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Life is too short for boring stories

„Würde das Leben nur ein bisschen gerechter sein, wäre alles anders. Dann täte ich alles, was ich gerne täte. Aber das Leben ist nun mal so wie es ist, und daran gibt es nichts zu rütteln. Würde ich nur ein wenig mehr Zeit haben, würde ich der Verwirklichung meiner Träume schon sehr viel nähergekommen, ja ich hätte sie schon in die Tat umgesetzt und täte nicht nur. Würden die Menschen, die anderen, mir nicht ständig im Weg stehen, weil sie ständig was von mir wollen, wäre ich schon sehr viel weitergekommen.

Würde meine Umgebung nur ein bisschen mehr aufgeschlossen sein, wäre ich nicht so unverstanden und täte mehr von dem Tun. Würden nicht ständig die anderen bevorzugt, wären mein Talent und meine Tatkraft schon längst erkannt worden, und sie täten sich freuen mich zu unterstützen. Würde das Wetter besser sein, wäre die Umsetzung viel leichter. Würde die politische Lage nicht so sein wie sie eben ist, wäre es möglich mich zu etablieren. Würde die Lage des Planeten, des Kontinents, der Nation, der Region, des Haushaltes es zulassen, wäre ich ein erfolgreicher Mensch. Würde ich auch nur eine kleine Chance bekommen, wäre ich bereit sie zu nützen. Würde ich nicht ständig unterschätzt werden, wäre ich längst anerkannt und erkannt. Würden sich die anderen nicht dauernd vordrängen und mich zurückstoßen, wäre ich schon längst ganz woanders und nicht mehr in diesem Zustand des Würde und Wäre und Täte. Aber es ist nun mal so wie es ist und daran gibt es nichts zu ändern.“, erklärst Du mir, nicht zum ersten Mal und wahrscheinlich nicht zum letzten Mal, während wir auf der Terrasse sitzen, an einem Sonntag um 10.00 Uhr vormittags und die herbstlichen Sonnenstrahlen noch genießen. Dann gehst Du ins Haus um frischen Tee zu holen. Früher hätte ich nicht nur, sondern habe ich gesagt.

„Nimm es in die Hand, strukturiere Deinen Tag, Deine Woche, Dein Monat. Lass Dich nicht abhalten von weiß Gott was oder von all den Einflüsterern, die sagen, dass es eh nichts wird, die es angeblich so gut meinen. Auch noch, wenn sie sagen, Du hast keine Chance. Vergiss es, das wird nie was. Ja, das ist die Sache mit dem gut meinen. Es schaut nie was Gutes dabei heraus. So lange Du Dich im Konjunktiv bewegst, hören sie interessiert zu. Es besteht keine Gefahr, dass Du ausbrichst und es anders machst. Da darfst Du gerne vor Dich hin sinnieren. Du bleibst ihnen erhalten. Als Mädchen für alles. Wahlweise. Oder als Notnagel. Andernfalls. Als jemand, der da ist, weil es sonst eh nichts zu tun gibt. Weil sie Dich abhalten wollen Dein Leben zu leben, denn dann können sie Dich nicht mehr uneingeschränkt einfordern. Und weil Du es zulässt, dass sie Dich einschränken und Dich daran hindern zu wachsen. Weil Du es zulässt, dass Du Dich einwickeln lässt von sogenannten Verpflichtungen und Notwendigkeiten. Weil Du Dich einlullen lässt von dem guten Gedanken gebraucht zu werden. Und weil es viel einfacher ist das Versagen auf die Anderen und auf die Umstände zu schieben, als auf die eigenen Versäumnisse. Natürlich ist es nicht leicht sich damit durchzusetzen etwas zu wollen. Unweigerlich stößt Du andere vor den Kopf. Sagen sie Dir zumindest oder geben es Dir bloß zu verstehen. Das genügt oft genug. Und dabei handelt es sich zumeist um die Menschen, die Dir nahestehen und eigentlich alles dafür tun müssten Dich zu unterstützen, so wie sie es von Dir bedingungslos erwarten. Weil sie es gewohnt sind und weil es sich so gehört und weil es eben Deine Aufgabe ist. Doch wenn Du Dich selbst ernst nimmst, dann nimmst Du auch Dein Leben in die Hand und lässt Dich von nichts abschrecken, so lange Du nicht wirklich sagen kannst, Du hast alles probiert. Du hast es getan. Sobald Du es schaffst einen Ausweg aus der Konjunktivfalle zu finden.“

Das alles habe ich gesagt, früher. Jetzt jedoch sage ich nichts dazu, wenn Du mit einer Kanne frisch aufgebrühten Tees aus der Küche zurückkehrst. Denn so lange Du Dich rettungslos in der Welt verstrickt siehst, in die Du Dich verstricken ließt oder auch selbst hast – so genau lässt sich die Grenze nicht ziehen – bleibst Du auch dem Konjunktiv verhaftet. Und wer weiß, vielleicht ist es ja auch recht angenehm, vor allem, nichts dafür zu können.

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