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Life is too short for boring stories

Dass Frauen ein Drittel weniger als Männer verdienen, dass sie trotz allem öfter Opfer von Gewalttaten werden und immer noch den Großteil der häuslichen Arbeit auf sich nehmen müssen, das wird wohl immer wieder erzählt und diskutiert, ist aber mittlerweile weithin bekannt. Weniger bekannt ist jedoch – und zum Glück gibt es jetzt eine Studie darüber – Frauen verdienen nicht nur weniger, sie sind auch gezwungen mehr Geld auszugeben um in der Gesellschaft bestehen zu können.

Frauen verdienen weniger. Man kann nun die Gründe dafür hin- und her- und wiederkäuen wie man will. Man weiß es, und wie bei so vielen anderen Dingen, von denen man weiß, dass sie so sind wie sie eben nun mal sind, und auch noch weiß, dass es nicht in Ordnung ist, dass sie so sind wie sie nun mal eben sind, lassen wir es dabei bewenden. Schließlich will man da nicht groß anecken. Keinen Radau veranstalten. Und worüber sollte sonst geredet werden bei den diversen Symposien, Tagungen, Einkehrtagungen und sonstigen Veranstaltungen.

Frauen verdienen ein Drittel weniger als Männer ist dennoch nur ein Teil der Wahrheit, denn ein Frau muss darüber hinaus auch noch viel mehr Geld ausgeben um als Frau anerkannt zu werden. Das beginnt zwar noch nicht bei der Auswahl des Schnullers bzw. der geschlechtskonformen Kuscheldecke, aber was noch nicht ist, kann noch werden. Vielleicht kann ich reüssieren, wenn ich Herrn Hipp vorschlage, nun endlich rosa bzw. blau eingefärbtes Milchpulver auf den Markt zu bringen. Spätestens im Kindergarten jedoch geht es los. Da treffen zwar die Ausgaben noch die Eltern, aber doch auch wieder in erster Linie die Mütter, da sie um die Bedürfnisse des weiblichen Kindes nach Glanz und Glitter, Rosa und Tüll am besten Bescheid weiß. Weiter geht es dann in der Volksschule, wenn sich Kosmetik und passende Täschchen und sonstige Accessoires hinzugesellen, wie Spangen, Haargummis und – nicht zu vergessen – der Schmuck. Welche Mutter nicht spätestens hier den ersten Termin bei der Kosmetikerin ihres Vertrauens ausmacht, darf sich hinterher nicht wundern, wenn ihre Tochter die Überfuhr zum Frau-sein verpasst. Das passende Outfit, die Kosmetiksessions und der Kampf um die Figur bestimmen von nun an das Leben der Frau. Wie dies genau auszusehen hat, das erfährt die Frau von Welt selbstverständlich aus den jeweiligen Fachpublikationen wie Woman etc.

Demgegenüber hat sich die Frau auch durch die Emanzipation so manchen Nachteil eingehandelt, da sie die höheren Ausgaben nicht mehr dadurch wettmachen kann, dass sie sich einladen lässt oder ihre „alten Fetzen“ nach der Heirat auftragen kann, da nichts mehr fix ist und sie nie weiß, wann sie wieder am Markt steht und sich aufs Neue feilbieten muss. Deshalb hat sie dem Grundsatz zu folgen: „Immer frisch die Ware, von der Wiege bis zur Bahre!“

Das muss alles so sein! Muss das alles so sein? Muss es sein, dass eine Frau immer nach dem neuesten Trend gekleidet sein muss, selbstverständlich vom richtigen Label? Muss es sein, dass die Hysterie um sich greift bei der Entdeckung eines Fältchens, eines grauen Haares oder eines abgebrochenen Fingernagels? Muss es denn sein, das Verstecken hinter einer Maske aus Make-up und sonstigen Verjüngungs- und Verschönerungsmethoden? Und wenn das sein muss, wer sagt das?

Vielleicht wäre es einmal ein konstruktiver Ansatz das Frauenbild der Frauen zu hinterfragen, auf deren Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit, so dass die überreiche Pracht der Dekadenz endlich geschoren wird.

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