Tanz Dein Leben

Inspiriert von Jonny Blue „Aber wer?“

Immer vorwärts muss es gehen. Hat man Dir gesagt, immer vorwärts, von einer Aufgabe zur nächsten. Zu erfüllen was die Situation beansprucht, um dann weiter zu machen in der nächsten. So war es von Anfang an. Du hast es geglaubt, allzu lange. Geradlinig, vorgegeben, vorbestimmt, als wäre es der Schiedsspruch, der gefällt worden war, vor allen Zeiten, dem Du zu entsprechen hast. Als wäre es eine Schuld, die Du abzutragen hättest, die nicht die Deine ist. Du hast es auf Dich genommen. Von der Schule in den Beruf, von der Freiheit in die Gebundenheit, vom Kind-sein zum Kinder-haben.

 

Aber wer soll es erkennen, dass das Leben getragen ist von einer Melodie, die nur Dir gehört? Aber wer soll sich dem Rhythmus des eigenen Lebens anvertrauen, der Dich trägt? Aber wer soll Dein Leben tanzen, wenn nicht Du?

Immer vorwärts muss es gehen. Es kann keinen Stillstand geben. Nicht einmal um durchzuatmen. Verschnaufen. Es lenkt Dich doch nur ab. Punkt um Punkt gilt es die Vorgegebenheiten abzuhaken. Eine To-Do-Liste des Lebens, die Dir von irgendwoher, von irgendjemandem in die Hand gedrückt wurde. Du hast sie angenommen. Da stand, ganz oben, Du musst für andere da sein. Du warst da, nur für andere, niemals für Dich. Es wäre Dir nicht einmal in den Sinn gekommen. Doch manchmal, da sahst Du an Dir herab, um Dich zu vergewissern, dass Du noch da bist, weil Du Dich selbst nicht mehr spürtest.

 

Aber wer soll es erkennen, dass das Leben getragen ist von einer Melodie, die nur Dir gehört? Aber wer soll sich dem Rhythmus des eigenen Lebens anvertrauen, der Dich trägt? Aber wer soll Dein Leben tanzen, wenn nicht Du?

 

Immer vorwärts muss es gehen. Bis der Tag kam, an dem alle Punkte abgearbeitet waren und der letzte auf der To-Do-Liste gestrichen, der Tag, an dem es niemanden mehr gab, für den Du da sein konntest, weil sie ihr eigenes Leben lebten. Und Dich selbst, Dich sahst Du nicht. Da setztest Du Dich zum ersten Mal nieder. Mag sein, dass es im Park war an einem Frühlingstag, der einen neuen Anfang versprach, aber Du warst schon über den Zenit des Lebens. Sie gingen Dich nichts mehr an, der neue Tag, der neue Anfang, das neue Leben. Du warst in Dir gefangen ohne bei Dir zu sein.

 

Aber wer soll es erkennen, dass das Leben getragen ist von einer Melodie, die nur Dir gehört? Aber wer soll sich dem Rhythmus des eigenen Lebens anvertrauen, der Dich trägt? Aber wer soll Dein Leben tanzen, wenn nicht Du?

 

Da drang von Ferne eine Melodie an Dein Ohr. Du erkanntest sie sofort, denn sie war immer dagewesen, Deine Melodie, die Dich aufforderte zu tanzen. Doch Du hattest sie überdeckt mit dem Lärm des Lebens, das Dir aufgebürdet war. Doch jetzt, an diesem Tag, an dem Du nicht mehr an einen Neubeginn geglaubt hattest, war es, dass Du sie zuließt. Endlich warst Du so weit dem Impuls nachzugeben, aufzustehen und Dich dem Rhythmus des eigenen Lebens anzuvertrauen.

 

So dass Du Dich fallen ließt, in eben jene Melodie, die Dir allein gehört, die Dich umfing und trug, so dass aus der Unstimmigkeit eine Bestimmtheit wurde.

So dass Du Dich fandst und wohl fühltest in Dir selbst, weil Du Dir endlich nahe warst.

So dass Du Dich in Armen fandest, die zu jemandem gehörten, der Deine Melodie ergänzte.

Und Du schmiegtest Deine Wange in eine Hand, die Dich hielt, während Du Dein Leben tanztest.

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