Danke, Milchland Niedersachsen

Bild: Milchland Niedersachsen - Daniela Noitz

Post vom Anwalt ist fast immer unangenehm. Diesmal flatterte mir eine E-Mail ins Haus respektive in den Laptop, die mich aufforderte ein Foto von meiner Homepage zu entfernen und da sich dieses seit 2024 auf derselben Seite befand, wurde mir darüber hinaus ein Bußgeld von € 800,– aufgebrummt, da ich keine Erlaubnis für die Benutzung des Bildes hatte. Das stimmt alles und ist auch rechtmäßig. Abgesehen davon, dass es natürlich ärgerlich ist und der Geldbetrag schmerzt, so hat es mir doch die Augen geöffnet, denn das Bild passt sowieso nicht. Es stammt vom „Milchland Niedersachsen“ (hier geht es zur Homepage: https://milchland.de/), die ich mir daraufhin zum ersten Mal ansah. Und zuletzt muss ich sagen, Danke, Milchland Niedersachsen, denn ohne diesen „Schuss vor den Bug“ wäre ich nicht draufgekommen, dass dieses Bild eigentlich völlig unpassend ist. Nachdem ich es nicht verwenden darf (und auch nicht mehr will), werde ich es kurz beschreiben, damit ihr versteht, was ich meine:

Man sieht auf diesem Bild drei Milchkühe von hinten. Sie stehen nebeneinander und es sollen wohl die prallen Euter gezeigt werden. Im Hintergrund ist eine idyllische Landschaft zu sehen. Das stellt ein Werbebild für die „gesunde“ Milch dar. Dabei sind Euter, die diese Größe haben krank, denn gesunde Kühe, haben weit nicht so große Euter. Daneben ist für den geübten Blick erkennbar, wie spindeldürr die Kühe ansonsten sind, was mit der enormen Milchleistung zusammenhängt, die diese Tiere zu erbringen gezwungen sind.

Zwischen 1970 und 2014 verdoppelte sich ihre Leistung von 3725 auf 7390 Liter pro Laktation (so nennt man die etwa 300 Tage dauernde Melkperiode nach der Geburt des Kalbs), eine »Spitzenkuh« in den USA soll angeblich schon annähernd 33000 Liter Milch im Jahr gegeben haben. Sehr viele dieser Tiere haben Euterentzündungen, die in der Regel äußerst schmerzhaft sind. Die Kuh reagiert zunächst mit deutlichen Abwehrbewegungen, wenn man das Euter anfasst, später legt sie sich hin und steht vor Schmerzen nicht mehr auf. Ein weiterer Indikator für eine Euterentzündung ist die erhöhte Zahl körpereigener Zellen in der Milch (wie zum Beispiel weiße Blutkörperchen) – sie zeigen an, dass sich das Immunsystem der Kuh gegen die Erreger zur Wehr setzt. Als anzustrebender Wert gilt eine Zahl von 100000 Zellen pro Milliliter Milch: Kühe mit einer Milch unterhalb dieses Werts können als »eutergesund« angesehen werden, Zahlen oberhalb von 200000 deuten auf mangelnde Eutergesundheit hin, Werte über 400000 Zellen pro Milliliter zeigen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Euterentzündung an.

Es zeigte sich, dass ca. elf Prozent der Milchviehbestände über dem 400000-Wert lagen.

Im Durchschnitt waren in den konventionellen Betrieben 15,2 Prozent der Tiere betroffen, bei den ökologisch wirtschaftenden Höfen waren es nur unwesentlich weniger (14,5 Prozent)Tatsächlich können Landwirte selbst die Milch sogenannter Millionärinnen in ihre Tanks füllen, also Milch von erkennbar euterkranken Kühen mit Zellzahlen von einer Million und mehr. Der Trick: Ihre Milch vermischt sich im Tank mit der Milch ihrer gesünderen Kühe mit niedrigeren Zellzahlen.

Das Bild ist also eine glatte Illusion, nebst dem idyllischen Landschaftsbild, das hineingebastelt wurde und suggerieren soll, dass es den Kühen gut geht. Eine Studie aus Brandenburg zeigt wie viele Kühe innerhalb eines Jahres an Eutern, Beinen und Klauen erkrankt waren. Je nach Milchleistung waren es zwischen 87 und 91%, das bedeutet, zw. 9 und 13% der Tiere waren gesund. Viel realitätsnäher wäre allerdings das folgende Bild:

Doch würden wir unseren Kindern solch ein Bild zeigen? Natürlich nicht. Stattdessen verfahren wir so, wie es auf diesen Cartoon gut zusammengefasst ist:

Während uns auf den offiziellen Medien, dabei ist „Milchland Niedersachsen“ nicht das einzige, vorgegaukelt wird, dass die Kühe gesund und munter sind, sieht die Realität ganz anders aus. Anbindehaltung, Misshandlung und Ausbeutung stehen an der Tagesordnung. Auch die Trennung von Mutter und Kind, um so viel Profit wie möglich herauszuschlagen, ist weit bekannt und wird ebenso geleugnet.

