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Life is too short for boring stories

Warm und weich fühlten sich seine Lippen auf den ihren an. Sein Bart kitzelte sie. Ein wenig. Unwillkürlich musste sie schmunzeln, was ihn auf einen anregenden Gedanken brachte. Unvermittelt setzte er sich auf. Sie wollte es ihm gleichtun, doch Christian machte nichts weiter, als ihre Hände auf die Decke zu drücken, sacht, aber nachdrücklich. So leicht würde sich Martinique nicht unterkriegen lassen. Meinte sie zumindest, da sie die Hände, diese breiten, starken Hände mit den ihren umschloss und von sich wegdrückte. Zumindest versuchte sie es, doch es gelang ihr nicht diese zu bewegen, nicht einen Millimeter. Aber so schnell wollte sie nicht aufgeben. Sie sammelte ihre Kräfte, spannte die Muskeln an und drückte gegen seine Hände, so gut sie es vermochte, aber das kostete ihn nicht einmal ein Zwinkern. Da wurde ihr langsam bewusst wie recht er doch gehabt hatte. Keine Chance hatte sie gegen ihn.

Tatsächlich könnte er mit ihr machen was er wollte. So löste sie die Spannung und schien sich zu fügen. Langsam ließ er ihre Hände los. Diese Gelegenheit nutzte sie, um sich aufzusetzen, oder sie wollte es zumindest, denn ebenso schnell wie sie sich losmachte, hatte er ihre Handgelenke umfasst und drückte sie zurück. Da half kein Aufbäumen und kein Strampeln, kein Murren und kein Fiepen. Er blieb unerbittlich. Endlich gab sie sich darein. Auch wenn er tun konnte was er wollte, so war sie doch überzeugt, dass er etwas plante, was ihr gefallen könnte. Widerspruchsgeist und Neugierde hatten miteinander gekämpft, und die Neugierde hatte gesiegt. Forschend sah er sie an, als könnte er in ihren Augen lesen ob sie etwas im Schilde führte oder nicht. War sie wirklich so leicht zu durchschauen? Oder lag es daran, dass er sie lesen konnte, ohne ein einziges Wort?

 

Seine Finger glitten über ihr Kleid, als wollten sie sich überzeugen, dass das Bild, das sich ihm bot mit dem was er fühlte übereinstimmte, glitten über ihre Schultern abwärts, über die Rippen, die Taille, die Hüfte, die Beine. Zärtliche Hände auf zartem Nylon. Höchstens 15 den, dachte er automatisch. Langjährige Erfahrung unterfütterte diese Einschätzung. Doch nicht nur diese, sondern noch mehr ihre Reaktion. Ein angenehmes Prickeln zog sich durch ihren Körper und äußerte sich in einer fühlbaren Gänsehaut. Feine Härchen stellten sich auf und verstärkten das Kribbeln. Eine Berührung wie ein Hauch. Windhauch, der über sie hinwegstrich. Dabei war es nichts weiter als ein Hinweggleiten seiner Finger, bis hin zu den Füßen. Langsam strich er zunächst darüber hinweg, bevor er sie nahm und zu massieren begann. Wohlig entspannend wirkte es, bis er zufällig diese eine kleine Stelle zwischen den Ballen der Zehen und Fußballen berührte. Kurz lachte sie auf.

 

„Bist Du etwa kitzlig?“, fragte er interessiert.

„Nein, ich bin gar nicht kitzlig, überhaupt nicht“, versuchte sie zu widersprechen, um dann rasch hinzuzufügen, „Du brauchst es gar nicht erst zu probieren.“

„Du meinst also, dass ich es probieren sollte?“, setzte er amüsiert entgegen.

„Das kannst Du ruhig machen, aber es ist vergebene Liebesmüh“, warf sie ein.

„Dann kann ja nichts sein“, meinte er bloß. Ihre Einwände beeindruckten ihn nicht im mindesten, denn das hatte er schon öfter gehört. Deshalb verstärkte er die Berührung an jener Stelle, an der sie das erste Mal gelacht hatte, und tatsächlich lachte sie wieder, hell und klar. Einmal, noch einmal bis sie geschüttelt wurde von Lachen, bis sie gar nicht mehr aufhören konnte. Die Rippen begannen zu schmerzen.

„Ist gut, ist gut“, presste sie dazwischen hervor, „Du kannst wieder aufhören.“

„Wieso denn? Wo Du doch eh nicht kitzlig bist?“, hielt er verschmitzt entgegen, „Oder bist Du es vielleicht doch ein klein wenig?“

„Überhaupt nicht“, widersprach sie hartnäckig und entgegen aller empirischen Evidenz.

„Na dann macht es ja auch nichts, wenn ich weitermache“, blieb er unerbittlich, gerade wegen ihrer Sturheit. Warum konnte sie es nicht einfach zugeben, dachte er noch, während seine Hände sich weiter vorwagten, weg von den Füßen, an die Innenseite ihrer Schenkel, dort, wo die Strümpfe in nackte Tatsachen ausliefen und die Haut besonders zart war, so dass sich die anregende Wirkung des weichen, dünnen Nylons und die Empfindsamkeit der Haut gegenseitig verstärkten, so dass sie sich vor lauter Lachen die Rippen hielt und ihr die Tränen die Wangen herunterkullerten, bevor sie sich nochmals aufbäumte und in eine weitere Ohnmacht glitt.

„Nein, sie ist nicht kitzlig“, wiederholte er nochmals. Aber nur für sich selbst, denn seine Worte erreichten sie nicht.

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