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Life is too short for boring stories

Ich gehe auf Dich zu. Du gehst auf mich zu. Fließend. Es ist die Selbstverständlichkeit. Es ist die Einmaligkeit. Es ist das Sich nähern, das Einander ist und wird. Fließend. Ein Aufeinander-Zu, das sich nicht erschöpft in der Bewegung, nicht im Tun, nicht der Verfügbarkeit des Fassbaren, und doch ist es auch nichts anderes. Die Selbstverständlichkeit als die einzige Möglichkeit des Augenblicks, des gelebten Moments.

Belebt im Aufeinander-Zu. Stille. Stille zu ertragen, ja mehr, sie als gewollt zu verstehen, den Fluss nicht zu stören. Denn es wuchs eine Gewissheit, klar und unmissverständlich, doch nicht von der Art, dass es Wissen war, eines, das, belegt, unterlebt, unterfüttert mit Fakten, einen rationalen Denkprozess abschließt, sondern eine Gewissheit des Präsenten, in mir und in Dir. Gewissheit, dass es nichts weiter geben kann, hier und jetzt, als dieses Aufeinander-Zu, das sich Umfließen, in der Stille, sich in den Blick geben und verweilen. Und die Stille, die den Fluss sein ließ, Dich umfließend, mich umfließend, uns umfließend, wurde nicht abgewiesen durch unser Gespräch. In Deinem Blick, mit der Ruhe der Achtsamkeit, geht in ein Außen, den Gedanken zu explizieren, ihn einzuholen, in Worte zu fassen, um dann zu mir zurückzukehren, ihn mir zu schenken, als Aufforderung mit Dir zu sein, in jenem Gedanken, in jenem Wort.

 

Ich gehe mit Dir. Du gehst mit mir. Fließend. Es ist die Selbstverständlichkeit des Miteinander. Ich beantworte keine Fragen, weil es keine gibt. Es ist, als wäre in dieser Selbstverständlichkeit alles Fragwürdige verklungen und erneut erklungen in der Gewissheit, Dir zu sein, mir zu sein. In einem Moment, der ein Jetzt ist oder ein Andauern oder gar ein Für immer. Es tut auch nichts zur Sache. Denn es ist im Moment, in jedem, in dem es sein soll, in jedem kommenden, der Jetzt heißt. Es ist, wenn Dein Blick mich einnimmt und zu Dir holt, wenn Deine Berührung mich umgibt, wenn Du eins wirst mit mir, in diesem Moment, der immer der jeweilige der atmenden Stille ist, die alles offen lässt, alles ermöglicht. Den Blick offen haltend, neugierig, verspielt und achtsam, so dass Du mir die Welt erschließt, so dass ich Dir die Welt erschließe. Es gibt keinen Plan. Es braucht auch keinen. Es ist der Dialog, der sich fortsetzt, unausgesetzt, als Stille, als Sprache, als Berührung. Das Leben hat keinen Plan. Nur ein Sein. Es hat keine Anweisungen. Nur die Zuwendung.

 

Ich reiche Dir die Hand. Du reichst mir die Hand. Es ist die Selbstverständlichkeit des Staunens. Weil das Leben, mit Deiner Hand in meiner, sich erweitert, die Welt eine andere ist, als vor dieser Gewissheit und dem Moment des Lebens. Weiter, erfüllter, belebter, und wohl auch verständiger. Der Horizont ist weiter, mit Deinem Blick, der mir ihn mir eröffnet, so wie ich Dir. Und wenn ich von Dir gehe, dann mit der Gewissheit, der Selbstverständlichkeit und Deinem Duft auf meiner Haut.

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