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Life is too short for boring stories

In Zeiten wie diesen, nimmt man sich dieselbe für Dinge, die man sonst aus Mangel an jener, unterlässt. Aus Zeitgründen begründeter Zeitmangel für zeitintensive Verrichtungen. Wie z.B. in die Badewanne gehen. Mag man sich jetzt nicht auf eine ökologische Diskussion einlassen, wie den Wasserverbrauch, der natürlich bei meiner Entscheidung, „Lasse ich laufen oder nicht“, gemeint ist natürlich das Wasser in die Wanne, so bleibt nur noch Ersteres, es zu unterlassen. Wenn man aber nun die meiste Zeit zu Hause verbringt, man dann auch noch durchfroren vom Hundespaziergang im Schnee zurückkehrt, dann wird das Nachdenken darüber schon etwas ernsthafter, was sogar so weit gehen mag, dass es eine Handlung zur Folge hat. In dem Fall die Betätigung des Wasserhahnes.

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It happened on March 21, which I know because it is also the World Day of Forests, Forests and Poetry and the beginning of spring. Not that it mattered what day it was. It does not change anything. It doesn’t help. It doesn’t decrease anything. Nevertheless, it burned itself into my memory, but also only because the memories were worth and are worth, especially since they are not just memories, like many of the photos that were previously in albums and not today more. No matter where they are, most of them are nothing more than things you remember after a long thought. Nothing else. It doesn’t change much whether they’re there or not. But what happened on March 21, back then, is as present as the whispering wind in the leaves when I now walk through the forest and think Rilke couldn’t have written it better. This external reality of an event, a date, a place, at that time, contrasts with the inner, my perception and thus for perception, in which neither place nor time play a role, but only the undisguised, naked presence in which I am dropped me because I could.

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Es geschah am 21. März, was ich weiß, weil des auch der Welttag des Waldes ist, des Waldes und der Poesie und Frühlingsbeginn. Nicht, dass es eine Rolle spielte, was für ein Tag es war. Es ändert nichts. Es trägt nichts dazu bei. Es verringert nichts. Dennoch hat es sich eingebrannt, in mein Gedächtnis, aber auch nur deshalb, weil es die Erinnerungen wert waren und wert sind, vor allem, da es nicht einfach bloß Erinnerungen sind, wie viele der Photos, die man früher in Alben steckte und heute nicht mehr. Ganz gleich wo sie stecken, die meisten sind nichts weiter als Dinge, derer man sich nach langem Nachdenken eben erinnert. Nichts weiter. Es ändert nicht viel, ob sie nun da sind oder nicht. Doch das Geschehen an jenem 21. März, damals, das ist so präsent, wie das Säuseln des Windes in den Blättern, wenn ich jetzt durch den Wald gehe und denke, Rilke hätte es nicht schöner dichten können. Diese äußere Realität eines Geschehens, eines Datums, eines Ortes, damals, kontrastiert von der inneren, meiner Wahrnehmung und damit Für-Wahr-nehmens, in dem weder Ort noch Zeit eine Rolle spielen, sondern nur die unverhohlene, nackte Präsenz, in die ich mich fallen ließ, weil ich es konnte.

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The majority of people agree that we stay at home well, as far as possible, social contacts are kept to a minimum because it is logical that the easiest way to stop an illness that is transmitted through direct contact by not doing that. And if you shouldn’t meet anyone, then you hardly need to drive a car, and certainly not fly away. After a few days, the positive effects of these restrictions are already clear. The air is getting cleaner, like the canals of Venice. The ancestral residents, but displaced by the pollution, are returning. It would have been said for a long time, but as long as it does not concern people in this immediacy, most of them do not touch their ears. Notice how it is suddenly possible, by magic, what was previously unthinkable. It’s just a shame that it wasn’t intended, it just happened.

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Der Großteil der Menschen ist sich einig, wir bleiben brav zu Hause, so weit es möglich ist, fahren die Sozialkontakte auf ein Minimum herunter, weil es logisch ist, dass einer Krankheit, die durch direkte Kontakte übertragen wird, am einfachsten dadurch Einhalt geboten wird, indem man eben jene unterlässt. Und wenn man niemanden treffen soll, dann braucht man auch kaum mit dem Auto fahren, schon gar nicht wegfliegen. Nach wenigen Tagen sind die positiven Effekte dieser Einschränkungen bereits deutlich. Die Luft wird sauberer, so wie die Kanäle Venedigs. Die angestammten, aber durch die Verschmutzung vertriebenen, Bewohner*innen, kehren zurück. Gesagt wäre es schon lange worden, doch so lange es die Menschen nicht in dieser Unmittelbarkeit betrifft, rühren die meisten kein Ohrwaschel. Man merke auf, wie von Zauberhand ist plötzlich möglich, was zuvor undenkbar war. Schade nur, dass es nicht intendiert war, sondern eben auch passiert ist.

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Bold, daring and extreme, some said, those who didn’t understand it better. Empathic, connected and passionate, said the others, those who understood better understood you. Actually, you can’t blame anyone who didn’t understand it. They were the people who wrapped themselves in perfume clouds instead of lying on the grass and looking at the sky, the ones whose worst nightmare during a pandemic were closed hairdressers and beauty salons. You smelled of earth and leaves and wood, of connection and familiarity with nature, of rootedness and oneness. As often as I saw you, you were solid within yourself. You cut your hair short because it was annoying when hiking through the woods and climbing trees.

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Kühn, verwegen und extrem, sagten die einen, die, die es nicht besser verstanden. Empathisch, verbunden und leidenschaftlich, sagten die anderen, die, die es besser verstanden, Dich verstanden. Eigentlich kann man niemandem, der es nicht verstand, einen Vorwurf machen. Das waren jene Menschen, die sich in Parfümwolken hüllten, statt im Gras zu liegen und jene am Himmel zu betrachten, jene, deren schlimmster Alptraum während einer Pandemie, geschlossene Friseure und Kosmetiksalons waren. Du rochst nach Erde und Laub und Holz, nach Verbundenheit und Vertrautheit mit der Natur, nach Verwurzelung und Eins-Sein. So oft ich Dich sah, warst Du in Dir gefestigt. Du hast Dir die Haare kurz geschnitten, weil es störte, beim Wandern durch die Wälder und beim Klettern auf Bäume.

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