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Life is too short for boring stories

Eingerollt in Deinen Armen, Dich ganz nahe bei mir, sind wir doch „nur“ Freunde, wie man sagt. Dabei ist doch die Freundschaft eine der wunderbarsten Dinge, die man sich schenken kann. Wir haben unseren Weg. Anders als beim Vater meiner Kinder. Wenn ich an die Liebe zu meinen Kindern denke, so ist der Gedanke an ihn unumgänglich. Ich habe ihn geliebt, und tue es bis zu einem gewissen Grad noch immer, denn unsere Kinder haben ein Band zwischen uns gewoben, das nicht getrennt werden kann.

Wir sind zusammengekommen, und auch wieder auseinandergegangen, aber ganz wird es nie sein. Natürlich haben wir uns geliebt. Und auf diese Liebe haben wir ein Leben aufgebaut. Dachten, es wäre für immer. Für immer ist so lang und unüberschaubar. Es sagt sich leicht. Es denkt sich leicht. Vor allem, wenn man jung ist und noch keine Ahnung hat. Nicht vom Leben, noch weniger von seinen Veränderungen. Wir haben uns geliebt. Eine Liebe, die so stark und unumstößlich schien, dass wir meinten, es könnte ihr nichts etwas anhaben. Nur haben wir dabei eines außer Acht gelassen, das Leben selbst. Es fordert uns heraus, jeden Tag aufs Neue. Es bringt Veränderungen mit sich und wir reagieren darauf. Es verändert uns. Es kann aufeinander zu oder voneinander weg sein. Wir entwickelten uns in verschiedene Richtungen, die irgendwann nicht mehr kompatibel waren. Lange wollten wir es uns nicht eingestehen, weil wir es doch versprochen hatten und wir es auch wollten, das ganze Leben. Aber wir fanden nicht mehr zueinander. Irgendwann konnten wir es nicht mehr leugnen, auch nicht vor uns selbst. Dann trennten sich unsere Wege. Es war unumgänglich, und eigentlich nur das Sichtbar-machen dessen, was sich schon längst vollzogen hatte. Und sobald der Schmerz vorbei war und das Denken wieder klar, wurde mir bewusst, dass es eine Liebe war, die alles tragen wollte, es aber nicht konnte, weil sie zu wenig war für das Leben, oder zu viel. Dennoch war die Liebe so echt, wie eine Liebe eben echt sein kann. Und auch sie war im Fluss, nur, dass sich eine Gabelung auftat, an der sich das Gemeinsam trennte. Es führte ihn in eine neue Liebe, und ich freue mich darüber, weil ich ihn immer noch liebe, als den Vater meiner Kinder. Es ist eine Liebe, die sich über das neugewonnene Lebensglück des anderen freut, soweit die Distanz auch immer sein mag.

 

SAMSUNG CSCAuch daran denke ich, da ich eingerollt in Deinen Armen liege. So unterschiedlich ist die Liebe. Zu Dir, zu meinen Kindern, zum Vater meiner Kinder und auch zu meinen nicht-menschlichen Gefährten. Meine Hunde liegen bei uns. Sie sind da. Sie sind immer da. Ich kann es mir gar nicht mehr anders vorstellen. Hat es ein Leben ohne sie gegeben? Natürlich hat es das, aber was weiß ich schon noch davon. Es kommt mir so vor, als wäre es niemals anders gewesen, weil ihr Da-Sein mein Leben bereichert. Wortlos, aber immer zugewandt. Ich habe die Verantwortung übernommen, als ich sie in mein Haus und mein Leben holte. Es war nicht ihre Entscheidung. Sie hatten nichts zu entscheiden, sondern mussten es geschehen lassen. Sich zu entscheiden einen nicht-menschlichen Gefährten zu sich zu nehmen, bedeutet über den Kopf eines anderen hinweg etwas zu machen. Und dieser hat keine andere Wahl als es geschehen zu lassen. Daran gibt es nichts zu beschönigen. Es ist eine diktatorische Entscheidung. Kinder zu bekommen und nicht-menschliche Gefährten zu haben ist letztlich eine zutiefst egozentrische Entscheidung. Ich alleine entscheide. Im Falle der Kinder noch ein zweiter Mensch, aber niemals entscheidet derjenige, den die Entscheidung betrifft. Deshalb ist diese Verantwortung eine allumfassende. Ich habe meine Entscheidung zu verantworten und zu tragen. In jedem Moment. Dennoch bilde ich mir ein, dass sie mich lieben, wie eben Menschen meinen, andere Lebewesen vereinnahmen zu dürfen, für sich. Kann denn eine Liebe sein, die keine Freiheit kennt? Kann das Liebe sein, die keine Wahl hat? Kann ich denn allen Ernstes verlangen geliebt zu werden, obwohl ich gesagt habe, für den anderen, dass es so zu sein hat? Und dennoch bilde ich es mir ein, weil ich es mir einbilden will. Doch nicht nur deshalb, sondern auch und vor allem, weil ich ein Mensch bin und mich als solcher als Meister über meine Mitgeschöpfe aufspiele. Kann das denn wirklich Liebe sein und nicht nur ein Vereinnahmen und Beherrschen? Ist es tatsächlich eine Facette der so facettenreichen Liebe?

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