Ich verweigere meine Teilnahme an Ausbeutung und Misshandlung und Zerstörung. Es ist so einfach, dass es schon fast lächerlich anmutet, denn um dies zu verweigern, ist nichts weiter notwendig, als damit zu beginnen, sich nicht vom Konsumkult einwickeln zu lassen. Konsumieren, was man braucht, wirklich braucht. Was man wirklich braucht? Was uns bereichert und beseelt, was uns zusammenführt. Auch, was zum Überleben notwendig ist. Essen. Trinken. Kleidung. Eine Behausung, die schützt. Wärme.
Ich verweigere nicht, zu essen, nur das, wofür jemand ausgebeutet wird und sterben muss, wofür ich diesem Jemand die Freiheit, die Selbstbestimmtheit und die Familie raube.
Ich verweigere nicht, zu trinken, nur das, wofür jemand zur Produktion gezwungen wird, wofür ich diesem Jemand seine Kinder wegnehme.
Ich verweigere nicht, mich zu kleiden, nur das, wofür jemand seine Haut, seine Haare, seine Federn geben muss, wofür ich diesem Jemand dies wegnehme und dafür sterben lasse.
Ich verweigere, mich an der Ausbeutungsindustrie zu beteiligen, an Mastställen, an Zuchtanlagen, an Tierversuchslaboren, an Tiergefängnissen.
Ich verweigere, mich an der Demütigung von Lebewesen zu beteiligen, die die Drecksarbeit der Ausbeutung und Misshandlung und Zerstörung übernehmen, damit ich es nicht machen muss.
Ich verweigere, mich an der Industrie der Zerstörung unseres Planeten zu beteiligen, die Regenwälder rodet, Böden vergiftet, Meere verwüstet.
Ich verweigere, mich an der Zerstörung unserer Gesundheit zu beteiligen, indem ich mich zuerst krank fresse, um mich dann mit pharmazeutischen Erzeugnissen vollzustopfen, die nur dazu dienen, mich auf einem angemessenen Funktionslevel zu halten.
Ich verweigere, mich an der Zersplitterung der Gemeinschaft zu beteiligen, indem ich wirtschaftlich Schwachen das Messer ansetze, sie ausgrenze, missachte.
Ich verweigere, mich an der Spaltung der Gesellschaft zu beteiligen, indem ich niemanden den Respekt und den Zugang zu den grundlegendsten Rechten verwehre.
Es macht vielleicht nicht viel Unterscheid, wenn ich verweigere, aber wenn wir viele sind, dann wird es gesellschaftspolitisch relevant.
Wenn wir verweigern, zu essen, wofür jemand ausgebeutet wird und sterben muss, dann wird die Freiheit siegen und die Industrie muss schließen.
Wenn wir verweigern, zu trinken, wofür jemand zur Produktion gezwungen wird, dann werden die entsprechenden Erzeugungsbetriebe unprofitabel werden und dicht machen.
Wenn wir verweigern, die Ausbeutungsindustrie in jeder Form zu unterstützen, dann werden sie in den Annalen der Geschichte verschwinden.
Wenn wir verweigern, andere zur Durchführung von Morden und Ausbeutung zu zwingen, dann werden die Einrichtungen dafür bedeutungslos werden.
Wenn wir verweigern, die Produkte zu brauchen, die durch die Zerstörung lukriert werden, dann sind Umweltgifte nicht mehr notwendig und die Natur kann aufatmen.
Wenn wir verweigern, zu tun, was uns krank macht, dann wird die Pharmaindustrie auf das Level schrumpfen, das notwendig ist, um tatsächliche Leiden zu lindern und nicht jene, die sie selbst verursacht hat.
Wenn wir verweigern, uns an der Zersplitterung der Gemeinschaft durch Ausgrenzung der wirtschaftlich Schwachen zu beteiligen, sie stattdessen unterstützen, dann wird die Gemeinschaft stark sein.
Wenn wir verweigern, uns an der Spaltung der Gesellschaft zu beteiligen, dann werden wir ein bereicherndes, belebendes Miteinander erleben.
Wenn wir verweigern, dann wird die Welt eine bessere werden.
Verweigerung ist der Ausgangspunkt.
Ich verweigere. Und Du?