Aber dann kommt automatisch die Aussage: Aber Milch ist so gesund! Wenn man ein Kalb ist, ja, ansonsten nein. Allein der Vergleich der Größe zwischen einem Kuhbaby und einem Menschenbaby sollte genügend offenbaren, um zu begreifen: Kuhmilch ist Muttermilch für Kuhbabies. Seltsamerweise ist der Mensch das einzige Säugetier, das meint nach der Säugeperiode noch Säuglingsnahrung zu sich nehmen zu müssen. Schräg oder? Aber wie sieht es wirklich mit dem Gesundheitsaspekt aus?

In erster Linie wird der gesundheitsfördernde Aspekt der Kuh-Milch auf den hohen Kalziumanteil zurückgeführt. Tatsächlich kann aber das Kalzium der Kuh-Milch nur schlecht von den Knochen aufgenommen werden, da in der Kuh-Milch auch tierisches Eiweiß enthalten ist, das die Aufnahme verhindert, deshalb besser grünes Blattgemüse und Mineralwasser.

Darüber hinaus enthält die Kuh-Milch den insulinähnlichen Wachstumsfaktor IGF-1, der die normale Entwicklung von Gewebe und Knochen fördert. Es hat eine ähnliche Struktur wie Insulin und arbeitet mit Wachstumshormonen synchron, um Zellen zu reproduzieren und zu regenerieren. Dies ist wichtig bei Säuglingen und Kälbern, wohingegen das Signal „Zellen, wachst weiter!“ im Erwachsenenalter problematisch ist. Deshalb steht es im dringenden Verdacht ein Triggermolekül für Krebs zu sein. Außerdem enthält Kuh-Milch Methionin, was zwar eine essentielle Aminosäure ist, aber sich im Übermaß problematisch auswirkt, da es die Levels von Homocystein (quasi ein Stoffwechselgift) und IGF-1 im Körper erhöht. Weiters enthält Kuh-Milch das Sexualsteroidhormon Östrogen, das u.a. in Zusammenhang mit Akne, vorzeitiger Pubertät und einem verminderten Fortpflanzungspotential bei Männern steht. Gemeinsam mit den Wachstumsfaktoren stimuliert es das Wachstum hormonempfindlicher Tumore.

Grundsätzlich kann gesagt werden, wer nicht an Osteoporose, Multipler Sklerose, Gallensteinen, Rheumatischer Arthritis, Diabetes Typ-2, Darm-, Brust- oder Prostatakrebs erkranken will, tut gut daran Kuh-Milch durch pflanzliche Alternativen zu ersetzen.

Deshalb sage ich, Danke Milchland Niedersachsen und Konsorten, dass ich endlich erkannte, wie widerlich das von mir verwandte Bild war und dass es höchste Zeit war, es zu verbannen.

Wer übrigens tatsächlich die Wahrheit über Milch erfahren möchte, schaut nicht auf die Propagandaseiten derer, die damit Geld verdienen. Oder man informiert sich zuvor und schaut sich dann die Propaganda an. Dann kommt ihr von selbst drauf, was davon zu halten ist.

Quelle der Daten:

Wolfschmidt, Matthias. Das Schweinesystem: Wie Tiere gequält, Bauern in den Ruin getrieben und Verbraucher getäuscht werden (German Edition) (Kindle-Positionen314-317). FISCHER E-Books. Kindle-Version.

Kommentar verfassen

Noch mehr Lesestoff:

2 Kommentare

  1. Danke, hier wird ausgesprochen, was wirklich passiert und keine schöne Welt propagiert!
    Es ist wichtig, dies einmal so ungeschminckt wahrzuehmen und daraus persönliche Konsequenzen abzuleiten.

    1. Vielen Dank für Deine unterstützenden Worte. Aber es ist leider wahr, dass die Menschen eine Lüge, die sie hundert Mal gehört haben, mehr Glauben schenken, als der Wahrheit, die sie nur einmal hörten. Dabei muss man auch berücksichtigen, dass die Milchpropaganda seit ca. 60 Jahren auf Hochtouren läuft.

Kommentar verfassen