Zum 65. Jahrestag des Sieges in der Schweinebucht am 19. April 1961
Es ist der 17. April 1961, 03:00 Uhr morgens, als die Angriffe beginnen. Angriffe, um die Verteidigung der Insel, die jetzt seit zwei Jahren rot ist, für das kapitalistische System zurückzugewinnen. Von Menschen, die sehr gut gelebt haben unter dem Diktator Fugencio Batista, als Großgrundbesitzer und allgemein Schmarotzer am kubanischen Volk, die von Fidel Castros „Bewegung des 26. Juli“ vertrieben wurden. Eine gelungene Revolution, damals, die den Sozialismus und den Menschen Zugang zu kostenloser Bildung und Gesundheitsversorgung brachte, das Land denen gab, die es tatsächlich bewirtschafteten. Land, das an die Wohlhabenden verteilt worden waren. Natürlich fühlen sie sich um ihr Leben betrogen, als sie teilen mussten von dem, was ihnen sowieso nie rechtmäßig gehörte. Dennoch hatten sie es geglaubt. So wie im Rest von Lateinamerika und auch in vielen Teilen der Welt, denn wie steht geschrieben: „Wer hat, dem wird gegeben“, auch Einfluss und Macht. Die mit dem 01. Januar 1959 nach Florida Geflüchteten, die kehrten zurück, im Morgengrauen am Land, als die Invasionstruppen an der Schweinebucht, der Bahia de Chochinos, eintrafen, mit dem Morgengrauen rund um 6:00 auch aus der Luft. Und sie kamen nicht als Touristen.
„Die Helden der Schweinebucht waren Exilkubaner“, so der Titel eines Artikels in der Welt vom 19.12.2014, geschrieben offenbar von einem Menschen, der sich sehr genau mit der Geschichte auseinandergesetzt hat. Die, die er als „Helden“ bezeichnet, waren Exilkubaner, ja, die, die geflohen waren, damals nach der Revolution, weil es für sie unvorstellbar war, dass ihnen die Menschen nicht mehr dienen sollten, die Kuba versklavt und unterdrückt und über dem Leiden des Volkes, dessen Ausbeutung und Unterdrückung mit Fugencio Batista angestoßen hatten. Es war das Volk, das auf die Initialzündung wartete, gegen den imperialistischen Wahn aufzustehen, das nicht länger Frauen und Kinder den perversen Wünschen der Elite preisgeben wollte, sowohl der eigenen als auch der US-amerikanischen. Brigade 2506 nannten sie sich, die das Land wieder unterjochen wollten, einen Zustand wiederherzustellen, wie er für sie angenehm war bis zum 31.12.1958. Sie werden in dem besagten Artikel nicht nur als „Helden“, sondern gar als „Freiheitskämpfer“ bezeichnet. Doch für welche Freiheit kämpfen diese rd. 1.300 Exilkubaner, die sich von der CIA ausbilden und bewaffnen ließen? Die Operation gegen das souveräne Land stand unter der Oberaufsicht von Bobby Kennedy, dem Bruder des Mannes, der erst vor Kurzem zum Präsidenten gewählt worden war. John F. Kennedy.
Das konkrete Ziel dieses Überfalls war es, das Territorium zu erobern, um einer einzufliegenden „Gegenregierung“ die Basis zu geben, die zum Volksaufstand aufrufen sollte und die US-Armee und -Marine um Hilfe für die sog. „Befreiung“ Kubas bitten würde. Dieser Plan scheiterte, denn es gelang der kubanischen Luftwaffe, die mit „kubanischen“ Hoheitszeichen ausgestatteten US-amerikanischen Flugzeuge abzuschießen und zwei Munitionsschiffe der konterrevolutionären Paramilitärs (denn das waren sie) vor der Küste zu versenken. Als die US-Basis merkte, dass sowohl Militär als auch die lokale Bevölkerung diesen Überfall bekämpfte, zog sie sich zurück und überließ die angreifenden Exilkubaner ihrem Schicksal. So gehen die USA mit Menschen um. Sie treiben sie in eine Militäroperation und wenn sie schief geht, lassen sie sie im Stich. Das ist normal und wird nicht hinterfragt. Menschenleben zählen nicht, ganz im Gegensatz zur Einstellung des sozialistischen Kuba. Denn hätte es gestimmt, wäre das Volk tatsächlich geknechtet gewesen, unterdrückt und geknebelt, dann wäre wohl die Offensive nicht bekämpft, nicht von der Bevölkerung, sondern mit offenen Armen empfangen worden. Aber so standen sie fest auf Seiten der Revolution, denn was die US-amerikanischen Imperialisten Unterdrückung nennen, ist in Wahrheit die Befreiung aus einem knebelnden, entrechtenden Turbokapitalismus.
Die in der Welt als „Helden“ und „Freiheitskämpfer“ titulierten Angreifer waren nichts anderes als ehemalige Großgrundbesitzer, Batista-Agenten und Mafiosi, die gemeinsam mit der US-Administration eine verdiente und herbe Niederlage einsteckten. Das hielt aber den großen „Demokraten“ Kennedy und seine Nachfolger nicht davon ab, alles zu tun, die sozialistische Entwicklung Kubas zu sabotieren, durch Terrorismus, Mordanschläge, atomare Bedrohung und Blockaden. Am 19. April 1961 war der Spuk des Überfalls vorbei. Dennoch entblödet sich die USA seitdem nicht, alles zu tun, um Kuba in die Knie zu zwingen. Schließlich ist es wohl das Schlimmste, in den Augen des imperialistischen Kapitalismus, dass es eine Insel, eine im Vergleich zu den USA, kleine Insel gerade mal 150 km vor seiner eigenen Küste gibt, auf der etwas verwirklicht ist, was für den Kapitalismus undenkbar ist: Bildung für alle, Zugang zu Gesundheitsversorgung für alle und die Produktionsmittel in den Händen der Werktätigen. In Kuba war vor der Revolution der Großteil der Menschen von ausreichender Versorgung abgeschnitten. Dem stand eine korrupte Elite gegenüber, die dann zu den berühmten Exilkubanern mutierten, die sich angeblich für die Freiheit einsetzten, allerdings für ihre persönliche Freiheit, andere zu unterdrücken.
Darüber hinaus sahen die USA natürlich Kuba als Stützpunkt für die damalige Sowjetunion, quasi vor der Haustüre. Das machte ihnen Angst. Das könnte ja Schule machen. Mit dem Untergang der Sowjetunion verlor Kuba einen wichtigen Verbündeten und Unterstützer, aber sie blieben trotzdem aufrecht bei ihrem Kurs. Mit der Regierung Trump erhielten die Blockaden nochmals eine andere Qualität, eine massive Verschlechterung für Land und Leute war das Ziel. Doch mit der zunehmenden Blockade, tauchten neue Verbündete auf, wie Venezuela, Mexiko und China.
Ja, die Menschen leiden unter fehlendem Strom und fossilen Rohstoffen, von denen sie abgeschnitten wurden, leiden unter Medikamentenmangel und Versorgungsengpässen aller Art. Dennoch bleibt Kuba standhaft. Und das ist wohl die größte Schmach, die man dem ach so überlegenen, angeblich demokratischen, kapitalistischen Ländern antun kann. Denn so bleibt Kuba ein Stachel im Fleisch eines Systems, das den Großteil der Menschen arm hält, während eine verschwindende Minderheit immer reicher wird, wobei alles dafür getan wird, dass es auch so bleibt.


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