Tanz in Wort & Bild

Tanz in Wort & Bild – Alle Geschichten

Es ist mir immer ein besonderes Vergnügen, Texte beisteuern zu dürfen, wenn Bilder von Silvia Ehrenreich präsentiert werden. Spannenderweise finden wir thematisch immer sehr gut zusammen, womit ebenso ein Annähern, als auch Differenz gemeint sein kann, denn Themen werden erst spannend, zumal in der künstlerischen Auseinandersetzung, wenn man sich von verschiedenen Ausgangspunkten annähert, was allein schon deshalb gegeben ist, weil Kunst individuell ist. Das eröffnet den Rezipient*innen die Möglichkeit, verschiedene Zugänge zu erleben.

Das Thema diesmal ist Tanz. Silvia Ehrenreich reflektiert in ihrem Statement zur Werkauswahl die weltweiten Krisen und täglichen Herausforderungen der Gegenwart. Ursprünglich zur Vertreibung der Winterdämonen gedacht, hat man im Fasching die Möglichkeit, einmal im Jahr Schreckliches in den Hintergrund zu rücken, um zu feiern, Spaß zu haben und zu tanzen. Die Werkserien „swinglines“ und „swinglinedance“ sind geprägt von einer minimalistischen Tiefgründigkeit. Sie erinnern an japanische Kalligrafie oder Hieroglyphen. Ehrenreich hat ihrem Geist beim Malen oder „Schreiben“ bewusst freien Lauf gelassen, um dieses unbeschwerte Freiheitsgefühl zu vermitteln. Beinhaltet
Tanz doch Leidenschaft und Ausdruck des Lebens. Er ist nicht nur Bewegung allein, er dient als Sprachrohr der Seele und der Emotionen. Tanzen ist ein uraltes Ritual, welches vieles vergessen lässt, gute Laune erzeugt und Menschen zusammenführt. Die Bilder sollen in ihrer abstrahierten rhythmischen Bildsprache Neugierde erzeugen und eine nonverbale Konversation bewirken.

Ich habe das Vergnügen, vier verschiedene Texte beizutragen, die auch meine eigene Entwicklung nachvollziehen lassen. So befasst sich der erste, älteste Text mit der persönlichen Befreiung in der Bewegung, in dem Fall im Tanz und im letzten Text, der sich, angelehnt an das angebliche Zitat von Emma Goldman „Wenn ich nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution“, mit dem Zusammenhang von tiefgreifenden, gesellschaftlichen Veränderungen und dem Wunsch trotzdem Freude zu empfinden und diese auch zum Ausdruck zu bringen, auseinandersetzt. Emma Goldman, ihres Zeichens Anarchistin hat es so wohl nicht gesagt, aber die Geschichte, die zu dieser Verknappung führte, spielt ebenso eine Rolle, wie meine Auslegung aus der Sicht der Aktivistin. Es wird also spannend, vielleicht widersprüchlich, was nicht der harmonisierenden Ergänzung entgegenstehen muss, denn Leben ist Vielfalt und diese findet sich auf jeden Fall in diesen Ausarbeitungen.

Seid dabei am

Do., den 20. Februar 2025 um

Osteria Allora, Wallensteinplatz 5, 1200 Wien

Wir freuen uns auf Euren Besuch und einen fruchtbaren, zündenden Austausch!

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