Zum ersten Mal wird heuer eine Auszeichnung verliehen, die jenen zugedacht ist, die sich durch besondere Ignoranz auszeichnen. Die Jury hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, doch letztlich würdige Preisträger*innen ausgemacht. Es stimmt schon, dass es viele sind, in erster Linie Männer, aber nachdem sich auch die eine oder andere Frau darunter befindet, ist es nur angebracht, da nicht kleinlich zu sein und jedes Geschlecht mitzubedenken, denn auch Frauen und auch Menschen, die sich nicht ins binäre Spektrum einreihen lassen, sind nicht en passant von Ignoranz befreit. Diese gibt es, grob zusammengefasst, in allen Formen. Aber wer hat sich die „Hohle Nuss“ in Gold nun verdient?
Es handelt sich dabei um Personen, die einer angeblichen Tradition frönen, die sowohl Tiere in Panik und Stress versetzen und zu kopflosen Fluchtaktionen veranlassen. Natürlich hängt es vom Wohnraum bzw. der präpotenten, paternalistischen Zuordnung durch den Menschen ab, wie diese Tiere damit umgehen können. Die sog. Haustiere, die verzüchteten, niedlich gemachten lebenden Schmusetiere, können natürlich bewacht, betreut und abgeschottet werden. Doch selbst bei diesen gibt es Besitzer*innen, die sich darum nicht scheren und trotzdem ausgehen, die in ihrer Verantwortung stehenden Tiere allein lassen. Auch gelingt es immer wieder, vor allem Hunden, zu fliehen. Die rennen ins nächste Auto, aus lauter Panik oder verschwinden, weil sie nicht mehr nach Hause finden. Schlechter geht es den sog. Nutztieren, also Tieren, von denen der Mensch behauptet, er hätte das Recht sie für seine Zwecke, die immer mit dem verfrühten, gewaltsamen Tod des Tieres enden, ausnutzen. Die stehen halt im Stall, können nicht weg, verletzen sich oder andere, aber das macht nichts. Das zahlt ja die Versicherung. Aber am schlimmsten ergeht es den Wildtieren, jenen, die vielleicht sonst nichts vom Menschen zu fürchten haben, die fühlen sich eine Nacht lang und noch länger, weil warum sollte man sich mit dem Unsinn auf eine Nacht beschränken, als wäre der Krieg ausgebrochen. Sie verletzen sich und etliche sterben. Wer also dieser Tradition, die doch so großartig ist, trotzdem frönt, der hat sich die „Hohle Nuss“ in Gold redlich verdient.
Es handelt sich um Menschen, die nicht darüber nachdenken, dass ihr Tun die Feinstaub- und Schadstoffbelastung der Atemluft enorm erhöht, was vor allem bei Personen mit Atemwegsproblemen, besonders bei Kindern, Älteren und Asthmatiker*innen negativ bemerkbar wird. Auch die völlig überlasteten Notaufnahmen spielen für sie keine Rolle, die durch Verletzungen mittels Feuerwerkskörpern zustande kommen. Und das bisschen Verbrennungen, die Augen- und Handverletzungen, das muss einem ein Hobby schon Wert sein. Wenn wieder ein paar Kinder eine Hand verlieren, was macht das schon. Sie haben schließlich zwei. Wenn das nicht die „Hohle Nuss“ in Gold Verleihung rechtfertigt.
Außerdem sind ihnen die Umweltbelastungen egal. Was stören sie denn schon massive Feinstaubemissionen in kurzer Zeit, wo es doch Alkohol gibt, diese aus den Kehlen zu schwemmen. Was scheren einen Schwermetalle und Chemikalien auf dem Boden und in den Gewässern. Sie saufen eh nur Bier. Und selbst das Müllaufkommen durch Verpackungen und Feuerwerksreste spielen keine Rolle. Das gehört eben dazu. Das muss man sich wirklich hart verdienen, diese Auszeichnung. Und daran arbeiten sie mit aller Vehemenz.
Nicht einmal soziale und psychische Belastungen können ihnen Einhalt gebieten. Der Stress für Menschen mit Traumata durch Kriegs- oder Fluchterfahrungen gehen ihnen am Arsch vorbei. Gerade die sollten sich nichts antun, wenn sie aus einem Land kommen, in dem sie Krieg gespielt haben. Können sie ja nichts dafür, dass die nicht dort bleiben. Die Kosten für Feuerwehr, Rettung und Polizei trägt sowieso die Allgemeinheit. Ebenso die Reinigungs- und Gesundheitskosten, das ist doch egal, müssen sie nicht übernehmen.
All diese Schäden und Beeinträchtigungen für ein kurzes Vergnügen ohne Mehrwert.
Wer immer noch der Meinung ist, dass er eine potentiell tödliche, aber auf jeden Fall traumatisierende, alles verschmutzende, panikauslösende, angsteinflößende, teure, mit einem Wort, lebensfeindliche Tradition aufrechterhalten muss, der hat sich die Auszeichnung:
„Hohle Nuss“ in Gold
redlich verdient, denn sie stellt das genaue Abbild seines Geisteszustandes dar.


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