Kinder (1)

Kinder (1) – Alle Geschichten
🎬 Start der Serie!

Dies ist der erste Teil einer epischen Serie. Verfolge das Abenteuer weiter!

Kinder sind unsere Zukunft, so heißt es. Der Anfang des Jahres kommt bald, in den wir so viel Hoffnung setzen, obwohl niemand erklären kann, warum ein bloßer Wechsel der Jahreszahl, irgendetwas ändern sollte, etwas Neues entsteht, da die agierenden Protagonist*innen die gleichen bleiben. Würde dieser Wechsel eine Änderung der Menschheit bringen, eine tiefgreifende, dann würde es sinnvoll sein, darauf zu setzen, aber weder die Sterne noch eine Zahl am Kalender hatten je Einfluss auf die Entwicklung der Menschheit, ihrer Ignoranz gegenüber Leid, Schmerz und Tod, solange es einen nicht selbst betrifft. Erst wenige Tage zuvor, wurde auf der ganzen Welt, wie jedes Jahr, die Geburt eines Kindes gefeiert, eines armen, an den Rand gedrängten Kindes, das späterhin der Messias genannt wurde, von denen, die daran glauben.

Dieser Tage, die erfüllt sind von diffusen Hoffnungen, die nur eines gemeinsam haben, dass sie auf ein Wunder setzen, das von außerhalb kommt, werden viele Kinder geboren. In den westlichen Ländern, den sog. zivilisierten, entwickelten, eigentlich nur reichen, überleben die meisten. Auch die Mütter. Die medizinische Versorgung ist gewährleistet, wenn auch nicht in allen gleich, aber immerhin. Zwei Mütter begeben sich in die Klinik, doch in zwei verschiedene. Die eine in eine kleine, elitäre Privatklinik in einem Wiener Nobelbezirk, die andere in ein öffentliches Spital in einem Arbeiterbezirk derselben Stadt.

Die werdenden Eltern werden in der Privatklinik vom Primar persönlich begrüßt, die Schwangere auf ihr Zimmer geführt. Dort wird auch der Kaiserschnitt durchgeführt, der schon seit langem geplant war. Der Termin wurde den Bedürfnissen der Eltern und ihrer geschäftlichen Notwendigkeiten angepasst. Alles funktioniert nach Plan, so wie in ihrem Leben. Niemand darf aus der Reihe tanzen oder etwas anderes wollen, denn dann kommt die ganze Ordnung durcheinander. Schon gar nicht so etwas Läppisches, wie eine Geburt. Wenige Stunden später präsentiert die Krankenschwester den nun seienden Eltern den frischgewaschenen, sauber eingepackten Jungen und fragt nach seinem Namen, den die Obsorgeberechtigten als Alexander angeben. Eine Nacht verbleibt die Mutter in der Klinik, die sie am nächsten Tag verlässt, gefolgt von Ehemann, Kindermädchen und Amme, wobei letztere das Kind tragen. Die Eltern begeben sich auf eine geschäftliche Reise, während der Sohn dem Dienstpersonal anvertraut wird. Alexander wird umfassend versorgt. Es fehlt ihm an nichts, denn die Frauen, die zu seiner Pflege eingestellt wurden, kümmern sich rührend. Er ist ein ruhiges Baby, das wenig weint und viel lächelt, so dass er im Handumdrehen die Herzen aller erobert, außer die seiner Eltern, aber die kennen ihn auch nicht.

Mit der Straßenbahn fährt die werdende Mutter in die Klinik in einem Arbeiterbezirk. Obwohl sie von Wehen gebeutelt wird, hat sie keine andere Wahl. Ein Taxi kann sie sich nicht leisten. Sie muss froh sein, wenn sie nach dem Krankenhausaufenthalt noch eine Arbeit hat, denn die Geburt, die sich gerade ankündigt, könnte nicht ungünstiger fallen. Ein paar Tage mehr hätte sie sich gewünscht, denn gerade um die Zeit florierte das Süßigkeitengeschäft, in dem sie arbeitete und sie bekam viel Trinkgeld. Aber da hatten die Wehen eingesetzt und sie musste weg. Sicher, ihr Chef, ein alter, integrer Herr, könnte das verstehen, auch wenn er verärgert war, denn es war sicher nicht leicht, sofort Ersatz für sie zu finden. Doch das durften jetzt nicht ihre Sorgen sein. Mit dem Lift fuhr sie in die Geburtenabteilung und meldete sich an. Da war niemand, der sie unterstützen würde, gab sie bei der Anmeldung an. Wenige Stunden später, es war zum Glück eine leichte Geburt, hielt sie ihren Sohn in Händen, der sofort mit einer Intensität an der Brust zu saugen begann, als würde er sich vorgenommen haben, ganz schnell groß zu werden. Nach ein paar Tagen durfte die Mutter mit ihrem Sohn, für den sie den Namen Florian ausgewählt hatte, nach Hause gehen. Sie feuerte den kleinen Ofen an und rasch breitete sich wohlige Wärme in der Ein-Zimmer-Wohnung aus. Die Mutter war glücklich, trotz allem. Florian schlief friedlich in ihrem Bett. Alles war gut.

Zwei Leben, die durch eine Geburt begonnen haben, sich auf der Welt zu entfalten. Zwei gleiche Ausgangspunkte, doch völlig verschieden im Weiteren. Alexander, der alles bekam, weil seine Eltern es sich leisten konnten, alles, außer Zeit. Florian, der bekam, was er brauchte, nicht mehr, doch dafür die Zeit und Aufmerksamkeit seiner Mutter

Du willst wissen, wie es mit den beiden weitergeht, dann schau am 31. Dezember vorbei oder, noch besser, abonniere den Blog und Du wirst immer informiert, so dass Du keine Geschichte mehr versäumst.

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