Heute vor 13 Jahren kam eine Hündin zur Welt, die zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, wo sie das Leben hinführen würde. Als erst mit der Mama und den Geschwistern gemeinsam. Trinken bei der Mama. Kuscheln. Wärme spüren. Versorgt werden. Gewollt wissen. Alles, was das Herz begehrt. Wärme. Essen. Miteinander. Dann kam die Zeit, dass sie groß genug waren, herumzutollen, die Kleinen. Da tat sich so vieles auf. Man konnte entdecken und spielen. Vor allem Miteinander. Sie bekam den Namen Juna. Und nach einigen Wochen kam sie weg. Von ihren Geschwistern. Von ihrer Mama. In ein fremdes Haus. Zu fremden Menschen. Sie gewöhnte sich. Und musste wieder weg. Nach einigem Hin und Her landete sie bei uns.
Unser großer Hund, ein Rüde von drei Jahren, der auf den Namen Bakari hörte, wenn er wollte, war wenig begeistert. Das war eine, die uns offenbar gerade noch gefehlt hatte. Nachdem er erst eine schwere Krankheit gut überstanden hatte, kamen sie jetzt mit der an. So hatte ich den Eindruck, dass er dachte. Denn er ging ihr aus dem Weg. Zeigte sich abweisend. Doch sie ließ nicht locker, war immer um ihn herum und zeigte ihm, wie schön das Leben mit einer Spielgefährtin sein konnte. Es machte mir Sorgen, doch bereits wenige Wochen später war klar, dass ihre Konsequenz Früchte trug. So wurden sie die besten Freundinnen. Im Laufe der Zeit war es nicht mehr möglich, sie zu trennen, denn eine ging ohne den anderen nirgends hin. Aus anfänglicher Ablehnung entwickelte sich eine tiefe Freundschaft, die neun Jahre andauern sollte. Dann starb Bakari, knapp 12 Jahre alt an Herzversagen. Die Monate danach waren schlimm. Juna fraß kaum, wollte nicht aus dem Haus gehen. Unsere Spaziergänge beschränkten sich auf ein kurzes Geschäft verrichten und wieder hinein. Es war, als würde sie Angst haben, dass er doch noch zurück käme und dann wäre sie nicht da. Vielleicht interpretiere ich zu viel hinein, aber eines ist sicher, mir braucht niemand erzählen, dass Tiere nicht trauern. Ich habe es erlebt. Nach und nach besserte sich ihr Zustand. Wir konnten wieder spazieren gehen. Nicht zuletzt, weil es etliche Freunde in der Umgebung gab, denen wir uns anschlossen. Vielleicht war es einfach das Allein-sein, das sie nicht verkraftete, nachdem sie beinahe ihr ganzes Hundeleben lang gemeinsam mit ihrem besten Freund verbracht hatte. Die Zeit verging und es ging ihr gut, bis zu jenem Januar vor mittlerweile drei Jahren, wo sie plötzlich nicht mehr aufstehen konnte. Arthrose diagnostizierte der Arzt. Ein paar Wochen lang bangte ich, doch dann ging es langsam aufwärts. So lange sie keine Stiegen steigen muss, ist alles in Ordnung. Dann kam die nächste Hiobsbotschaft, knapp ein halbes Jahr später. Die Kardiologin erkannte einen Herzfehler und seitdem wird sie medikamentös behandelt. Ja, die Spaziergänge sind kürzer. Die Gangart verlangsamt. Aber sie hat bis heute nichts von ihrer Lebensfreude eingebüßt, auch wenn sie sich nicht mehr so überschwänglich zum Ausdruck bringt. Wenn ich nach Hause komme, bemüht sie sich selten zu Türe, um mich zu begrüßen, aber sie liegt auf ihrem Platz und wedelt heftig mit dem Schwanz. Egal ob ich fünf Minuten oder mehrere Stunden weg war, die Freude ist die gleiche.
Heute feiert sie ihren 13. Geburtstag und ich kann mir schon lange nicht mehr vorstellen, dass sie nicht mehr in meinem Leben sein soll, doch der Tag wird kommen, an dem ich auch von ihr Abschied nehmen werde müssen. Wie sollte es auch anders sein? Ich weiß es und rechne auch damit. Je älter sie wird, desto näher rückt dieser Tag, doch wenn ich sie um mich habe, wenn wir spazieren gehen, mit ihr kuschle, dann genieße ich diesen Moment. Es ist völlig egal, wie viele es davon noch geben wird, denn wenn wir diesen einen, der gerade ist, nicht wertschätzen, dann nützt auch die Fülle nichts, denn er ist verschenkt. Ich freue mich über jeden Tag, den wir miteinander aufstehen und schlafen gehen. Ein Erwachen ist ein Geschenk, jedes einzelne Mal. So haben wir ein ganzes, gemeinsames Leben gehabt und hoffentlich noch einige Zeit vor uns. Es ist gut, dass es Dich gibt, in meinem Leben, das ohne Dich nicht dasselbe ist.
Ein Kommentar
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Guten Morgen, liebste Daniela
da möchte ich doch auch liebe Grüße an Juna senden, habe Sie, genauso
wenig wie Dich, nicht vergessen und Ihr seid jeden einzelnen Tag bei mir
present.Leier schaffe ich es seit langer Zeit nicht mehr mich nach Österreich zu
bewegen – ich hoffe aber jeden Tag, dass sich ein gangbarer Weg für mich
findet mal wieder eine Woche oder zwei bei Euch zu sein, herzlich gerne
auch viel länger.
Im Moment müsste ich dafür meine Mitbewohnerin, nicht gerade die Jüngste
und mit genügend gesundheitlichen Problemen gehaftet, für länger als
einen Tag verlassen und solange weder Ihr Sohn noch dessen Frau in der
Zeit meiner Abwesenheit für sie hier sein können, kann ich sie nicht im
stich lassen und mich auf den Weg zu Euch machen.
Bitte verzeihe mir, Ich vermisse Dich und denke an Dich und auch an Juna.Mit liebevollen Gedanken,
Deine Freundin Nadine aus Unterfranken…


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