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Life is too short for boring stories

… war Winter. Seit den frühen Morgenstunden hatte es ununterbrochen geschneit. Es war also ein Tag, an dem man gut daran tat sich zu Hause einzuigeln, so es einem möglich war. Zu tun gibt es genug. Immer wieder wanderte mein Blick zum Fenster, um zu überprüfen ob es nicht doch endlich ein wenig nachgelassen hatte, doch es schneite in unverminderter Intensität. Langsam wurden die Hunde unruhig. Sie wollten hinaus, ihren Bewegungsdrang ausleben, doch es ging nicht. Einige Male bot ich es ihnen an, aber sie steckten gerade mal die Schnauze hinaus und drehten sofort wieder um, sich einzurollen, zu verstecken vor dem bösen Wetter.

Meine Hunde wollten hinaus, aber nicht bei so einem Wetter. Immer wieder sahen sie mich an, als könnte ich daran etwas ändern. Dazu muss man wissen, dass meine vierbeinigen Freundinnen Schönwetter-Sonnenschein-Hunde sind, aus Afrika stammend und ohne Unterwolle. Wasser von oben, in welchem Aggregatzustand auch immer, ist ihnen ein Gräuel. Deshalb hieß es abwarten. Doch auch der ärgste Schneefall lässt irgendwann einmal nach.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, konnte ich endlich verkünden, da nur mehr vereinzelte Flankerln vom Himmel fielen.

„Es ist immer der richtige Zeitpunkt für irgendetwas“, erwidertest Du, ohne von Deiner Arbeit aufzusehen.

„Das stimmt natürlich“, meinte ich amüsiert, „Aber in dem Fall ist es der richtige Zeitpunkt einen Spaziergang zu wagen. Kommst Du mit?“

„Nein, ich kann nicht“, lehntest Du ab, „Ich muss das dringend fertig machen.“

So waren wir Drei wenige Minuten später draußen. Mit größter Begeisterung sprangen meine fellbedeckten Vierbeiner über die Schneedecke, schnüffelten mit größter Hingabe und hatten überhaupt einen großen Spaß. Und auch ich genoss die frische Luft. Manchmal ist es gut alleine zu gehen. Es gibt so viel zu überdenken, Gedanken, die noch nicht ausformuliert sind oder sich erst formen. Sie zu finden, vor allem erst mal für mich selbst. Das geht nur in der Stille und alleine. Aber es ist natürlich auch schön, wenn Du uns begleitest auf diesen Spaziergängen. Es ist gut Dir von meinen Gedanken erzählen zu können, oder miteinander zu schweigen. Die Stille, die Landschaft und das Miteinander, das gemeinsame Erleben zu genießen. Beides ist gut. Es ist gut, wie es ist. Auch, weil der Schnee sich zurückhielt. Zumindest vorläufig. Wir waren nur mehr wenige hundert Meter vom Haus entfernt, als der Schneefall mit einer atemberaubenden Intensität wieder einsetzte. Dazu kam noch ein starker Wind, der es fast unmöglich machte die Augen offen zu halten. Blindlings bahnten wir uns unseren Weg. Es war nur gut, dass wir ihn so gut kannten, denn es war kaum möglich irgendetwas auszunehmen. Innerhalb weniger Minuten hatte sich auch auf uns eine Schneedecke gelegt. So trachteten wir danach so schnell wie möglich den Ort zu erreichen, an dem wir die Türe hinter uns zu machen und den Schnee draußen lassen konnten. Endlich bogen wir in die Einfahrt ein. Nur noch wenige Schritte, dann waren wir am Ziel, über und über weiß und klatschnass. Wir beutelten vor der Haustüre den Schnee ab, so gut es ging, dann erst betraten wir den Vorraum. Du standst bereits da, bewaffnet mit Handtüchern, die Hunde trockenzureiben und mir aus den nassen Sachen zu helfen. Ich merkte, dass ich nass geworden war bis auf die Unterwäsche und erbärmlich fror. Dann erst gingen wir ins Wohnzimmer.

„Wann hast Du denn das gemacht?“, fragte ich ungläubig, „Ich dachte, Du hattest zu tun.“

„Hatte ich auch“, erwidertest Du lächelnd, „Aber dann merkte ich wie das Schneetreiben einsetzte und ich dachte, ihr werdet ein wenig nass werden.“

Deshalb hattest Du Feuer im Kamin gemacht und davor aus Decken und Pölstern ein kuscheliges Lager bereitet. Neben dem Kamin standen zwei dampfende Tassen Tee. Auch auf meine Lieblingskekse hattest Du nicht vergessen. Es wirkte so gemütlich und heimelig. Es war, wie sich nach Hause kommen anfühlen sollte.

So dass wir uns unter die Decken vor dem Kamin kuschelten und den Tee genossen, und während ich mich in Deinen Armen einrollte, war ich mir nicht sicher was mich mehr wärmte, das Feuer im Kamin oder Deine Umarmung oder Deine Fürsorge.

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