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Life is too short for boring stories

Lena saß auf der Bank im Park und wusste nicht wohin. 50 Jahre lang hatte sie ein zu Hause gehabt und plötzlich, über Nacht, saß sie auf der Straße. Ihr zu Hause. Eigentlich war es nichts weiter gewesen als ein Zimmer mit Kochnische und Dusche und Balkon, das ihr ihre Herrschaft zur Verfügung gestellt hatte. Ein kleines, bescheidenes Zimmer, aber es war ihres. Mit den Jahren sah sie es so. Wenn sie am Balkon ihre Pflanzen wachsen sah, den Baum vor dem Balkon, eine mächtige Buche, dann war sie glücklich. Mehr brauchte sie nicht. Mit 15 war sie in den Dienst gekommen. Ein junges, verschüchtertes Mädchen vom Lande.

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Anna was independent, both financially and emotionally. Her life was filled with activities that were not only fun, but also made sense to her, from her point of view, accompanied by good friends who shared her views and values. So, she did not have to get additional confirmation by putting a man on her side. What’s more, she had neither the time nor the patience for a man who shared her life permanently. On the other hand, she had fun with sex. This put her at first in a dilemma because she had grown up believing that being a decent girl was not just having sex for sex and not seeking a relationship. There was little chance of finding a solution to this problem until the day she dared to go beyond her own limited horizon of thinking and become aware of herself as an independent, and thus free-thinking, woman not necessary to submit to traditional conventions.

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Anna war unabhängig, sowohl finanziell als auch emotional. Ihr Leben war erfüllt von Tätigkeiten, die ihr nicht nur Spaß machten, sondern diesem – aus ihrer Sicht – auch Sinn gaben, begleitet von guten Freunden, die ihre Ansichten und Wertvorstellungen teilten. Sodass sie es nicht notwendig hatte, zusätzliche Bestätigung zu erhalten, indem sie sich einen Mann an die Seite stellte. Mehr noch, sie hatte weder die Zeit noch die Geduld für einen Mann, der dauerhaft ihr Leben teilte. Andererseits hatte sie Spaß an Sex. Das brachte sie im ersten Schritt in ein Dilemma, denn sie war noch in dem Glauben aufgewachsen, dass es sich für ein anständiges Mädchen nicht gehörte, Sex einfach um den Sex willen zu haben und keine Beziehung anzustreben. Es bestand kaum Aussicht auf eine Lösung dieses Problems, bis zu dem Tag, an dem sie es wagte, sich außerhalb ihres eigenen, eingeschränkten Denkhorizontes zu stellen und sich ihrer selbst bewusst zu werden, als einer unabhängigen und damit auch frei denkenden Frau, die es nicht notwendig hat, sich überkommenen Konventionen zu unterwerfen.

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Or we set about breaking down all the barbed wire, liberating the stillness of no-man’s-land, and transforming it into the liveliness of humanity, in which we can say, quite simply, I am.

I am. No more and no less. All that cannot be more or less. It can only be everything. Or nothing. I do not. Even negation. But I am. Self-affirmation. In all fibers, in all thoughts, in all attention. I am. Nothing more. Everything. In the affirmation. The everlasting cry of life. In the middle of life. Being life. And it is enough to say. I am.

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Oder wir machen uns daran alle Stacheldrähte niederzureißen, die Stille der Niemandsländer zu befreien und sie in die Lebendigkeit der Menschlichkeit zu wandeln, in dem wir sagen können, ganz schlicht und einfach, ich bin.

Ich bin. Nicht mehr und nicht weniger. Das Alles kann nicht mehr oder nicht weniger sein. Es kann nur Alles sein. Oder Nichts. Ich nichte. Selbstnegation. Aber ich bin. Selbstbejahung. In allen Fasern, in allen Gedanken, in aller Zuwendung. Ich bin. Nichts mehr. Alles. In der Bejahung. Der immerwährende Schrei des Lebens. Mitten im Leben. Leben seiend. Und es genügt zu sagen. Ich bin.

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„Liberté, égalité, fraternité“, „freedom, equality, fraternity“ – yes, it is called fraternity, in the motto of the French Revolution. Establishment of civil and men’s rights, „Droits civils et humains“, it is deceiving, in French man is equated with human, and vice versa. It is forgotten. Some things are good to be forgotten, screened out in the barbed wire of history. That could be it, as a basis, as a basis of value, if you do not want to settle for schnitzel and beer, then maybe human rights. Rights that belong to every human being anywhere in the world. They do not stop at any border. On no barbed wire and actually not in no man’s land. But who hears what is swallowed by its silence? Beyond this silence, they were committed. No one thought of it when it was stated that the goal of human rights is to make every human being dignified. Decreed by the UN in 1948. A narrow ribbon consisting of 30 articles. It is placed next to Kant’s writing „What is Enlightenment?“. They are good there. In the no-man’s land of education. Censorship is no longer necessary. All you need is distraction through entertainment and consumption. The right to religious freedom in Article 16 is celebrated in consumer temples. A single, incessant service, the adoration of the golden calf and the swanky Gucci bag. It’s both. While the necessary for the execution of the consumption hegemony exploitation is concealed as possible.

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„Liberté, égalité, fraternité“, „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ – ja, es heißt Brüderlichkeit, im Wahlspruch der Französischen Revolution. Etablierung der Bürger- und Männerrechte, „Droits civils et humains“, es täuscht, im Französischen wird Mann mit Mensch gleichgesetzt, und umgekehrt. Es ist vergessen. Manches ist gut, vergessen zu werden, ausgesiebt im Stacheldraht der Geschichte. Das könnte es sein, als Grundlage, als Wertebasis, falls man sich doch nicht mit Schnitzel und Bier zufrieden geben will, dann vielleicht die Menschenrechte. Rechte, die jedem Menschen überall auf der Welt zustehen. Sie hören an keiner Grenze auf. An keinen Stacheldraht und eigentlich auch nicht im Niemandsland. Aber wer hört, was von dessen Stille verschluckt wird? Jenseits dieser Stille wurden sie festgelegt. Es dachte keiner daran, als festgehalten wurde, dass das Ziel der Menschenrechte darin bestehe, jedem Menschen ein Dasein in Würde zu ermöglichen. Beschlossen von der UNO 1948. Ein schmales Bändchen bestehend aus 30 Artikeln. Man stellt es neben Kants Schrift „Was ist Aufklärung?“. Dort stehen sie gut.

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