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Life is too short for boring stories

Zielgerichtetheit, Effizienz und Effektivität, sind die Kategorien, die in unserer Welt zählen. Alles was getan wird muss in der kürzest möglichen Zeit oder mit dem geringest möglichen Mitteleinsatz oder mit dem höchst möglichen Output, oder am besten mit allem zusammen, geschehen. Das sind großartige Voraussetzungen. Zumindest für jene, die meinen, die Menschen unter Kontrolle halten zu müssen. Wie Eltern ihre Kinder. Wer alles so schnell wie möglich erledigt, hat keine Zeit sich umzusehen, sondern sieht nur das Unmittelbare, das getan werden muss. Von Nachdenken gar nicht erst zu reden. Er muss sich ständig auf seine Arbeit, auf alles, was getan werden muss, oder wovon man glaubt oder sich hat einreden lassen, dass es getan werden muss, konzentrieren. Und selbst im Urlaub lässt man die anerkannten Kategorien nicht zu Hause, sondern setzt sie auch da um. So viele Sehenswürdigkeiten in so kurzer Zeit wie möglich. Es spielt keine Rolle, wenn man hinterher gerade mal noch weiß, wie der Ort hieß, den man besichtigte. So viele Animationsangebote in Windeseile zu absolvieren, oder einfach so viel Alkohol wie möglich in sich hineinzuschütten. Der Effizienz geschuldet. Aber wie, wenn wir die Kategorien nicht mehr anerkennen?

Wenn wir in der Früh aufstehen, dort draußen, wo die Natur noch ihr Vorrecht hat und wir uns einen Platz darin finden müssen, dann ist es mit dem Licht. Es geschieht ohne Plan und Notwendigkeit. Es geschieht. Wir haben uns nichts zu unterwerfen, außer den Gegebenheiten. Dem Wetter. Dem Licht. Und wenn uns das Wetter gewogen ist, dann brechen wir auf. Erst hier entscheiden wir uns für einen Weg. Es hat keinen besonderen Grund warum wir diesen einschlagen. Es könnte auch jeder andere sein. Aber wenn wir uns entschlossen haben, dann wollen wir ihn erkunden. Neugierig auf alles, was es hinter der nächsten Biegung zu entdecken gibt, und hinter der nächsten, bis wir den Berg erklommen haben und in die Ferne sehen. Still und friedlich liegt die Welt vor uns. Stille und Friede spüren wir in uns. Innehalten, nicht nur ganz oben, sondern immer, wenn uns danach ist. Es gibt nichts was uns treibt. Wir vertrauen uns an. Dem Weg, dass er hält. Und der Stimme in uns, die uns führt.

 

Es ist auch kein Weg, der einfach da ist, denn es gab niemanden, der vorausging, sondern er wird, indem wir ihn gehen, gleich unserem Leben, das wird, indem wir es annehmen und nichts weiter tun als es zu leben. Wie viel Zeit wird doch darauf verschwendet, Zeit zu sparen. Wie viel Leben wird doch darauf verschwendet, die Voraussetzungen zu erarbeiten, um leben zu können. Dabei haben wir alles von Anfang an mitbekommen. Auch dafür den Weg zu finden und zu gehen. Schritt um Schritt. Keiner gleicht dem anderen. So wie kein Ort dem anderen gleicht. Schritt um Schritt. Für uns selbst. Jeweils. Ab und an sehen wir uns um. Nein, wir sind nicht allein. Es ist gut zu wissen, dass man auf seinem Weg nicht alleine ist, auch wenn einem das Gehen selbst keiner abnimmt. Aber auch nicht die Freude am Neu-Entdeckten. Wir können es uns mitteilen. Teilnehmen lassen.

 

Der Weg wird, indem wir ihn gehen. Immer vorwärts. Anhalten. Umsehen. Innehalten. Vorwärtsgehen, bis wir dort wieder ankommen, wovon wir ausgegangen sind. Vom Anfang des Tages bis zum Ende. Vom Anfang des Lebens bis zum Ende. Immer kommen wir dorthin wieder zurück, wovon wir ausgegangen sind und wo wir uns beheimatet fühlen. Immer wieder finden wir zurück, so verschlungen der Weg auch immer sein mag. Nur sich umwenden und zurückblicken, ist keine Option. Erstarren im Gewesenen. Festhalten am Gekannten. Vorwärts bringt uns der Weg. Und das Leben ist der Moment.

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