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Life is too short for boring stories

Ich war zu Gericht geladen. Nicht als Angeklagte, nicht als Anklägerin, sondern als Zeugin. Es war nicht das erste Mal und wird wohl schwerlich das letzte Mal sein, doch jedes Mal überfällt mich schon beim Betreten des Gerichtsgebäudes eine ungeheure Anspannung. Nicht, weil ich mich schuldig fühlte, sondern weil man nie weiß, wie einem das Wort im Mund verdreht wird oder die Motive, die man hat, nicht gelten. Nicht vor einer Person in Robe, die mit dieser offenbar alle Weisheit der Welt in sich aufgesogen hat oder zumindest so tut. Natürlich ist es verständlich, dass man – egal in welcher Position man ist – seine eigene Vorgeschichte, seine Überzeugungen und Vorurteile mit sich mitnimmt. Das muss man auch einer Person, die über andere richtet, zugestehen. Dennoch sollte man ein gewisses Maß an Unvoreingenommenheit erwarten und die Einsicht darin, dass die eigenen Ansichten nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Und in diesem Fall zeigte sich sehr deutlich, wie weit man auf solche Grundsätze vergessen kann.

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„Why don’t you say anything?“ Comes one of the two partners pointedly when you get lost in the so-called intimate togetherness.
„Because I have nothing to say at the moment“ would be the honest answer, but it would certainly be wrong because the answer follows, just as inevitable as the amen in prayer:
„You mean because you have nothing to say to me.“ To ask
„What should I tell you or what do you want to hear?“ would also be rash. Because then you can listen
„I don’t want you to say what I want or what I want to hear, but I want you to speak to me on your own initiative, openly and honestly.“ And you’re sitting in the most beautiful „be spontaneous“ trap, because when you tell something, it’s only because you feel compelled. But this inevitably leads to the reproach that you only do it because you have been asked to do so. The cat has bitten its tail long ago. You can’t get out.

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„Warum sagst Du nichts?“, kommt es spitz von einem der beiden Partner*innen, wenn man sich einmal in die sog. traute Zweisamkeit verirrt hat.

„Weil ich gerade nichts zu sagen habe“, wäre die wohl ehrliche Antwort, aber sicherlich verfehlt, denn darauffolgt, ebenso unausweichlich, wie das Amen im Gebet, die Antwort:

„Du meinst wohl, weil Du mir nichts zu sagen hast.“ Zu fragen,

„Was soll ich Dir denn sagen oder was willst Du denn hören?“, wäre genauso unüberlegt. Denn dann kann man sich anhören,

„Ich will nicht, dass Du sagst, was ich will oder was ich hören will, sondern ich will, dass Du von Dir aus mit mir sprichst, offen und ehrlich.“ Und schon sitzt man in der schönsten „Sei-spontan“-Falle, denn wenn man dann was erzählt, dann nur, weil man sich genötigt fühlt. Damit kommt aber wiederum unausweichlich der Vorwurf, dass man das nur tut, weil man darum gebeten wurde. Die Katze hat sich den Schwanz schon längst wundgebissen. Man kommt nicht aus.

„Was denkst Du?“, ist eine weitere dieser Fallen-Fragen. Entweder ist der Gedanke verschwunden, in dem Moment, in dem man die Frage hört und darüber nachdenkt. Also kann man nicht antworten. Oder man denkt an etwas, woran man nicht denken soll oder darf. Dann kann man erst recht nicht ehrlich antworten.

„Nichts“, scheint die einzig mögliche Antwort zu sein.

„Das glaube ich Dir nicht“, kommt prompt zurück, „Glaubst Du ich kenne Dich nicht? Glaubst Du, Du kannst mir ein X für ein U vormachen? Ich sehe Dir doch an, dass Du an etwas denkst.“ Spätestens an diesem Punkt hat man verloren. Egal, was man sagt, man wird als Lügner*in hingestellt.

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„So that was it, Ms. Rat,“ the accused Viktor Z. began to report, „I visited my regular coffee to have breakfast. Like every morning. I always look at people there. Everyone does that, but you too, Ms. Rat?“
„Just describe the events,“ the judge warned him.
„Yes, Ms. Council,“ said the reprobate, submissively, „Well, I look at people like I always do, and that’s what catches my eye, really a sandwich, and the way it was prepared, that was definitely something. „

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„Also das war so, Frau Rat“, begann der Angeklagte Viktor Z. zu berichten, „Ich besuchte mein Stammkaffee um zu frühstücken. Wie jeden Morgen. Da schaue ich mir halt auch immer die Leute an. Das macht doch jeder, Sie doch auch, Frau Rat?“

„Schildern Sie nur die Begebenheiten“, ermahnte ihn die Richterin.

„Jawohl, Frau Rat“, zeigte sich der Zurechtgewiesene betont unterwürfig, „Also, ich seh mir so Leut an, wie ich das immer mache, und da fällt mir dieses Schnittchen ins Auge, also wirklich ein Schnittchen, und so wie sie hergerichtet war, das war doch sowas von eindeutig.“

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The scientist in Grete was immediately hooked, even if she didn’t like what she got to read.
„Dear Grete,“ she read Gregor’s message, „it is very commendable of you that you want to stand up for me, but I do not want this and cannot allow it. The way I look now, I am of no use to anyone. On the contrary, I am only a burden to you and our parents, so I only ask you for one thing, kill me and free the world from me bugs. „

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Die Wissenschaftlerin in Grete war sofort Feuer und Flamme, auch wenn ihr nicht gefiel, was sie zu lesen bekam.

„Liebe Grete“, las sie Gregors Nachricht, „Es ist sehr löblich von Dir, dass Du Dich für mich einsetzen möchtest, aber ich will das nicht und kann es auch nicht zulassen. Ich bin, so wie ich jetzt aussehe, für niemanden Nutze. Ganz im Gegenteil, ich bin Dir und unseren Eltern nur eine Belastung, deshalb bitte ich Dich nur um das Eine, töte mich und befreie die Welt von mir Ungeziefer.“

Grete verstand ihn nur allzu gut. Ein Mensch, der es bis jetzt gewohnt war, alle Fäden in der Hand zu haben, für seine Familie da zu sein, konnte nicht einfach von anderen annehmen, doch so schnell würde sie nicht aufgeben. Dazu liebte sie ihren Bruder viel zu sehr.

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