Lecker, Zerstörung

Lecker, Zerstörung – Aktivismus

Du stopfst Dir das Fleisch hinein, das einige Zeit früher der Körper eines Tieres war, den es zum Leben braucht. Jetzt, wo Du es isst, ist es tot. Klar, es lebt sich so schlecht, ohne Körper, mit aufgeschlitzter Kehle, ohne Kopf. Auch, wenn Du nur ganz wenig Fleisch ist, den Tod gibt es nur ganz oder gar nicht. Du sagst, das macht nichts, Du hast keine Verbindung zu Tieren. Nein, man muss Tiere nicht lieben, ja sie nicht einmal mögen, um zu verstehen, dass es falsch ist, Lebewesen für etwas zu nutzen, einzusperren, auszubeuten und zuletzt zu ermorden, was wir noch nicht einmal wirklich brauchen. Aber es schmeckt halt so gut, meinst Du. Dir schmeckt die Ausbeutung, das Leid und der Tod.

Du stopfst tierliche Produkte in Dich hinein, nimmst sie als Kleidung oder auch bloß für Accessoires, weil Du meinst, sie sind dafür da und sie sind ja extra dafür gezüchtet worden. Deshalb ist es legitim, sie zu essen oder anzuziehen oder sich mit ihnen zu schmücken. Sie sind Eigentum, mit dem man machen kann, was man will. So ist das mit Eigentum. Auch wenn Du es nicht erschaffen hast, sondern Dir einfach angeeignet hast. Du hast sie aus ihrer Welt genommen, ohne jemanden fragen zu müssen, weil sie ursprünglich niemandem gehören. Wirklich niemandem? Doch, sich selbst. Aber Du ignorierst gekonnt die Eigentumsrechte des Anderen, weil Du es kannst. Und weil es doch so angenehm ist, sich mit fremder Haut zu schmücken, auch wenn es völlig unnötig ist. Für Dich ist es eine Spielerei. Für das Mitgeschöpf der Verlust des Lebens. Aber es sieht doch so gut aus, das Leid und der Tod.

Du frisst Dich voll und rund und krank mit Milch und Milchprodukten und Eiern. Das macht am allerwenigsten, denn die Kühe und die Schafe und die Ziegen geben sowieso Milch. Viel zu viel sogar. Da wäre es sogar vermessen, das nicht zu nehmen. Würden ihnen doch die Euter platzen. Und die Hühner legen auch ohne Hahn Eier. Was für eine Verschwendung würdest Du sie nicht verwenden. Dabei blendest Du gekonnt aus, dass besagte Säugetiere zu viel Milch geben, weil Du sie krank gezüchtet hast. Und Du fragst nicht, was mit den Babies passiert, die sie dafür bekommen müssen. Sind Abfall und werden entsprechend entsorgt. Und die Hühner legen Eier, weil Du sie so manipuliert hast, dass sie das ganze Jahr Eier legen. Milch und Eier, Ernährung für ungeborene und geborene Babies, ihren Babies. Auf gar keinen Fall für Dich. Aber es war doch schon immer so, dass Du zuerst sie mästetest und Du Dich selbst mit ihrer Ausbeutung, ihrem Leid und ihrem Tod.

Du frisst das gestohlene Leben anderer, das ernährt wurde, weil viele Menschen um ihren Grund und Boden, wenn nicht gar um ihr Leben gebracht wurden, die hungern müssen, weil Deine direkten Opfer fett gemästet werden, mit Lebensmitteln, die durchaus für dien Menschen geeignet sind und aus Ländern kommen, in denen diese sowieso knapp sind. Sie verhungern, weil Du Deine Mitgeschöpfe auffressen willst, am besten jeden Tag, am besten drei Mal am Tag. Sie müssen zusehen, wie ihre Babies sterben, weil Du ihnen das Lebensnotwendigste vom Teller wegstiehlst, weil Du auch Bedürfnisse hast. Wohlgemerkt, Luxusbedürfnisse. Bei Dir geht es nicht ums Überleben, sondern um den Überfluss, die widerliche Dekadenz eines Menschen, der Essen wegschmeißt, dass er andern zuerst gestohlen hat, ohne Notwendigkeit. Aber es schmeckt doch so gut, das Verhungern und die Mangelernährung und der Tod.

Du verschlingst die Existenzen, Du und all die anderen Tierleidverschlinger, Existenzen, die ernährt werden mit Dingen, für die die grüne und die blaue Lunge der Erde, die Regenwälder und die Meere zerstört werden, so dass uns bald die Luft ausgeht. Auch Dir. Aber was solls, sie ist halt so lecker, die Zerstörung.

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