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Life is too short for boring stories

Es ist eine kleine Geschichte, wie sie sich wohl immer und überall ereignet, unzählige Male, in den Gegebenheiten, und doch ist diese kleine Geschichte einmalig, eine von Dir und mir, von uns. Es begann mit einem Einlassen. Vielleicht nicht mehr als die Antwort auf die Lust am Leben, damals, von Dir und mir, nicht mehr als die Absicht Spaß zu haben, jeder für sich, Du und ich. So begann es. Harmlos. Unscheinbar. Nicht ernst zu nehmen. Am wenigsten von uns selbst, einem Wir, das es noch nicht gab. Nur Dich und mich. Damals. Am Anfang einer kleinen, immer wieder geschehenen Geschichte, von der wir noch nicht einmal dachten, dass es eine sein könnte. Bloß ein Moment, in dem es sich traf, dass wir zusammenkamen, Du und ich. Nichts weiter.

Erst als der Moment vorübergegangen war, da kehrten wir zurück in unsere Leben. Du in Deines und ich in meines. Es war alles wie sonst. Nichts hatte sich geändert, weil wir die Geschichte, die kommen sollte, noch nicht erkannten und auch nicht erkennen wollten. Es passte gerade nicht, nicht in das strenge Zeitkorsett, nicht in das, was wir uns für uns vorstellten, aber Geschichten, die geschehen wollen, sind unerbittlich. Sie scheren sich nicht um das, was wir wollen. Nach wie vor nahmen wir es nicht ernst, nicht beim nächsten Moment, auch nicht beim übernächsten. Erst, als wir aufhörten sie zu zählen, da dämmerte es uns langsam, dass es vielleicht doch mehr sein könnte, als diese lose Aneinanderreihung von Momenten, die jeweils für sich standen und nichts miteinander zu tun hatten, so wie wir außerhalb dieser nichts miteinander zu tun hatten. Unsere Leben boten keine Schnittpunkte. Nur Du und ich.

Erst als wir die Momente zu einer Einheit verknüpften, sie in einem sahen, begann für uns die Geschichte und ein klein wenig Wir, in diesen Momenten, die nun nicht mehr einfach nur neben dem normalen Leben standen, sondern herausstachen, wie etwas, das nicht dazugehörte, und es doch ergänzte, beinahe zu einer Ganzheit, die die bisherige Brüchigkeit heilte, uns ganz werden ließ und die Art der Einsamkeit verwand, die wir bis jetzt nicht wahrgenommen hatten, weil wir nicht wussten, dass es etwas gab, das dagegen wirken konnte. Dabei war es so einfach. Du mit mir, ich mit Dir.

Erst als wir es zuließen, dass die Geschichte eine war, eine kleine unscheinbare zwar, aber doch auch eine einmalige und unvergleichliche, weil es Deine und meine war, unwiederholbar, da war es auch möglich, dass wir uns nahe kamen, durch die Haut, in den Gedanken, dass wir uns hielten und schützten, ein Verstehen schenkten und eine Verbundenheit, vielleicht gerade weil wir niemals wollten, dass es eine Geschichte werden sollte. Da kann es keinen Schmerz mehr geben, wo ich Deine Berührung erinnere, keine Einsamkeit, wo ich Deine Nähe spüre, die fortwirkt, über jede Entfernung hinweg.

Erst als wir uns darin fanden und gestatteten, dass uns unsere Geschichte veränderte, uns bereicherte und beschenkte, tat es auch gut. Wohl auch, weil wir nie versuchten einander festzuhalten, nie anstrebten die Freiheit oder Lebendigkeit des anderen zu beschneiden, sondern uns daran erfreuten, auch an dem, was eben diese Freiheit und Lebendigkeit in das Miteinander trug. Es ist gut zu wissen, dass Du glücklich bist, ganz gleich wo Du bist und Dich in Gedanken nahe zu wissen. Wort um Wort, Berührung um Berührung, schrieben wir unsere Geschichte in den Wind, der sie uns immer wieder zuträgt, immer ein wenig anders, neu und geheimnisvoll, so wie die Intensität unseres Verstehens.

Erst als wir begriffen, dass es nicht schmerzvoll war, sondern gut tat, dass wir uns einander einbrannten, konnten wir die Geschichte fortschreiben, ineinander, verwoben und verbunden, und dennoch unbegrenzt wachsend, gerade weil Du warst und ich. Eingebrannt, nicht wie ein Brandzeichen, das vernarbt, sondern wie ein ständig zügelndes Feuer, das wärmt und leuchtet, auch durch die Nacht der Verlorenheit, ohne das Geheimnis zu entzaubern, einer banalen Geschichte in ihrer ganzen Einzigartigkeit. Du und ich, wie ein Rätsel, das die Lösung in sich selbst trägt. Wir spornen uns an, immer mehr zu werden, das zu entfalten, was wir sein können, weil es erzählt werden kann, von Dir zu mir und von mir zu Dir. Und dabei ist es letztlich doch nichts weiter, als eine kleine, banale Geschichte.

2 Gedanken zu “Du hast Dich in mich eingebrannt

  1. oma99 sagt:

    whow, rate einmal für Dich, womit ich diesen Text so wundervoll verbinden kann…
    allerdings nicht als banale Geschichte, sondern als etwas ganz spezielles wundervolles Gemeinsames.
    Sprich es nicht aus, wir sehen uns eh – sobald möglich.

    Gefällt 1 Person

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