Verkehrte Welt

Verkehrte Welt – Aktivismus

In einer Welt,
in der alles in Ordnung wäre,
würden Tiere nicht sinnlos zu Tausenden abgeschossen,
mehr noch,
nicht vorher gezüchtet,
bloß um sie totzuschießen,
aber es geschieht,
jeden Herbst
weil es ist eine verkehrte Welt.
Und das Töten wird gefördert,
das Züchten zum Aussetzen,
beklatscht und bejubelt,
während die,
die sich dagegen aussprechen,
lautstark protestieren,
im besten Fall missachtet werden
oder angefeindet
oder bedroht
denn es ist eine verkehrte Welt.

In einer Welt,
in der alles in Ordnung wäre,
würden nicht hunderte Milliarden von Tieren,
unseren Mitgeschöpfen,
gemästet, gequält, ausgebeutet und misshandelt,
in den Ställen,
den Zuchtbetrieben,
den Schlachthäusern,
aber es geschieht,
Tag für Tag,
nicht nur geduldet,
sondern erwünscht,
um unsere Gier zu befriedigen,
weil es ist eine verkehrte Welt.
Und das Misshandeln und Ausbeuten
Ist rechtlich gedeckt,
mit Gesetzen,
die darauf ausgelegt sind,
den Tieren gerade so viel Lebensraum zu geben,
dass sie nicht sofort krepieren,
sondern bis zur Schlachtreife vegetieren,
irgendwie,
abgenickt und für gut befunden,
während die,
die für eine Lebensweise eintreten,
bei der kein Tier leiden muss
beschimpft, attakiert werden
wo möglich eingesperrt,
in der Hoffnung,
sie mundtot zu machen,
denn es ist eine verkehrte Welt

In einer Welt,
in der alles in Ordnung wäre,
würden wir nicht dafür sorgen,
dass 800.000.000 Menschen hungern müssen,
und alle 13 Sekunden ein Kind unter 5 Jahren stirbt,
weil es nichts zu essen hat
während sich ein kleiner Teil
an dem nicht nur satt,
sondern fett und krank frisst,
den Darbenden und Elenden
das Land und die Lebensmittel entziehen,
aber wir kennen keine Rührung,
weil es ist eine verkehrte Welt.
Und die,
die sich dafür einsetzen,
dass das Land in den Händen der Kleinbauern bleibt,
werden hingemetzelt,
wie Ungeziefer,
von bezahlten Schergen der Industrie,
werden die,
die sich für eine gerechte Verteilung der Lebensmittel stark machen,
diskreditiert und mit haltlosen Anschuldigungen überhäuft,
mit Klagen bedroht und der Zerstörung der wirtschaftlichen Existenz,
denn es ist eine verkehrte Welt.

In einer Welt,
in der alles in Ordnung wäre,

würden wir keine Sklavendienste brauchen,
keinen Imperialismus,
der das Leben jener zerstört,
während wir uns mit Billigimporten schmücken,
deren Ressourcen ausbeuten,
um das Klima zu zerstören,
deren Folgewirkungen wieder die treffen,
die enteignet werden
und nicht die Täter*innen,
die unbeeindruckt der Folgen,
die sie verursachen,
lustig weitermachen,
weil es ist eine verkehrte Welt.
Und diejenigen,
die dafür plädieren,
die Ressourcen zu schonen,
die Menschen und ihre Länder in Ruhe zu lassen,
endlich in den hochindustriellen sog. Zivilisationen etwas selbst auf die Beine zu stellen,
ein Überdenken des Primats des wirtschaftlichen Wachstums
und der damit zwangsweise verbundenen Ausbeutung
werden diskreditiert,
als Linksextreme oder Stalinisten verteufelt,
statt den Gewinn an Menschlichkeit,
Miteinander und Schutz zu erkennen,
die es bieten würden,
denn es ist eine verkehrte Welt.

In einer Welt,
in der alles in Ordnung wäre,
würden wir nicht unsere Mitgeschöpfe einsperren,
damit sie in ihrem lebenslänglichen Gefängnisse
für unser Entertainment sorgen
oder zu grausamen Experimenten missbraucht werden,
die genauso viel Sinn haben,
wie im Regen den Garten zu gießen,
die Grausamkeit auszuleben,
in aller Freiheit,
unter dem Deckmantel
des Artenschutzes bzw. der Wissenschaft,
den Sadismus zu perfektionieren
in einer angeblich moralisch integren und gefestigten Gesellschaft.
Es geschieht,
offen und geachtet,
Tag für Tag,
weil es ist eine verkehrte Welt.
Während die,
die sich nicht beteiligen wollen,
die Grausamkeit und die Unermesslichkeit des Leides
an die Öffentlichkeit bringen
gesellschaftlich geächtet und ausgegrenzt werden,
denn es ist eine verkehrte Welt.


In einer Welt,
in der alles in Ordnung wären,
würden diejenigen
geachtet werden,
die sich für den Schutz des Lebens
der Arten und der Natur,
die Verbesserung der Lebensbedingungen aller,
aber es ist genau das Gegenteil der Fall,
weil es ist eine verkehrte Welt,
in der diejenigen hohes Ansehen genießen,
die am besten und nachhaltigsten ausbeuten,
die flächendeckend zerstören,
die foltern, morden, hungern lassen,
während sie die Verfechter*innen des guten Lebens
am liebsten vollständig auslöschen würden,
denn es ist eine verkehrte Welt.

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