Veganes Schnitzel, veganer Burger und vegane Wurst sollen nicht mehr so heißen dürfen wir ihre tierleidimmanenten Pendants. So will es zumindest die EU. Es wäre nämlich Verbraucher*innentäuschung. Man stelle sich vor Norma oder Normo Normale gehen so unbeschwert und gedankenfrei durch den Supermarkt und finden ein Produkt, das sich Schnitzel nennt. Das Vegan davor sehen sie nicht, auch nicht die hübsche Veganblume, denn das wäre der Gedankenleistung schon zu viel. Dann erwischen sie dieses böse vegane Schnitzel, z.B., kaufen es, nehmen es mit nach Hause und essen es. Das wäre natürlich eine Katastrophe. So zumindest wird uns von der EU vorgegaukelt, dass Menschen sind. Sehr motivierend!
Dass die meisten Menschen in unseren Breiten lesen können, steht außer Zweifel. Ebenso, dass es solche gibt, und dazu zählen durchaus Norma und Normo Normalo, die vegane Produkte meiden wie der sprichwörtliche Teufel das Weihwasser, ist sogar erwiesen. Aber nehmen wir mal an, diese sind genauso dumm wie es ihnen die EU unterstellt. Was würde passieren, wenn sie die tierleidfreie Variante eines Produktes zu sich nähmen, statt der, in der das Tierleid mitgeliefert wird? Wahrscheinlich nichts, denn es hat weder gesundheitliche noch sonst welche Konsequenzen, wenn sie dies äßen. Obwohl, es könnte doch etwas Schlimmes passieren, es könnte ihnen schmecken. Dann würden sie sich die Verpackung genauer ansehen und das Vegan entdecken. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie greifen völlig ideologiefrei das nächste Mal wieder nach dem veganen Schnitzel, weil es eben sehr lecker war. Oder sie meiden es, weil es zwar lecker war, aber was wäre ein Essen ohne Tierleid.
Es wurde viel debattiert über Namen oder sonstigen nebensächlichen Kram. Es gilt die richtigen Fragen zu stellen. Und die einzige richtige Frage ist: Wem nutzt es? Wem nutzt es in Zeiten von Inflation, Krisen, Kriegen die Aufmerksamkeit von echten Themen auf Nebenschauplätze abzulenken? Da gibt es zwei Interesent*innen.
Die eine ist die EU direkt, damit die Menschen sich wieder wegen eines unsinnigen Themas spalten und nicht merken, was uns da von imperialistischer Seite wieder aufs Aug gedrückt wird. Die großartige Abmachung mit Trump ist nur eines der Themen, von denen abzulenken sich lohnt. Aber es gibt noch eine Interessensgruppe, die einen großen Einfluss hat und das Thema wohl ins Rollen brachte, nämlich die Fleischlobby. Das sind jene, die dafür sorgen, dass enorm viel Geld in Form von Subventionen in die Kassen der Tierausbeuter*innen gespült werden und sich an den Gesetzen bezüglich Haltung und der entsprechenden Kennzeichnung auf den Produkten nichts ändert. Das sind auch die gleichen, die den Menschen immer noch einreden, man müsste nur den Körper toter Mitgeschöpfe zu konsumieren, um gesund zu bleiben. Aber Norma und Normo Normalo sind so stoisch und unerreichbar und lassen sich das nicht sagen. Stattdessen greifen sie, sogar bewusst, zur tierleidfreien Ausgabe eines Produkts. Damit haben sie dafür gesorgt, dass diese Ware immer mehr in den Supermärkten vertreten ist. Nein, die Supermärkte sind keine Veganfreund*innen, sondern nur solche des eigenen Profits. Sie stellen nicht ins Regal, was sie für wichtig und richtig halten, sondern was sich verkaufen lässt.
Mit wachsender Besorgnis musste die Tierausbeutungsindustrie zusehen, wie der Absatz an veganen Produkten stetig wuchs und damit gute Umsätze gemacht werden konnten. Deshalb überlegten sie, wie man dieser schrecklichen Situation Herr werden könnte und da fiel ihnen ein, dass man die armen Konsument*innen doch an der Nase herum führen könnte und so tun, als würde es ihnen ausschließlich um ihr Wohl gehen. In Wahrheit soll die Industrie, die die veganen Produkte herstellt mit einer zusätzlichen Hürde bestraft werden. Die Tierleidindustrie ist sich darüber im Klaren, dass es Millionen kosten wird, um ein neues Marktkonzept zu erarbeiten und umzusetzen. Das schmerzt, wird aber nichts daran ändern, dass Tierleid nicht mehr gefragt ist und an Bedeutung verlieren wird. Es ist zwar eine Verzögerung, aber kein Aufhalten. Daran sieht man, wie verzweifelt die Vertreter der Tierleidindustrie bereits sind.
Nicht vergessen werden darf, der Schutz der Landwirt*innen, der ebenfalls als Grund vorgeschoben wird. Doch auch dieses Argument ist so durchschaubar wie durchsichtig, denn die veganen Lebensmittel werden aus landwirtschaftlichen Produkten hergestellt. Es sieht so aus, als ob für die Vertreter*innen der Agrarlobby die Landwirt*innen, die Getreide, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst etc. produzieren keine echten Bäuer*innen, denn sonst müssten sie die veganen Produkte nicht nur nicht diffamieren, sondern sogar unterstützen.
Es geht also weder um den Schutz von Konsument*innen oder den Schutz der Landwirt*innen, sondern um die Erhaltung der eigenen Pfründe, der Fortsetzung einer zerstörerischen Praxis, die sich keinen Deut um die Umwelt, das Klima, die Gesundheit und den Welthunger schert, sondern alles daran setzt, diese fortzusetzen. Dafür ist jedes Mittel recht.
Dabei ist dieses Manöver so durchschaubar, dass man sich tatsächlich wundert, warum so viele Menschen mitspielen, speziell die, die in den Entscheidungsgremien sitzen. Aber wer weiß, wie viele daran mitverdienen ….


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