Kreativ und innovativ

Kreativ und innovativ – Alle Geschichten

Heute ist der Welttag der Kreativität und Innovation, wie ich durch Zufall erfahren habe. Es gibt ja mittlerweile für fast alles einen Welttag. Es nützt sich ab, wird uninteressant, außer man kann irgendeine konsumistische Aktion daran hängen. Aber für Kreativität und Innovation braucht man mal nichts kaufen, ganz im Gegenteil, das Eingefahrene, Immer-Gleiche wird nicht dazu führen, dass man kreativ und innovativ ist. Das geht nur, wenn man neue Wege beschreitet, sich außerhalb stellt, Gedanken zulässt, die eben nicht wie alle anderen sind. Aber dazu bedarf es vor allem zweier Dinge: Zeit und Muße.

Vieles lässt sich zwingen. Routinearbeiten kann man im Schlaf erledigen. Deshalb machen die meisten Menschen die meiste Zeit das Meiste unbewusst, ohne darüber nachzudenken. So hat man es gelernt und so führt man es fort. Das kann recht beruhigend und entlastend sein, weil man Kapazitäten für anderes frei hat, wie für Kreatives und Innovatives. Beides lässt sich nicht zwingen. Man muss es geschehen lassen. Die besten Texte, die intensivsten Geschichten geschahen mir mehr, als dass ich sagen könnte, woher sie kamen. Sie waren plötzlich da, als Abschluss eines Prozesses, bei dem ich meinen Gedanken keinen Einhalt gebot, sondern sie einfach fließen ließ. Einer gab den anderen und ich war erstaunt, wie das eine zum anderen führte, aber ich ließ es gewähren und zuletzt war etwas da, was es zuvor nicht gab und wovon ich auch nicht sagen könnte, wie es passiert ist. Es ist, als hätte mein Kopf Komponenten, von denen ich meinte, dass sie nichts miteinander zu tun haben, doch zusammengefügt. Der kreative Geist schert sich nicht um Grenzen oder die Aussage, das geht nicht. Er fragt höchstens, lass es mich doch erst einmal probieren. Natürlich kann es sein, dass dieser Ansatz in einer Sackgasse endet, aber das macht nichts, denn dann fängt man wieder von vorne an, so wie ein Kind, das baut und immer wieder Fehlversuche hat, aber sich davon nicht beirren lässt. Das bedeutet aber auch, dass es nicht möglich ist in der Art zu produzieren oder zu arbeiten, wie man es erwartet. In einer bestimmten Zeit ein konkretes Ziel zu erreichen. Kreativität und Innovation lassen sich nicht erzwingen oder unter Zeitdruck setzen. Dann – und das kennt wohl jede, die schon einmal kreativ gearbeitet hat – hat man den Eindruck, dass gar nichts mehr geht, als würden sich die Gedanken zurückziehen und sich verweigern. Es lässt sich nicht prognostizieren oder bestimmen, sondern man muss es sich schenken lassen, es auf sich zukommen lassen. Es ist eigentlich das genaue Gegenteil dessen, was wir in unserer Welt gelehrt bekommen. Man muss was tun, muss den Eindruck erwecken, als wäre man immer und überall beschäftigt. Aber das ist es, was lähmt und die meisten Menschen glauben macht, dass sie unkreativ und uninnovativ sind. Dabei erlauben sie sich selbst nicht, einmal das zu sein, was man landläufig als undiszipliniert bezeichnet. In der Wiese liegen und zusehen, wie die Wolken vorbeiziehen, während man eigentlich den Rasen mähen sollte. Oder einfach durch den Wald zu spazieren, ohne Ziel oder konkrete Ausrichtung, einfach nur, um das Besondere des Waldes auf sich wirken zu lassen. Miteinander einen Abend zu verbringen oder auch irgendeine andere Zeit, sich zu unterhalten oder auch zu schweigen, wenn es passt und seine Gedanken fortführen lassen von Deinen, hin zu neuen Aussichten und Ansichten und Einsichten, so dass auch hier wieder etwas Neues entstehen kann. Und das ganz ohne Absicht, sondern einfach, weil es passiert.

Kreativität und Innovation kann nur sein, wenn ich mich auf etwas einlasse, was anders ist, mit der Gefahr fehlzugehen. Doch nur so kann etwas Neues entstehen. Bunt und anders und unvorhergesehen, das ist sein Wesen. Und wenn Du mich fragst, wie bist Du darauf gekommen, dann kann ich Dir guten Gewissens sagen, dass ich es nicht weiß und es lässt sich auch nicht wiederholen. Es ist so individuell und einzigartig wie unser Verstehen. Du beflügelst mich und bereicherst mich und schenkst mir den Raum mich zu entfalten, so dass ich meine Gedanken ohne Beschränkung fliegen lassen kann, weil Du mich auffängst, wenn ich mich zu sehr der Sonne annähre. Es wäre tatsächlich so einfach. Lass es zu, dass Du kreativ und innovativ bist. Du wirst erstaunt sein, was noch alles in Dir schlummert und nur zum Leben erweckt werden will.

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