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Life is too short for boring stories

Landwirte sind Unternehmer, jene, die Feldfrüchte anbauen ebenso wie jene, die Tiere züchten. Sowohl Feldfrüchte, als auch die tierischen Produkte sind für den Landwirt nichts weiter als Handelsware, die er so effektiv wie möglich vermarkten möchte, denn schließlich geht es um seinen Lebensunterhalt, seinen und den seiner Familie. Nun ist es bekannt, stellt man Einsatz und Ertrag gegenüber, dass die Landwirtschaft nicht zu den Branchen gehört, in denen man sich eine goldene Nase verdient. Deshalb muss auch der Landwirt – wie jeder kluge Kaufmann – danach trachten so effizient wie möglich zu erzeugen. Bei den Feldfrüchten muss so viel wie möglich aus der vorhandenen Fläche herausgeholt werden. Bei den Tieren in so kurzer Zeit wie möglich so viel tierische Produkte wie möglich erbracht werden. Denn je länger ein Tier von der Geburt bis zur Schlachtung im Stall steht, desto höher die Kosten für den Landwirt. So wird mittels entsprechenden Futters die Wachstumszeit auf ein Minimum verkürzt. Aber auch der Raumbedarf wird so klein wie möglich gehalten, denn auch das kostet Geld. Des Weiteren muss er darauf achten alle anderen Parameter effizienter zu gestalten.

Eine Legehenne hat so eine Lebensdauer von ungefähr zwei Jahren, denn in diesen zwei Jahren zeigt sie die höchste Legeleistung. Sobald sie diese einbüßt, wird sie nach Holland zur Entsorgung verbracht. Aber auch nicht jedes Huhn darf wachsen. So widerspricht es eben jenen Effizienzkriterien einen Hahn aufzuziehen, so dass in Deutschland rund 50 Millionen Küken gleich nach dem Schlüpfen vernichtet werden, genauer hin männliche Küken, denn diese zeigen entscheidende Nachteile. Erstens brauchen sie mehr Zeit zum Wachsen, erzeugen also höhere Kosten bis zur Schlachtung. Zweitens legen sie – naturgemäß – keine Eier. Drittens legen sie weniger Fleisch an, das verkauft werden kann. Das alles macht sie für die Landwirte unattraktiv und führt dazu, dass sie zweckrational entsorgt, also entweder geschreddert oder vergast, werden.

 

Dicht gedrängt hocken nach wie vor die Tiere aufeinander, mit den entsprechenden Folgeschäden. So werden Milchkühen die Hörner entfernt, damit sie weniger Platz brauchen. Aber auch das Entfernen des Kalbes von der Mutterkuh innerhalb von kürzester Zeit entspricht eben jenen Effizienzkriterien, denn eine Mutterkuh, die ein Kalb säugt, fällt für die Milchproduktion aus und bedeutet einen Kostenfaktor, dem keine Erträge gegenüberstehen. Und ja, eine Kuh muss zuerst ein Kalb bekommen, damit sie Milch gibt, denn von Natur aus ist die Milch der Kuh für das Kalb gedacht, so wie die Milch der Frau für den Säugling. Darüber hinaus sollte das Fleisch nicht nur rasch angesetzt werden, sondern auch gut schmecken. Das Fleisch von Ebern jedoch kann einen eigentümlichen Geschmack nach der Geschlechtsreife annehmen, den manche als unangenehm empfinden. Damit das gar nicht erst passiert, werden junge Eber per Hand, ohne Narkose kastriert. Immerhin 20 Millionen pro Jahr in Deutschland.

 

All diese Dinge sind Fakten, sie geschehen, auch in Österreich. Warum sie geschehen ist klar, denn der Wettbewerb auch auf diesem Sektor erfordert es. Es handelt sich dabei auch nicht um große Geheimnisse, sondern um offene Tatsachen, die jeder gerne nachprüfen kann. Was man allerdings mit diesem Wissen macht, das soll jedem selbst überlassen bleiben. Manche sagen nun, dass sie das nicht unterstützen wollen und stellen ihre Ernährung auf vegan um. Andere kaufen ihre tierischen Produkte nur mehr beim Biobauern. Die letzte Möglichkeit ist es zur Kenntnis zu nehmen und weiter zu leben und vor allem zu essen wie bisher. Ganz egal was für eine Entscheidung man für sich selbst trifft, es ist immer auch eine Entscheidung für oder gegen diese Form des Umgangs mit Tieren.

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