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Life is too short for boring stories

… dass Du weißt, was ich will und was gut für mich ist, da wunderte ich mich, ein wenig, zunächst. Ich sah Dich an, so von einer Tischseite zur anderen, denn neben der einen saß ich und neben der anderen Du. Ich sah Dich an, und überlegte wie ich nun darauf reagieren sollte.

Reaktionen sind in einem solchem Falle vielfältigst möglich. Ich hatte gute Lust, im ersten Moment, einfach aufzustehen und zu gehen. Aber nachdem ich wusste, dass Du es nicht verstehen würdest und ich Dich doch mag, ließ ich es. Du hättest es nicht verstanden, denn das, was Du für mich meintest, das klang im gesellschaftlichen Kontext der gewohnten Erwartungen durchaus plausibel. Aber was hatte das mit mir zu schaffen? Das alles hätte ich Dir erklären müssen, und dann wäre ein einfach aufstehen und gehen aus dem ersten Impuls heraus nicht mehr möglich gewesen.

 

Deshalb sah ich Dich an und versuchte zu ermitteln, wie Du das gemeint hattest, was Du für mich meintest, über meine Ambitionen und Pläne und Ziele und Absichten. Es war völlig daneben, aber es sei Dir zu Gute gehalten – und ich halte gerne zu Gute -, dass Du mich noch nicht lange genug kanntest, um die Absurdität Deines Meinens über mein Meinen zu sehen. Wobei Dir darüber hinaus noch etwas zu Deinen Gunsten in die Waagschale geworfen werden musste, nämlich dass ich das, was ich für mich meine, nur sehr selten erzähle. Da bin ich äußerst sparsam mit Informationen, so dass Du auf das allseits Gewollte zurückgreifen musstest, oder Dich angehalten sahst darauf zurück zu greifen. Du musstest nicht, aber es ist einfach und bequem. Das lässt sich leicht adaptieren. Aber gerade deshalb solltest Du es wissen, damit Du endlich damit aufhörtest mir meine Welt erklären zu wollen, damit Du erst gar nicht in die Versuchung kämst damit anzufangen mir einzureden was ich will, damit Du verstündest, dass nicht alles gleich ist, was sich unter einem Oberbegriff subsumieren lässt.

 

Du hast so weit recht, dass ich mir einen Ort wünsche, an dem ich Geborgenheit und Heimat erfahre, an dem ich mich willkommen und angenommen und, wenn man so will, geliebt weiß, aber ich will ihn nicht, als einen Ort, an dem ich sein muss, sondern an dem ich sein kann, wenn es sich findet und ergibt, an den ich zurückkehren kann, wann immer es stimmig ist. Ich will die Freiheit der Rückkehr, wenn ich weggehe, die Freiheit zu leben, die ich mir erkämpft habe.

 

Du hast so weit recht, dass ich mir einen Menschen wünsche, bei dem ich mich aufgehoben und verstanden fühle, bei dem ich mich anlehnen und ausruhen kann, aber ich will ihn nicht als ein Abstellgleis, wo dann nichts mehr kommt, wo ich vereinnahmt und beansprucht bin, kontrolliert und bewertet, bevormundet und beanstandet, sondern wenn, dann soll es gut sein, zu gehen und zu kommen, zu bleiben, auch, ab und an, und wenn es sich ergibt. Nur dann. Mir und Dir will ich das nicht antun, denn eine Liebe ohne Freiheit ist tot.

 

Du hast so weit recht, dass Du meine Erschöpfung siehst und mein Ausgebrannt sein, dass ich mir wünsche, schlafen zu können, umgeben und behütet, schlafen und träumen, von einer besseren Welt, und den geglückten Momenten mit Dir, immer wieder und so lange es eben ist, aber nicht, dass wir müssen, irgendetwas müssen, weil wir meinen, dass wir meinen sollen. Außerhalb jeder Form und Norm, außer der unseren, Deiner und meiner.

 

Deshalb kannst Du aufhören zu meinen, und mich stattdessen nehmen wie ich bin, oder Du lässt es. Es ist Deine Entscheidung. Und ich werde dazu nichts meinen.

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