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Life is too short for boring stories

„Ich hatte letzte Nacht einen Traum, aber ich bin mir nicht sicher ob es ein Traum war.“

„Wie kann man sich nicht sicher sein ob es ein Traum war? Du hast geschlafen und erlebtest etwas, was nicht real geschah. Das ist wohl ein Traum.“

„Woher soll ich das wissen ob ich schlafe, wenn ich schlafe. Es hat schon etwas Seelenloses und Beängstigendes, das Schlafen. Man ist dabei, man erlebt Dinge, und doch weiß man nicht ob man wirklich dabei ist oder nicht. Nein, richtiger wäre zu sagen, ich bin dabei, ich erlebe Dinge, und doch weiß ich nicht ob ich wirklich dabei bin oder nicht.“

„Aber ich nehme an, Du wolltest mir von dem Traum erzählen?“

„Nein, das wollte ich nicht! Wie kommst Du darauf?“

„Weil, wenn jemand anfängt mit den Worten, ich hatte letzte Nacht einen Traum, dann ist das quasi die Einleitung zur Erzählung des Traumes, novellenartig angelegt. Wie viele Leute doch Novellen erzählen ohne es zu wissen.“

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„I had a dream last night, but I’m not sure if it was a dream.“

“How can you not be sure if it was a dream? You slept and experienced something that didn’t actually happen. That is probably a dream.“

„How should I know if I’m sleeping when I’m sleeping. There is something soulless and frightening about sleeping. You are there, you experience things, and yet you don’t know whether you are really there or not. No, it would be more correct to say, I’m in, I experience things, and yet I don’t know whether I’m really there or not.“

„But I suppose you wanted to tell me about the dream?“

“No, I didn’t want that! What makes you think that?“

“Because if someone starts with the words, I had a dream last night, then that’s kind of the introduction to the story of the dream, like a novella. How many people tell novellas without knowing it.“

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It has only been a few months since she celebrated her birthday with her family, her 86th birthday. They had all come, the children and children-in-law, the grandchildren and great-grandchildren. She was happy to have them around. Maybe it wasn’t going as fast as it used to be, but she could still take care of herself. Going shopping, cooking, keeping the apartment tidy, it was all possible. Then she broke her leg and things went very quickly from there. She could no longer walk or use her hands. They just didn’t want to anymore. Suddenly she could no longer eat, cook or go to the toilet, which was taken for granted until then. In the end, language also failed her. Where was she, her family? No, nobody had time to take care of them. So she came to the nursing home.

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Erst wenige Monate ist es her, dass sie im Kreis ihrer Familie Geburtstag gefeiert hatte, ihren 86. Geburtstag. Alle waren sie gekommen, die Kinder und Schwiegerkinder, die Enkel und Urenkel. Sie freute sich, sie um sich zu haben. Vielleicht ging es nicht mehr so schnell wie früher, aber sie konnte noch für sich sorgen. Einkaufen gehen, kochen, die Wohnung in Ordnung halten, das war alles möglich. Dann hatte sie sich das Bein gebrochen, und von da an ging es sehr schnell. Sie konnte nicht mehr gehen, auch nicht die Hände benutzen. Sie wollten einfach nicht mehr. Plötzlich konnte sie nicht mehr, was bis dahin selbstverständlich war, essen, kochen, aufs Klo gehen. Zuletzt versagte ihr auch noch die Sprache den Dienst. Wo war sie, ihre Familie? Nein, keiner hatte Zeit sich um sie zu kümmern. So kam sie in das Pflegeheim.

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Immerse in water to get dry.

We could love each other when we are tired of hating.

The wind frees us from indolence.

Two men in white came down the dock.

He was still there.

Sat there and stared into the water.

No blink of an eye seemed to break his gaze.

We always only wanted one thing.

Find you

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Ins Wasser eintauchen um trocken zu werden.

Wir könnten uns lieben, wenn wir vom hassen müde sind.

Der Wind befreit uns von der Trägheit.

Zwei Männer in Weiß kamen den Steg entlang.

Er war immer noch da. Saß da und starrte ins Wasser.

Kein Lidschlag schien seinen Blick zu durchbrechen.

Wir wollten doch immer nur das eine.

Dich finden.

Wir stellten uns so viel vor, was Du sein könnte.

Der Wolf war es nicht. Der Rabe war es nicht. Und auch nicht die Füchsin.

Wir wollten doch immer nur das eine leben.

Du sein für den, der es verstand.

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It was still a wonderful night, open and clear, but I couldn’t see it anymore. There was a meeting I didn’t know about and an exchange that I didn’t think had happened and now a threat that I wasn’t even aware of. In my mind’s eye I saw an island appear in Provence, where I had never been before, and the attackers holed up in the bushes. I closed my eyes, trying to get rid of this, and when I looked up he was still there.

„Don’t you want to tell me the code?“ He persisted.

„I don’t know about all of the things you said, and yet I don’t want you to be unhappy, especially if I’m to be guilty of something I didn’t do,“ I continued.

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Es war immer noch eine wunderbare Nacht, offen und klar, aber ich hatte keinen Blick mehr dafür. Da war ein Treffen, von dem ich nichts wusste, und ein Austausch, der meiner Meinung nach nie stattgefunden hatte, und jetzt eine Bedrohung, derer ich mir gar nicht bewusst wurde. Ich sah vor meinem geistigen Auge eine Insel auftauchen, in der Provence, wo ich noch nie gewesen war, und die Angreifer, die sich im Gebüsch verschanzten. Ich schloss die Augen, wollte das loswerden, und als ich aufsah, war er immer noch da.

„Willst Du ihn mir nicht sagen, den Code?“, blieb er standhaft.

„Ich weiß nichts von all den Sachen, die Du gesagt hast, und doch möchte ich nicht, dass Du unglücklich bist, vor allem wenn ich schuld sein soll mit etwas, das ich gar nicht getan habe“, fuhr ich fort.

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Offenheit und Klarheit lag auch in dieser Nacht. Nichts war bestimmt. Alles war möglich. Gewöhnliches und Absurdes, und natürlich alles dazwischen.

„Ich habe Dich so lange gesucht. Warum nur hast Du Dich vor mir versteckt?“, sagte er ohne Umschweife zu mir, als er kam, in diese Offenheit und Klarheit einer Nacht.

„Ich freue mich, dass Du da bist, auch wenn wir uns noch nie zuvor gesehen haben und ich nicht wüsste warum ich mich vor Dir verstecken sollte“, antwortete ich wahrheitsgemäß, und dachte darüber nach ob er es vielleicht sinnbildlich meinen könnte. Möglicherweise hatte er eine esoterische Ader und meinte mich aus einem früheren Leben zu kennen. Möglicherweise war er nur auf LSD.

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Openness and clarity lay in that night too. Nothing was determined. Anything was possible. Ordinary and absurd, and of course everything in between.

“I’ve been looking for you for so long. Why did you hide from me?”, He said straight to me when he came into this openness and clarity of one night.

„I am glad that you are here, even if we have never seen each other before and I do not know why I should hide from you“, I answered truthfully, and thought about whether he could mean it symbolically. Maybe he had an esoteric streak and thought he knew me from a previous life. Maybe he was just on LSD.

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