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Life is too short for boring stories

Zum World Voice Day, 16. April 2019

Wie süß sie doch sind, unsere lieben Kleinen. Da kommen sie auf die Welt und können nichts, außer schlafen, essen und Stoffwechselprodukte produzieren. Das weiß man. Aber es kommt mit der Zeit. Da lernen sie nach und nach alles, was man für das Mensch-sein so braucht. Gehen zum Beispiel. Und natürlich reden. Damit beginnt der erste Konkurrenzkampf. Eigentlich ein Stellvertreterkampf. Welches Baby kann als erstes krabbeln, sich aufziehen oder gar gehen? Welches unter den Kleinen trägt die Keime des Genies in sich, indem es sich ein paar Tage früher umdrehen oder artikulieren kann als seine Konkurrent*innen? Und wenn es nicht ins Schema passt, dann beginnt die große Sorge. Das Schöne daran, es ist den Babies egal. Ungerührt von allem Ehrgeiz der Erwachsenen, folgt es seinem eigenen inneren Entwicklungsplan. Was für ein paradiesischer Lebensabschnitt. Es könnte so einfach sein. Und wenn das Kleine dann zum ersten Mal „Mama“ sagt, oder etwas, von dem man sich einreden kann, dass es wie Mama klingt, dann schmelzen sowieso sämtliche Herzen und alles ist gut. Es kann endlich reden.

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Awakening, a return from the blissful embrace, numbing and mind-robbing, into the reality of the factual. One morning, pouring its brightness into the room where I’m trying to find my way back slowly. To find your way into the givenness of the moment, to find your way back to the memory of what happened. The blanket covers my chin and warms me up. But there is more, a warmth that could give no blanket, no fire, not even the sun. I find myself enveloped in your arms, your body clinging to mine, it is not just an awakening, but an awakening in you, that is like finding a primordial comfort in the confidence in life, is like a return to an innocence, nothing knows how to give oneself to security,

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Erwachen, ein Zurückfinden aus der seligen Umarmung, betäubend und bewusstseins-raubend, in die Realität des Faktischen. Eines Morgens, der seine Helligkeit in den Raum ausschüttet, in dem ich versuche mich langsam wieder zurecht-, zurückzufinden. Zurechtzufinden in die Gegebenheit des Moments, zurückzufinden in die Erinnerung an das Geschehene. Die Decke verhüllt mich bis zum Kinn und wärmt. Aber da ist noch mehr, eine Wärme, die keine Decke, kein Feuer, ja nicht einmal die Sonne schenken könnte. Ich finde mich eingehüllt in Deine Arme, Dein Körper an meinen geschmiegt, ist es nicht einfach ein Erwachen, sondern ein Erwachen in Dich, das ist, wie das Wiederfinden einer Urgeborgenheit im Vertrauen zum Leben, ist wie eine Rückkehr in eine Unschuld, die nichts kennt als sich in die Geborgenheit zu geben,

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It started in Ireland, and it began unnoticed, like so much that later turned out to be trend-setting, unnoticed by anyone else, of course, but also unnoticed by myself. So, this was the start in Ireland, more specifically in a small village named Ballydavid on the Atlantic coast on Dingle Island. We stayed there in a pub with attached rooms. In the morning I left the room, soaking in the harsh, yet invigorating, salt-soaked air, and headed for the breakfast room.

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Es begann in Irland, und es begann ganz unbemerkt, so wie so vieles, was sich späterhin als richtungsweisend herausstellen sollte, unbemerkt von allen anderen, natürlich, aber auch unbemerkt von mir selbst. Dieser Beginn geschah also in Irland, genauerhin in einem kleinen Dorf mit Namen Ballydavid an der Atlantikküste auf Dingle Island. Wir nächtigten dort in einem Pub mit angeschlossenen Zimmern. Am Morgen verließ ich das Zimmer, sog die herbe, und doch so belebende, salzgetränkte Luft ein und begab mich Richtung Frühstücksraum.

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He was completely alone. He was sitting next to the bath fence on his red Bobby Car. 35 degrees. No shade. He looked through the fence. He looked longingly at the bathers. A woman with a boy took pity. „You cannot take it with you,“ the lifeguard explained succinctly. „Why not?“ The woman asked. „Who takes responsibility?“ He merely said. „And who takes responsibility when he collapses out there in the blistering heat?“ The woman countered. The lifeguard merely shrugged. That meant as much as, that’s none of my business. Outside the bath, he can even die. I’m not responsible. Everyone knew the boy, saw him driving through the place with his little red bobby-car. And he was only five.

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Ganz allein war er. Neben dem Zaun zum Bad saß er auf seinem roten Bobby Car. 35 Grad. Kein Schatten. Er sah durch den Zaun. Sehnsüchtig sah er auf die Badenden. Eine Frau mit einem Jungen erbarmte sich. „Sie können den nicht mitnehmen“, erklärte der Bademeister lapidar. „Warum nicht?“, fragte die Frau. „Wer übernimmt die Verantwortung?“, sagte er bloß. „Und wer übernimmt die Verantwortung, wenn er dort draußen in der glühenden Hitze zusammenbricht?“, entgegnete die Frau. Der Bademeister zuckte bloß mit den Achseln. Das hieß wohl so viel wie, das geht mich nichts an. Außerhalb des Bades, da kann er sogar krepieren. Ich bin nicht verantwortlich. Alle kannten den Jungen, sahen ihn durch den Ort fahren mit seinem kleinen roten Bobby-Car. Und er war erst fünf.

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