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Life is too short for boring stories

Eine Blume am Rand des Weges. Eine kleine unscheinbare Blume, die jemand gepflückt hatte, weil sie ihm gefiel. Dann hatte er sie eine Weile mitgenommen. Es war ihm zu viel geworden, wohl auch, weil sie die Kraft verlor und die Schönheit. Schließlich hatte er sie von ihren Wurzeln getrennt. Sie hörte auf ihm zu gefallen. Mehr noch, er wollte sie nicht länger tragen, auch nicht die Verantwortung für sein Handeln, da er sie einfach so gepflückt und mit sich genommen hatte. Deshalb warf er sie weg. Dann lag sie dort am Wegesrand, weil sie keine andere Wahl hatte. Niemand beachtete sie, während sie langsam vor sich hinwelkte, entwurzelt und heimatlos. Es gab einfach viel zu viele von ihnen. Es scheint uns so selbstverständlich. Pflücken und wegwerfen. Es ist nicht der Mühe eines Gedankens wert. Ist doch nur eine Blume. Nichts weiter als eine Blume.

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It was as if life had dissolved, lost all reliability. Yesterday, everything had been very different. Yesterday. And today. Laughing and joking in the connectedness and in the coexistence. It had been. Then I left. Only a few hours. It was already morning, so not really yesterday, but today. So, it did not happen from yesterday to today, but today, between morning and evening. Sometime in between. I had no insight into the circumstances or developments, only the result I saw, I felt. This morning still. Between morning and evening. It had happened. And I did not even know what.

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Es war, als hätte sich das Leben aufgelöst, alle Verlässlichkeit verloren. Gestern noch war alles ganz anders gewesen. Gestern noch. Und heute. Lachen und scherzen in der Verbundenheit und im Miteinander. Es war gewesen. Dann bin ich gegangen. Ein paar Stunden nur. Es war bereits morgen gewesen, also eigentlich gar nicht mehr gestern, sondern schon heute. Also war es nicht von gestern auf heute passiert, sondern heute, zwischen Morgen und Abend. Irgendwann dazwischen. Ich hatte keinen Einblick in die Umstände oder Entwicklungen, nur das Ergebnis sah ich, verspürte ich. Heute morgen noch. Zwischen Morgen und Abend. Es war passiert. Und ich wusste noch nicht einmal was.

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Lost in thought, I see you behind. You go down the steps and go to the street. I finally break loose. I do not want to look after you, just open the door and see what you can do. Luckily there is always something to do. Actually, I do not want you to realize that I’m watching you. It does not make it easier. Of course, sober, that’s how it is. We are friends. From time to time you come to visit. We’re having a good time. It’s fun. well, because you take me seriously. It looks like. Maybe it is true too. It’s hard to tell. If in doubt, you can plead for authenticity. The opposite can not be proved either.

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Gedankenverloren sehe ich Dir hinterher. Du steigst die Stufen hinunter und gehst zur Straße. Endlich reiße ich mich los. Ich will Dir nicht hinterhersehen, einfach die Türe zu machen und sehen was es zu tun gibt. Zum Glück gibt es immer was zu tun. Eigentlich will ich nicht, dass Du merkst, dass ich Dir hinterhersehe. Es macht es nicht leichter. Natürlich, nüchtern betrachtet ist das nun mal so. Wir sind Freunde. Ab und zu kommst Du auf Besuch. Wir haben eine gute Zeit. Es macht mir Spaß. auch wohl, weil Du mich ernst nimmst. Es hat den Anschein. Vielleicht ist es auch wahr. Es ist schwer das zu unterscheiden. Im Zweifel kann man auf die Echtheit plädieren. Das Gegenteil ist auch nicht zu beweisen.

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I’m sitting on the ground because I like to sit on the floor. Earlier, very, very earlier, I felt an urge to explain myself.
„You say you want to stand firmly on the ground with both feet,“ I said then, „I do even more, I’m sitting firmly on the ground. That gives more liability.“ That was my explanation, which, while not necessarily understood, was at least accepted insofar as it had the character of an explanation. After all. That I therefore no longer had grip, I did not have to say. It was such a thing anyway. I did not really find it. Never. I’ve tried hard, but it was probably too little hard. Or a lack of seriousness. Then the children came and I did not need to explain anything because I stayed with them on the ground. They grew up and I still preferred to sit on the floor. Only that I did not explain anything anymore. Of course, I do not sit anywhere on the ground. But here in my favorite antique shop, where they know me, even my preference, where no one asks, I’ll do it. Every now and then someone stumbles over me, but that cannot stop me.

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Ich sitze am Boden, weil ich gerne am Boden sitze. Früher, ganz, ganz früher verspürte ich den Drang in mir mich zu erklären.

„Du sagst, Du möchtest mit beiden Beinen fest am Boden stehen“, meinte ich dann, „Ich tue noch mehr, ich sitze fest am Boden. Das gibt mehr Haftung.“ Das war meine Erklärung, die zwar nicht unbedingt verstanden wurde, aber zumindest insofern akzeptiert wurde, weil es eben doch den Charakter einer Erklärung hatte. Immerhin. Dass ich deshalb nicht mehr Bodenhaftung hatte, das musste ich nicht dazu sagen. Mit der war es sowieso so eine Sache. Ich fand sie nicht wirklich. Nie. Bemüht habe ich mich schon, aber es war wohl der Mühe zu wenig. Oder der Ernsthaftigkeit. Dann kamen die Kinder und ich brauchte nichts mehr zu erklären, weil ich bei ihnen am Boden blieb. Sie wurden groß und ich saß immer noch am liebsten am Boden. Nur, dass ich nichts mehr erklärte. Natürlich sitze ich nicht überall am Boden. Aber hier in meinem Lieblingsantiquariat, wo man mich kennt, auch meine Vorliebe, wo keiner fragt, da mache ich es. Ab und an stolpert wer über mich, aber das kann mich nicht davon abbringen.

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