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Life is too short for boring stories

Die Kaffeetasse in der Hand geht er die paar Meter vom Küchentisch zum Schreibtisch, um sich in sein Büro zu Hause zu begeben. Home Office nennt sich das Neudeutsch. Warum kann man nicht einfach heimatliches Büro sagen? Aber das ist nur eine periphere Frage, die ihn sofort wieder verlässt, weil eine andere Erkenntnis dazwischentritt. Eigentlich, …

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Der Karneval ist vorüber. Verschlafen und matt liegen die Gondeln der alten Hafenstadt Seite an Seite in ihren Anlegestellen, dies- und jenseits der großen Kanäle, die, voller Leben bei Tag und verlassen bei Nacht, Venedig wie unzählige Adern durchziehen. Die langen, spitzzulaufenden Büge weisen stolz und aufrecht in den nebelverhangenen Himmel. Ein Ambiente, in dem …

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Diese Natur war auch rund um das Haus gewesen, damals als sie einzogen. Stundenlang konnte man über Felder und durch kleine Wäldchen wandern. Damals lag ihr Häuschen am Stadtrand, doch mittlerweile hatte die Stadt es verschluckt, die ewig pulsierende und sich ausdehnende, ungehemmt wachsende und vereinnahmende. Rundherum waren Häuser gebaut worden, immer mehr und mehr …

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Max Mank war alt. Doch erst seit seine Frau gestorben war, fühlte er es deutlich. Bis dahin war es ihm nicht wirklich aufgefallen. Zuerst waren die Kinder aus- und weggezogen. Nach und nach verließen sie die Freunde, und zuletzt auch seine Frau. Sie war seine letzte Stütze gewesen, zumindest seit der Pensionierung vor nunmehr zehn …

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„Stattdessen hat sie uns großgezogen, mich und meine beiden Schwestern, und auch über diese Zeit gibt es eigentlich nicht viel zu berichten, nicht mehr und nicht weniger, als es eben über die Alltäglichkeit zu berichten gibt. Statt Rat, schenkte sie uns Vertrauen zu unseren Entscheidungen und wohl auch den Mut diese durchzutragen, und so kam …

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Ganz allein war er. Neben dem Zaun zum Bad saß er auf seinem roten Bobby Car. 35 Grad. Kein Schatten. Er sah durch den Zaun. Sehnsüchtig sah er auf die Badenden. Eine Frau mit einem Jungen erbarmte sich. „Sie können den nicht mitnehmen“, erklärte der Bademeister lapidar. „Warum nicht?“, fragte die Frau. „Wer übernimmt die …

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Am späten Nachmittag hatte die Fähre abgelegt. Die See war ruhig und der Himmel wolkenlos. Meine Gefühle waren eher gemischt, als ich Barnabas einpacken musste und der Spedition übergab. Allzu oft hatte ich schon darauf vergessen, dass er ja letztendlich doch kein Mensch war, dass er weder Hunger noch Durst, weder Kälte noch Hitze erleiden …

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Es kann sein, dass das Leben gut ist, trotz aller Gefahren, möglichen Entbehrungen und Unvorhersehbarkeiten, aber es ist gut, weil es ein autonomes, selbstbestimmtes ist, weil Mütter ihre Kinder zur Welt bringen und so die Familien erweitern, weil sie zusammen sind und geborgen. Freiheit ist der Lebensraum, in den einen die Evolution gesetzt hat, mitten …

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Versonnen, beinahe liebevoll packte Alexander seiner Figürchen aus und stellte sie auf die Box, die er extra gebaut hatte um sie in der Fußgängerzone zu präsentieren. Jedes Stück ein Unikat. Da fanden sich traurige und lustige, ernste und verträumte Gesichter. Alexander zeigte sich darin als Meister darin menschliche Regungen lebendig und täuschend echt in den …

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