Kinder brauchen eine Mutter und einen Vater

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Kinder brauchen eine Mutter und einen Vater.
Die sog. Kleinfamilie westlicher Prägung,
die in einem Zeitalter der Indivdiualität und des Machertums,
alles selbst zu stemmen hat,
weil sonst ist man nicht stark genug
und man muss stark sein.
Um den eigenen Kram kümmern,
ist selbstverständlich und wird erwartet.
Wer sagt, dass er Hilfe braucht,
ist schwach und faul und nicht belastbar,
denn sonst könnte man sich ja ein wenig zusammenreißen.
Das ist doch wohl das Mindeste.
Und deshalb sitzen alle in ihren abgesteckten Bereichen,
peinlichst darauf bedacht,
dass kein anderer reinsieht oder sich einmischt.
Aber ist es das,
was wir als Menschen wollen?
Einen Vater, eine Mutter und ein Kind,
immer für sich und allein?

Kinder brauchen eine Mutter und einen Vater.
Mütter sollen zu Hause bleiben.
Weil sie eh weniger verdienen.
Und sie verdienen weniger,
weil sie Kinder kriegen
und dann zu Hause bleiben.
Und Mütter bleiben zu Hause,
weil sie weniger verdienen.
Und sie verdienen weniger,
und immer so im Kreis.
Aber da gibt es die,
da muss die Frau arbeiten gehen,
auch wenn sie weniger verdient,
auch wenn sie Mutter ist,
nicht weil das Geld nicht reicht,
für den Flug auf die Kanaren
oder den Zweitporsche,
sondern weil es sonst mit Essen und Heizen und Miete
knapp wird.
Und wenn sich der Mann dann noch aus der Verantwortung stiehlt,
vielleicht sogar zahlt,
oft genug auch nicht,
bleibt die emotionale, soziale Verantwortung bei der Frau,
weil ein Kind ja eine Mutter braucht.
Eigentlich auch einen Vater.

Kinder brauchen eine Mutter und einen Vater.
Sagen sie,
die die Kleinfamilie propagieren,
nicht weil es das bestes System ist,
es ist sogar das Schlechteste,
aber die Isolierung hilft,
dass es keine Solidarität,
keine Unterstützung
und keinen Austausch gibt,
dass sich die Menschen darin abstrampeln,
ohne Zeit haben zu verschnaufen,
sich auszuruhen
oder sich zu verbinden,
mit anderen.
Die Kleinfamilie als kapitalistisches Konstrukt ist gewollt,
weil es die Menschen voneinander trennt und auf sich stellt.
Das ist es was der hegemoniale Diskurs verschweigt.
Nur das Erreichen ist wichtig,
denn andere schaffen das auch.
Wenn Du das nicht schafft,
dann bist Du eben unfähig.
Die Schuld liegt immer bei Dir.
Und so werden aus isolierten, bindungsarmen Menschen,
die sich in Kleinfamilien abkapseln,
isolierte, bindungsarme Gesellschaften,
die isolierte, bindungsunfähige Kinder hervorbringen,
auch wenn sie Mutter und Vater haben sollten.

Kinder brauchen eine Mutter und einen Vater.
Selbst dann wird dies aufrechterhalten,
wenn man weiß,
dass die Mutter und der Vater
unter der Last der Aufgaben,
die sie zu bewältigen haben,
zusammenbrechen,
wenn man weiß,
dass sie niemanden haben,
mit dem sie reden können,
bei dem sie sich ausweinen dürfen,
denn man muss das Bild des taffen, erfolgreichen aufrechterhalten,
und dann hat man keine Zeit,
keine Zeit für die Kinder.
Aber Hauptsache, es wird dem Genüge geleistet,
dass Kinder Mutter und Vater haben.

Kinder brauchen eine Mutter und einen Vater.
Und das ist eine propagandistische Lüge!
Eine sehr brauchbare, politisch gewollte,
aber dennoch eine Lüge!

Kinder brauchen Menschen,
authentische, kluge, einfühlsame, konsequente, verlässliche Menschen,
die weder Vater noch Mutter sein zu brauchen,
die nicht einmal verwandt zu sein brauchen,
die nicht einmal einem bestimmten Geschlecht anzugehören brauchen,
sondern die für das Kind da sind,
verlässlich und einfühlsam,
die dem Kind versprechen,
egal, wie es Dir geht,
wenn Du traurig, wütend, einsam, verängstigt oder einfach nur lustlos bist,
ich bin für Dich da,
egal, wie Du Dich benimmst,
und wir benehmen uns doch alle mal daneben,
ob gewollt oder ungewollt,
dann werde ich mich trotzdem nicht von Dir abwenden,
auch wenn ich es nicht hinnehme,
aber meine Zuneigung und Zuwendung sind nicht an Dein Verhalten geknüpft.
Du brauchst es Dir nicht erarbeiten,
aber Du kannst es auch nicht verlieren.
Deshalb brauchen Kinder Menschen,
echte Menschen,
authentische Menschen,
erfahrbare Menschen,
und nicht einfach nur Mutter und Vater.

Kinder brauchen Mutter und Vater.
Der Satz allein ist eine Lüge.
Kinder brauchen Menschen,
die für sie da sind.

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