gut genug, dass Du annahmst, ich müsse selber draufkommen. Ich glaubte nur, was ich selbst herausfand. Und so liest Du mich fuhrwerken, wie ich wollte. Bis ich draufkam. Du hättest es mir vorhalten können, aber Du tatst es nicht. Eine große Herausforderung, vor allem an Deine Zuneigung zu mir.

Eines Tages sagtest Du zu mir, dass Du Dich um mich sorgst, wenn ich so wagemutig und draufgängerisch agierte, als hätte ich tatsächlich 14 Schutzengel und sieben Leben. Und ich entgegnete, dass Du nichts anderes beabsichtigtest als mich emotional unter Druck zu setzen, weil Dir einfach nicht passte was ich machte oder wie ich es machte. Du nanntest es Sorge, ich sah nur die Einschränkung. Denn was sollte mir schon passieren. Noch nie war mir was passiert und es würde auch nie sein. Ich wäre schließlich unverwundbar, und das war bis zu der einen Nacht, da Du nicht nach Hause kamst und auch nicht erreichbar warst. Ich war stundenlang im Unklaren was mit Dir war. Erst als Du in den frühen Morgenstunden wiederkamst, ich einfach erleichtert war, Dich wohlbehalten in die Arme schließen zu können, da wurde mir zum ersten Mal klar, dass Sorge einfach Sorge sein konnte, ohne emotionalen Druck. Du hättest sagen können, endlich hast Du es begriffen. Du tatst es nicht. Aber ich hatte begriffen, dass ich eine große Herausforderung war, vor allem an Deine Zuneigung zu mir.

Und als ich endlich begriffen hatte, dass es tatsächlich so war, dass Du mich nahmst wie ich eben gerade war, in dem Moment, einfach so, dass es notwendig war, dass Du es mir immer und immer wieder beweisen musstest, da mir endlich klar wurde, dass Deine Sorge eine ehrliche war und nicht kalkuliert, da ich mich endlich mit dem Gedanken aussöhnen konnte, dass es tatsächlich jemanden gab, der mit mir als Herausforderung fertig wurde, da konnte ich es lassen, es ständig einzufordern und einfach anzunehmen, dass Du mir zugetan warst, einfach so, und wohl noch viel leichter ohne eine Herausforderung zu sein, denn das Leben stellt selbst Herausforderungen genug.

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