Es ist großartig zu erleben, wie vielfältig das vegane Sortiment inzwischen geworden ist. Natürlich gab es schon immer viele vegane Produkte auf unseren Speiseplänen, ohne dass man es so genannt hatte. Sämtliches Obst und Gemüse, Reis, Kartoffeln, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Sprossen, alles völlig tierleidfrei und doch kein Stein des Anstoßes. Das sei nun auch denen ins Stammbuch geschrieben, die meinen, sie würden nie, nie, niemals vegane Produkte essen. Also dürfte man dann darauf reduziert sein, Fleisch mit Eiern, Milch und Kaviar zu sich zu nehmen, was eine durchaus ausgewogene, gesunde Ernährung bedeutet. Eben jene sind der Meinung, dass der Mensch schon immer Fleisch gegessen hat (was mittlerweile widerlegt ist, schon gar nicht in dem Ausmaß, wie heutzutage) und es auch immer tun würde, als jemand, der evolutionär vor Jahrtausenden stehen geblieben ist und sich nicht weiterentwickelte. Dabei ist das schöne am Menschen, dass er durchaus in der Lage ist, sich zu ändern, schlechte Gewohnheiten hinter sich zu lassen und neue, gute, zu entwickeln. Er schaffte es, das Abschlachten ganzer indigener Völker als nicht mehr zeitgemäß zu erachten. Was z. B. zu Zeiten der Entdeckung Amerikas gutgeheißen wurde, sowohl von der Regierungsmacht, als auch von der Kirche, würde heutzutage niemand offen mehr befürworten. Die Indianer, wie wir sie despektierlich nannten, abzuschlachten war damals gern gesehen. Heute nicht mehr. Da hat sich schon was in eine positive Richtung entwickelt. Die Nachfolge dessen nennt sich Menschlichkeit oder Humanismus. Das ist kein Ersatz, sondern eine wirkliche Überwindung. Deshalb diese Einstellung als Nachfolge.
Über viele Jahrhunderte hinweg wurde Frauen den Männern unterstellt. Genauerhin über Jahrtausende in den sog. Hochzivilisationen. Das war normal und bis vor wenigen Jahrzehnten auch in unseren Breiten normal. Die Frau war dazu da, den Mann, der als einziges Geschöpf ganz oben in der Hierarchie stand, wohlgemerkt, der weiße, heterosexuelle Mann, zu bedienen. Über dem Mann kam nur mehr Gott. Deshalb wurde ihm auch eine besondere Beziehung zum Göttlichen angedichtet. Vielleicht war es auch von Anfang an so gemeint, dass der Mann sich für Gott hielt, dem sich alle und alles unterzuordnen habe. Übrigens eine recht praktische Ansicht, denn so war es von ihm bestimmt worden, dass jeder Mann seine eigene Sklavin haben solle, die auch zugleich seine Hure war. Bei den Priestern waren es die Nonnen, die dieselben Dienste zu tun hatten, aus den der Hure. Auch das haben wir nach langen, schweren, zermürbenden Kämpfen, die oft genug an der Ignoranz und Arroganz des männlichen Geschlechts scheiterten, da sie Angst bekamen, dass sie sich ab nun selber etwas kochen müssten oder so niedrige Dienste wie Putzen oder Waschen vorzunehmen hatten. Es ist also gelungen. Der Frauenfeindlichkeit wurde nicht die freie Frau als Ersatz an die Seite gestellt, sondern sie war die Nachfolgerin ihrer unterdrückten, misshandelten, ausgebeuteten und entrechteten Schwester.
Ebenso verhält es sich mit den veganen Produkt. Würden wir beim Begriff „Ersatzprodukte“ bleiben, dann hieße das so viel, als wären sie nur stellvertretend für andere in Gebrauch, weil die, die sie ersetzen, gerade nicht zur Verfügung stehen. So als wenn ich ein Sellerieschnitzel essen würde, weil gerade keines von der toten Babykuh da ist. Das soll es eben nicht sein, denn die veganen Produkte, alle also, die ohne Tierleid auskommen, folgen jenen nach, die immer noch Ausbeutung, Missbrauch und Qual bedeuten. Wenn wir sie allerdings als das bezeichnen, was sie sind, nämlich Produkte, die denen mit Tierleid nachfolgen, bezeichnet das die Entwicklung weg von einer barbarischen, empathielosen, würdelosen, ausbeuterischen und unterdrückenden Gesellschaft hin zu einer, in der es selbstverständlich ist, dass alle Lebewesen in Freiheit und gleicher Würde leben. Die Nachfolge der Barbarei und der Gewalt, ist ein friedvolles und respektvolles Miteinander. Das ist nur vegan möglich, also in der permanenten Umsetzung so wenig Leid wie möglich zu verursachen. Deshalb sind vegane Produkte, egal ob zum Essen, zum Anziehen, zum Putzen, zur Körperpflege etc. Nachfolgeprodukte, die denen mit Tierleid folgen.
So wie wir den Massenmord an Völkern, die Unterdrückung der Frau hinter uns gelassen haben, so ist es allerhöchste Zeit, die Unterdrückung gänzlich hinter uns zu lassen, wie der Lebewesen anderer Spezies oder der Natur, denn nur so kann der Mensch sein ganzes Potential ausschöpfen. Die Zukunft ist vegan, also leidfrei, oder sie findet nicht statt.

